Der halbe Keynes

Letzter Beitrag 24-04-2008, 2:55 von Wu-Fu. 3 Antworten.
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  •  23-04-2008, 9:30 16490

    Der halbe Keynes

    In guten Zeiten sitzt das Geld lockerer als in schlechten. Von dieser Erfahrung kann wohl jeder berichten – auch jeder Finanzminister. In schlechten Zeiten legt der Staat zwar kreditfinanzierte Konjunkturprogramme auf. Eines vergisst er dabei aber: Die Kredite in den guten Jahren wieder zurückzuzahlen.

    Was ist Ihre Meinung?

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  •  23-04-2008, 10:33 16492 Antwort zu 16490

    Jonas ist nicht online. Letztmals aktiv: 19-07-2008, 15:06 Jonas
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 830
    Der (deutsche) Staat hat Staatsschulden noch nie zurückbezahlt, die Nettokreditaufnahme lag immer über 0.
    Der Schuldenlast wird über einen anderen Weg mehr Luft für immer weitere höhere Verschuldung gemacht:
    Durch Nachdrucken von Geld zur forcierten Inflation. Dabei ist es unerheblich, ob Bundesbank oder EZB, keine
    Zentralbank kann sich der Realität verschliessen.
    Alle anderen Schuldner profiteren ebenfalls davon, alle Sparer verlieren aber dadurch Geld.
    Daher muss es insbesondere den Wohlhabenden ein Dorn im Auge sein, wenn der Staat sich verschuldet.
    Im Prinzip ist Neuverschuldung nichts anderes als verdeckte Steuererhöhung, denn es wird mehr Geld ausgegeben
    als eingenommen wurde, und eines Tages holt der Staat es sich durch Geldentwertung zurück.
    Von dem Mechanismus - mehr ausgeben um dann, statt Zurückzubezahlen, Geld nachzudrucken - haben auch die
    Banken gelernt: Die SubPrime Krise hat genau diesen Mechanismus erfolgreich genutzt, nun sind es die Banken,
    die die Notenbanken effektiv zum Nachdrucken zwingen, statt dem Staat haben also die Banken die Hoheit über
    die Geldmenge übernommen. Spielball war schon immer der Bürger, der muss es zahlen, in jedem Fall...
  •  23-04-2008, 14:04 16502 Antwort zu 16492

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 17-07-2008, 7:51 Realist
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 706
    @ Jonas

    Grundprinzip richtig, aber zwei entscheidende Fehler:
    1. Es gab eben nicht immer eine Nettokreditaufnahme!
    2. Inflation trifft alle, nicht nur Reiche. Selbst "Habenichtse" tragen an den damit verbundenen volkswirtschaftlichen Verwerfungen mit. Vermögende übrigens haben in der Geschichte meistens frühzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen. Nutznießer ist i.d.R. der Staat.

    Im Übrigen "hilft" eine mäßige Inflation in der Realität bei der Lösung politischer Probleme. Der naive Wähler akzeptiert nur nominal steigende Löhne etc. Die sind nur nach oben flexibel. Über Preissteigerungen finden letztlich in gewissem Umfang die nötigen Korrekturen statt. Der kleine Mann erliegt der Geldillussion: Ihm bleibt nichts von der "Erhöhung", wenn eben der Output der Wirtschaft nicht ordentlich wächst.
  •  24-04-2008, 2:55 16536 Antwort zu 16490

    Wu-Fu ist nicht online. Letztmals aktiv: 20-07-2008, 4:30 Wu-Fu
    Top 25 Mitwirkender Registriert am 05-03-2008 Beiträge 167
    Toller Artikel! Könnte direkt mal an alle Politiker geschickt werden.