Ökonomen sehen keine gravierende Altersarmut

Letzter Beitrag 29-04-2008, 17:52 von summerset. 10 Antworten.
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  •  22-04-2008, 12:27 16438

    Ökonomen sehen keine gravierende Altersarmut

    Deutschland streitet über niedrige Renten – und über den Vorschlag von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Rüttgers zur Erhöhung der Bezüge langjähriger Beitragszahler. Doch Ökonomen sagen: Das Phänomen der Altersarmut wird völlig überschätzt. Das wirkliche Problem in Deutschland sei ein ganz anderes.

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  •  22-04-2008, 13:05 16440 Antwort zu 16438

    Die Altersarmut ist aber ein Problem der Zukunft. Es wird immer davon gesprochen die Eigenverantwortung zu stärken. Wer jedoch sein gesamtes Einkommen für den Konsum ausgeben muss ( Stichwort Geringverdiener ), der kann nichts zur Seite legen. Die ständig wachsende Zahl der Geringverdiener ist die Basis für künftige Altersarmut. Die nebenher verdienende Millionärs-Gattin ist macht nur einen kleinen Teil der 6,5 Mio Billigjobs.
    Bei der Problematik Kinderarmut haben die Autoren Recht. Es gibt schon regelrechte Hartz IV Ghettos. In Greifswald OT Schönwalde leben zB 70% der Kinder in entsprechenden Haushalten. Ähnliches steht für Städte wie Bremerhaven oder Gelsenkirchen auch zu befürchten.
    Altersarmut mit Reförmchen in der RV verhindern zu wollen ist typisches Politikerdenken und handeln. Ein Erwerbsleben mit auskömmlicher Entlohnung ist die beste Variante gegen Altersarmut( das einzelne alles versaufen wird es trotzdem geben). Hier muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen!
  •  22-04-2008, 18:18 16463 Antwort zu 16440

    Warum sollten sie dies auch erkennen?
    Zum einen betrifft es sie ja eh nicht.
    Desweiteren würde ein Erkennen dieses Problems notwendige Maßnahmen erfordern, der Ruf nach Korrekturen würde laut. Und das will doch hier nun wirklich keiner. Die Gewinne in Deutschland steigen in schwindelnde Höhen, den Reichen der Gesellschaft geht es immer besser. Und die arbeitenden Menschen sollen sich gefälligst selbst helfen, ohne zusätzliches Geld. Und wer dann noch Kinder hat oder gar noch krank ist - selber Schuld.
    Schließlich leben wir in einer globalisierenden Welt und müssen mit den Ländern wie Brasilien und China konkurrieren. Und da geht es uns noch viel zu gut.

    Denkerist, 22.04.08 18.20Uhr
  •  23-04-2008, 7:35 16479 Antwort zu 16438

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 27-08-2008, 14:02 Realist
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    Es gibt in unserer Gesellschaft keeine Altersarmut. Man hat den Begriff mehr oder weniger willkürlich definiert! Er wird nun benutzt, um Stimmungen zu machen.

    Ein Problem wird die Generation "U 30" haben! Nämlich neben immensen Staatsschulden gleich auch einen Berg von Alten (diese sind zugleich Verursachergeneration der Schulden). Die heutige Huldigung der Alten wird es dann in der "handelnden Gesellschaft" zu recht nicht mehr geben. Altersarmut dürfte es vermutlich auch dann nicht geben. Ob allerdings jeder "Duchschnittsfuzzi", unabhängig von der "Gesamtlebensleistung für die Gesellschaft", dann noch üppige Summen aus den Sozialkassen beziehen kann (so wie das heute möglich ist) muss bezweifelt werden. Nötig ist das weder heeute, geschweige denn in der Zukunft!

    An meine Kritiker:
    Soll ich Ihnen aus der Hüfte 50 Namen nennen, wo die Pflegekasse hohe Leistungen zahlt - und damit den lachenden Erben (die sich kaum um die Alten kümmern) das Erbe "schont"? Ich könnte es jedenfalls!
  •  23-04-2008, 12:48 16499 Antwort zu 16479

    Realist:
    Es gibt in unserer Gesellschaft keeine Altersarmut. Man hat den Begriff mehr oder weniger willkürlich definiert! Er wird nun benutzt, um Stimmungen zu machen.

    derzeit ist es noch eine Randerscheinung, aber es ist schon deutlich zu spüren, daß die Kaufkraft der Rentner nachläßt. Es ist wie in der gesamten Gesellschaft - eine starke Polarisierung zwischen sehr arm und sehr reich. Dazwischen wird es immer weniger. Wer sein Leben lang nur gearbeitet hat gehört künftig mehrheitlich zur Kategorie arm (was glauben sie, wie die renten der im Niedriglohnbereich beschäftigten aussehen wertden, und da verschönert der Staat das Bild schon auf Kosten der Mittelschicht).
    Politiker, Beamte, und sehr gut verdienende insbesondere ohne Kinder werden zu reich gehören.

    Ich selbst habe zwei Kinder - bin sehr glücklich mit Ihnen. Zur Zeit zahle ich ca.1200€ monatlich für Studium - Bafög ist nicht. Was glauben sie was da zur Rentenvorsorge bleibt?? Ich werde trotz meines Einkommens später zu eher arm gehören.
    Die Altersarmut kommt erst noch.

    Das Problem des ganzen ist doch, daß sich die Menschen selbst am Zopf aus dem Sumpf ziehen sollen. Die Rente müßte zu weitaus größeren Teilen aus nicht Nichtlohneinkünften finanziert werden. Die Gewinner dieser Gesllschaft, die auf deren Kosten leben mußten viel mehr an der Altersvorsorge derer beteiligt werden, auf deren Kosten sie leben.
    Insbesondere denke ich auch an Beamte. Nichts einzahlen und dann beim Steuerzahler schlauchen !!

    Und dann kann es natürlich nicht sein, daß für einen, der noch nie gearbeitet hat, der Staat Rentenbeiträge bezahlt. Wie kann es sein, daß ein 20jähriger Hartz4-Empfänger der nicht arbeiten will vom Steuerzahler den Beitrag für Riester geschenkt bekommt??????

    Denkerist 23.04.08 12.49
  •  23-04-2008, 14:44 16504 Antwort zu 16499

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    2,5 % der Rentner gelten heute als armutsbedroht. Bei den Kindern sind 17 % von Armut bedroht!

    Na dann mal ran und kräftige Rentenanhebung! Die Kinder werden es bezahlen - wie üblich jubilieren die Kinderlosen und diee Alten!!!

  •  24-04-2008, 15:25 16563 Antwort zu 16499



    "Die Gewinner dieser Gesllschaft, die auf deren Kosten leben mußten viel mehr an der Altersvorsorge derer beteiligt werden, auf deren Kosten sie leben. "

    So ist es: in der Schweiz zahlen auch Multimillionäre entsprechend Ihres Einkommen, erhalten daraus aber
    trotzdem nur eine Grundrente von staatlicher Seite. Reiche werden also stark einbezogen ins Sytem.

    "Insbesondere denke ich auch an Beamte. Nichts einzahlen und dann beim Steuerzahler schlauchen !! "

    Ist mir auch unverständlich, wie das so lange gehen kann, die Beträge die da auf uns zukommen sind ein
    Klacks verglichen mit der geplantenn Rentenerhöhung für Nicht- Beamte.

    Heute zum Thema:


    DeutschlandRadio: Kultur Wortwechsel, 24.4.2008, 19.07 Uhr: "Schutz vor Armut im Alter - Wie gerecht ist unser Rentensystem?"

    Für eine gute Qualität der Diskkusion ud Tielnehnmer (SPD, CDU, Gewerkschaftvertreter kann ich natürtlich nicht garantieren.
  •  25-04-2008, 11:52 16596 Antwort zu 16499

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    @ Denkerist 23.04.08 12.49

    Okay, so kann man das sehen. Es ist ja gerade das Problem, dass man alles auf die Kinder abzuwälzen versucht.

    Nebenbei zahlt der Staat rund ein Drittel der gesetzlichen Renten aus Steuermitteln (insgesamt 80.000.000.000 € pro Jahr)!
    Beamte leisten ihren Beitrag in der Form von Gehaltsverzicht (Bruttogeälter sind geringer). Der Staat macht eine Art "Selbstversicherung". Er spart heute (Brutto-)Gehaltszahlungen ein und bedient dafür später die Penionen. Problem daran: Er veruntreut das eingesparte Gehalt regelrecht und bildet keinerlei Rücklagen!

  •  29-04-2008, 12:44 16754 Antwort zu 16438



    Auch die prvate Altersvorsorge ist durch die Subrime-Krsie kräftig unter die Räder geraten:
    In der Schweiz mussten die Pensionskassen einen herben Verlust von rund 35 Mrd SFr
    hinnehmen. Als Folge wurden- wie in DE z.B auch schon vor Jahren - die Mindestverzinsungen
    ruckzuck angepasst. Cool, die arroganten Finanzfzzies spekulieren wild rum und wenn es schief geht, muss die Politik
    anrücken und Schadensbegrenzung anordnen- für die Banken natürlich- der Schaden verbleibt ja beim Ansparer.

    Soviel zur lukrativen privaten Altersvorsorge.

    http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=948A7CDF-1422-0CEF-70629DC2D1FD2ED4
  •  29-04-2008, 16:22 16763 Antwort zu 16596

    Realist:
    ......... bildet keinerlei Rücklagen!


    Der Staat, der das gesamte Vermögen an Sozialabzocker verteilt, hat keine Rücklagen und kann damit solche nicht zinsbringend anlegen. Insofern muss man den privaten Anlegern dankbar sein. Da wird Privatvorsorge (kapitalgedeckt) vorgenommen. Und wenn mal etwas schief geht (z.B. Zinsrückgang, Kursrückgang, dann hat sich das bisher in Folgejahren fast immer locker ausgeglichen.

    Dank guter Anlagestrategien können die Anleger ruhig schlafen!

  •  29-04-2008, 17:52 16774 Antwort zu 16763



    "Der Staat, der das gesamte Vermögen an Sozialabzocker verteilt, ..."

    Genau, an Vermögende und Großkapital.

    " Da wird Privatvorsorge (kapitalgedeckt) vorgenommen."

    Von denen , die es sich leisten können, weil vom Staat unverhältnismässig hoch begünstigt.
    Hinterher wird es dann alle in Rechnung gestellt, denen, die ihre Steuern nicht drücken können
    natürlich am meisten.

    " Und wenn mal etwas schief geht..."

    ...dürfen alle zahlen, siehe IKB und Co. Allerdings am meisten zahlen...siehe oben.

    "Dank guter Anlagestrategien können die Anleger ruhig schlafen!"

    Ruhig schlafen können nur die 20 % der bevölkerung, die 80% des Vermögens innehaben,
    Tendenz steigend. Aber das legt sich dann auch irgendwann.