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Beckstein und Huber die Unwissenden in Sachen BayernLB Verlust?
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09-05-2008, 23:57 |
Wahrscheinlich haben die beiden bayerischen Spitzenpolitiker den Vorständen der Bayern LB gesagt:
"Sie dürfen jederzeit zu mir kommen - hauptsache Sie haben gute Neuigkeiten und Gewinne im Paket." - über Verluste wollten die beiden Schlaumeier nichts wissen.
Aber hatten wir nicht schon einmal mit dem selben Institut - hier die BayernLB nicht auch schon einen Skandal um riskante Geschäfte? - musste da nicht der damalige Minister Sauter gehen (warum eigentlich - er hat beteuert, dass er auch nichts gewusst hat).
Über die gegenwärtige Schwäche der CSU wird viel gerätselt. Einen nicht unerheblichen Beitrag zur Aufklärung hat am Freitag der bayerische Ministerpräsident Beckstein geleistet, indem er in gewohnter Freimütigkeit, ja Lässigkeit auf Vorwürfe der Opposition antwortete, die Landesregierung habe zu lange zu Belastungen der Landesbank durch die Kreditmarktkrise geschwiegen.
Anfang September vergangenen Jahres habe der damalige Finanzminister Faltlhauser die Haushaltspolitiker der Landtagsfraktionen über die Situation der Landesbank informiert. „Das bedeutet, dass sie damals mehr Informationen hatten als ich als Innenminister“, sagte Beckstein der „Passauer Neuen Presse.“
Verschwiegener Verwaltungsrat
Beckstein saß zur fraglichen Zeit kraft seines Regierungsamts nicht nur im Verwaltungsrat der Landesbank; er war auch schon von der CSU-Landtagsfraktion als Ministerpräsident nominiert worden. An einer Sondersitzung des Verwaltungsrat am 29. August 2007, in der Belastungen durch die Kreditmarktkrise erörtert wurden, hatte er zwar nicht teilgenommen.
Wie schätzen Sie das Vorgehen der CSU und vor allem der Führungsriege (Huber, Beckstein u. Co.) ein?
a) Eigentlich finde ich es mutig sich den Anschuldigungen zu stellen und zuzugeben, dass man nichts gewusst hat. Ich glaube den beiden Herren - sie sind ja auch Regierungsmitglieder einer christlichen Partei.
b) Wahrscheinlich haben sie schon etwas geahnt - aber was hätten sie tun sollen? Gleich den Laden dicht machen wie z.B. bei der Hofer Schmidt-Bank? Das hätte zu große Wellen in der Finanzwelt geschlagen. - wenn es noch schlimmer von den Finanzmärkten kommt müssen sie vielleicht sogar die Landesbank zwangsverkaufen (BaFin). Wünschen würde ich es ihr nicht - es vernichtet zu viel Geld und bringt Bayern in Mißkredit.
c) Ich glaube die beiden Schlawiner wussten mehr als sie zugeben. Aber wegen fehlender Alternativen werden politisch keine Konsequenzen gezogen. Die Landtagsfraktion und auch der Wähler bei der Landtagswahl wird weiterhin das kleinere Übel wählen (schauen Sie sich die Konstellation der bay. SPD an - da mag man sich manchmal wünschen, die Grünen führen die Landtags-Opposition zahlenmäßig an).
d) Lieber das Geld verspekuliert (bei der Landesbank) - als überdimensionierte Investitionen (die Kosten meist mehr Investitionsfolgekosten). Wir dürfen so oder so in nächster Zeit als Bürger den Gürtel enger schnallen.
e) Kein Kommentar.
Lieber3103
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10-05-2008, 0:19 |
Mein lieber Lieber,
wissen Sie eigentlich was die Subprime-Krise ist? Amerikanische "Pfandbriefe", also Hypothekenschuldverschreibungen sind in einem bisher ungeahnten Ausmaß abgestürzt und stürzen weiter. Pfandbriefe gelten aber in allen Volkswirtschaften als die sichersten (AAA-) Papiere.
Der Vorwurf der riskanten Spekulationen ist also Unsinn.
Wenn selbst gestandene, erfahrene Banker das wahre Ausmaß der Krise- die durch unqualifiziertes Gequatsche von Medien so angeheizt wurde, daß eine Panik entstand - erst im Herbst erkannt haben, konnten bayerische Politiker mit Sicherheit nicht im August die Krise erkennen.
Oder glauben Sie, daß die Herren Huber, Beckstein und Co. in Finanzdingen schlauer sind als Banker der Deutschen Bank, der UBS oder der großen amerikanischen Banken?
Und glauben Sie, daß Herr Maget nun den Amerikanern auf seiner USA-Reise beibringen kann wie eine Bank zu führen ist. Er kann ja noch nicht mal eine politische Partei führen.
So werden Sie, lieber Lieber, keine bayerischen Wähler der SPD zuführen.
Insofern gilt für Ihren Beitrag: Si tacuisses, philosophus mansisses
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11-05-2008, 22:40 |
Lieber Baeckerbullerjahn:
Sie haben in einem Punkt Recht - es gab die Subprime-Krise und sie hat nicht nur die BayernLB, sondern auch die SachsenLB, die UBS, City Bank u.a. hart getroffen.
Aber: Welche Aufgabe hat eine Landesbank? Eigentlich doch die heimische Wirtschaft mit Geld zu versorgen - oder? Was macht dann eine Landesbank mit Krediten in Amerika?
Die Entscheidende Frage ist ja eine andere: Warum hat man den Steuerzahler - der anders als bei der Deutschen Bank, der City Bank oder der UBS für den Schaden aufkommen muss - nicht gleich mit den ganzen Fakten konfrontiert?
Und welche Funktion haben eigentlich die politischen Aufsichtsgremien von Landesbanken - wenn sie das ganze Desaster (wissen Sie wieviel mehr als 4 Milliarden Euro ist? - man könnte wahrscheinlich ohne Weiteres den Transrapid bauen - trotz Finanzrisiken). Wenn diese "Wertberichtigung" tatsächlich als Verlust anfallen sollte werden viele Sparkassen in Bayern aufgeben und der Freistaat seine Investitionsquote massiv einschränken müssen. Das sind die Fakten (übrigens bin ich auch kein Fan von Hr. Maget - er hört ja nach der nächsten Wahl sowieso auf).
Ich will auch nicht zu viel "nachkarteln" - aber die Frage ist doch erlaubt: Was macht unsere Landesregierung, damit solche Risiken in Zukunft nicht mehr bei der BayernLB entstehen? Hatten wir mit Bauherrenmodellen und Immobiliengeschäften nicht schon einmal massive Risiken auf die Landesbank geladen (Hr. Sauter musste als Sündenbock damals seinen Hut nehmen). Heute haben wir neben der Subprimekrise bei der Landesbank noch die Frage - ist das Engagement in Osteuropa (Staaten des ehem. Jugoslawien) wirklich günstig, oder verbergen sich hinter diesem Engagement nicht auch zu hohe Risiken? Die vielleicht nächstes Jahr zu Wertberichtigungen führen könnten (bei weiteren 4 Milliarden Risiken/Wertberichtigungen) wird es auch für den bay. Landeshaushalt existenziell!
Also - ich will nur reinen Wein eingeschenkt haben und nicht für dumm verkauft werden - dann kann man diese Verluste politisch nach einer Zeit auch wieder vergessen.
Lieber3103
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11-05-2008, 23:45 |
@ Lieber
"Aber: Welche Aufgabe hat eine Landesbank? Eigentlich doch die heimische Wirtschaft mit Geld zu versorgen - oder? Was macht dann eine Landesbank mit Krediten in Amerika? "
Dies ist tatsächlich eine Frage, die auch ich stelle.
Aber Ihr Vorwurf lautete doch, daß die Herren Politiker nicht bereits im August die Risiken offengelegt hätten. Und das konnten sie nicht.
Zusätzlich müßte man, wenn schon, Herrn Stoiber und den inzwischen abgelösten Bankvorständen Vorwürfe machen.
Das ist doch das Schöne bei Politikern und angestellten Managern. Man tauscht sie aus und schon sind die neuen Verantwortlichen aus dem Schneider und die Abgelösten sind versorgt.
Der Mittelständler ist bankrott, der Politiker und Manager gehen mit hoher Abfindung in den Ruhestand.
Hat er ja aufgrund seiner hohen Verantwortung doch wohl auch verdient. Er sorgte sich ja um das Gemeinwohl, der selbständige Unternehmer aber nur für das eigene Wohl. ,-(
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16-05-2008, 13:09 |
Dem Beitrag von Lieer3103 möchte ich mich in vollem Umfang anschließen. Ich mochte sicherlich Herrn Stoiber nicht besonders gern; in Anbetracht dessen, was insbesondere von Herrn Huber abgeliefert wird, muß man zur Kenntnis nehmen, daß mit dem Weggang von Herrn Stoiber aus der Staatskanzlei ein intellektuelles Vakuum, verbunden mit den entsprechenden Konsequenzen für Bürger und Steuerzahler, entstanden ist. Aber: Wahltag ist Zahltag.
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