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Wann kommt Ihrer Meinung nach der private Konsum in D wieder in Schwung?
Letzter Beitrag 18-05-2008, 14:25 von Wu-Fu. 8 Antworten.
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15-05-2008, 18:57 |
Seit Jahren fällt der private Konsum als Wirtschaftsmotor in Deutschland aus. In anderen Ländern wie Irland, Spanien oder Russland kennen die Konsumausgaben die letzten Jahre nur eine Richtung - Wachstum, Wachstum, Wachstum.
Trotz der Erfolge im Export und in der Investitionsgüterindustrie leidet die deutsche Wirtschaft unter der schwachen Binnenkonjunktur.
Was ist der Grund? Ist es "Angstsparen" - oder sind es die "teuren Preise" - die die Deutschen vom Konsum abhalten?
Ich glaube, der private Konsum wird sich in den nächsten Jahren, .... entwickeln:
a) weiter rückläufige Umsätze vermelden,
b) auch bei einem Wirtschaftswachstum konstant halten, da die Preise für die Produkte des täglichen Bedarfs (Energie, Benzin, Lebensmittel) steigen. Der Konsument hat nach Abzug der Fixkosten keinen Spielraum mehr
c) langsam anziehen - die Deutschen werden in den nächsten Jahren die Generation der Erben - das bringt Geld in die Kassen der jüngeren Generationen - und dieses Geld will ausgegeben werden,
d) wird kräftig steigen - trotz der Unkenrufe werden wir in D in den nächsten Jahren ein stabiles Wachstum bekommen. Der Abbau der Arbeitslosigkeit und die Zunahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse schafft Kaufkraft - wir werden also eine Zunahme des privaten Konsums erleben.
e) es kommt drauf an: a) wie sich die Konjunktur und damit die Arbeitslosigkeit entwickelt, b) welche Preisentwicklung Energie und Lebensmittel haben und c) wie dienstleistungsorientiert die deutschen Einzelhändler sind/werden (Kauflust statt Kauffrust).
f) Ich habe eine andere Einschätzung: Nämlich ...
g) Keine Ahnung.
i) Kein Interesse.
Lieber3103
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16-05-2008, 12:25 |
a) Woher sollen denn die Konsumenten kommen (Demographie). Es ist nicht möglich bei rückläufiger Kopfzahl der Erwerbstätigen das für den Konsum verfügbare Einkommen zu erhöhen, wenn die Qualität der Arbeit (bzw. der wertschöpfende Tätigkeiten) dieser Erwerbstätigen nicht überdurchschnittlich ansteigt.
Lassen Sie sich nicht von den hochvolatilen Quartalszahlen der Einzelhandelsindikatoren täuschen...
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16-05-2008, 16:53 |
@ Wu-Fu:
Das Problem ist meiner meinung nach die abnehmende Zahl der Deutschen, sondern dass der Durchschnittsbürger immer weniger Netto in der Tasche hat. Das ist die Realität 2008. Es gibt natürlich Reiche, die können jedoch ihr Geld gar nicht ausgeben (soviel wie die haben).
Aber vielleicht kommt ja jetzt der Aufschwung für die Masse.
Lieber3103
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16-05-2008, 19:05 |
@ Lieer3103
Nein ich glaube nicht, daß das sinkende Durchschnittseinkommen allein die Hauptursache ist, sondern die Überalterung unserer Gesellschaft.
Wofür soll ein alter Mensch noch Geld ausgeben? Für Versorgung, aber bestimmt nicht für Konsum. Im Alter durchschaut man die Verkaufspsychologie der einfach gestrickten Verkaufsstrategien, auf die ein junger oder schlicht gestrickter Mensch hereinfällt.
Gerne erinnere ich mich an den protestierenden Ausruf einer lang verstorbenen Tante, die sich entrüstete, daß Nobelfirmen iihre Labes sichtbar an ihren Produkten anbrachten: "Warum soll ich für Firmen Reklame laufen?" Heute muß ich ihr Recht geben. Warum denn?
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17-05-2008, 22:35 |
@ Baeckerbullerjahn:
Die Frage muss anders lauten; nicht wofür soll ein alter Mensch noch Geld ausgeben?
sondern:
Wieviel bleibt dem Durchschnittsrentner noch als frei verfügbare Masse - man darf nicht vergesser er hat Netto ca. 30 % weniger als aktiver Beschäftigter.
Und das Geld was der Deutsche Michl an der Tankstelle, mit seiner Strom- und Abwasser- u. Müllrechnung ausgibt - fließt natürlich n i c h t mehr in den Konsum.
Daneben müssen ältere Menschen einen Teil ihrer Einkünfte für die Gesundheit bzw. die Pflege aufwenden - auch dies geht dem Konsum verloren. In einem Punkt muss ich Ihnen jedoch Recht geben - in Deutschland gibt es zu wenig attraktive Angebote für ältere Menschen. Die bisherige Werbung und auch die Durchschnittsprodukte sprechen diese Zielgruppe zu wenig an.
Lieber3103
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18-05-2008, 11:35 |
@ Baeckerbullerjahn
"............die sich entrüstete, daß Nobelfirmen iihre Labes sichtbar an ihren Produkten anbrachten: "Warum soll ich für Firmen Reklame laufen?" Heute muß ich ihr Recht geben. Warum denn?"
Das frage ich mich auch. Heute ist es ein Teil unserer "Kultur". In bestimmten Kreisen der Bevölkerung ist man erst angezogen oder gilt etwas, wenn man Markenklamotten trägt. In Schulen z.B. ist das die "Wertskala" eines Schülers.
jens.muche@t-online.de
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18-05-2008, 11:38 |
Neben den sinkenden Netto-Einkommen durch Tarif-Null- oder Fast-Null-Runden und den steigenden "Muß"-Ausgaben
für Gas, Sprit, Lebensmittel, MwSt etc. spielt für die miese Binnennachfrage die Psychologie eine Rolle.
Die ständige Diskussion über Renten, über dringend nötige Eigenleistungen dazu und die täglichen Meldungen
über Entlassungen in Konzernen ( Nokia & Co.) rufen Ängste hervor und diese Ängste führen bei denen, die
"immer noch" Geld ausgeben können, zu Zurückhaltung auf breiter Front.
Der Handel selbst sorgt kräftig für Unglaubwürdigkeit, wenn er Artikel (primär Non-Food) mit 40 oder 50%
Rabatt anbietet - auch eine Art Verunsicherung ("ob das noch was taugen kann?..).
Was mit der Umstellung auf den Euro begann, wird mit der jetzigen Teuerungswelle incl. MwSt.-Erhöhung
fortgesetzt, der Marsch durch das tiefe Tal der Binnennachfrage.
HH
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18-05-2008, 11:57 |
@ Lieber3103
"Daneben müssen ältere Menschen einen Teil ihrer Einkünfte für die Gesundheit bzw. die Pflege aufwenden........."
Wenn sie noch in der Lage sind ihren eigenen Haushalt zu führen, geben sie einen Teil ihres Geldes für Pflege aus, sollten sie in einem Pflegeheim untergebracht sein, bekommen sie ein Taschengeld für persönliches, von dem in den meisten Fällen auch noch die Rezeptgebühren gezahlt werden müssen. Den Rest kassiert die Pflegeeinrichtung. Die Rente oder Pension des Durchschnittsrentners oder Durchschnittspensionärs reicht nicht für die Unterbringung in einer solchen Einrichtung.
".......in Deutschland gibt es zu wenig attraktive Angebote für ältere Menschen."
War wäre Ihrer Meinung nach ein "attraktives" Angebot für ältere Menschen? Wie und mit welchen Produkten/Dienstleistungen möchten Sie ältere Menschen bewerben, ab welchem Lebensalter ist man für Sie ein älterer Mensch?
Der private Konsum richtet sich doch nach den bezahlbaren Bedürfnissen eines Menschen. Sie kaufen doch nicht etwas, was Sie nicht brauchen, oder?
jens.muche@t-online.de
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18-05-2008, 14:25 |
Ich sehe die Diskussion ist auf den zukunftsträchtigen Silver Market gestossen. Hier wird immer davon geredet wofür die älteren Damen und Herren Geld aus geben. Erstens, das Geld stammt nicht aus aktuellen Einkünften aus Arbeit und muss daher von irgendwelchen Gesparten kommen oder irgendwer anders bezahlt aus lfd. Einkommen. Deutschland hat sich irgendwann in der 50ern für die letztere Option entschieden. D.h. es kommt auf die Steuereinnahmen und der Effizienz des Staates an, wieviel "Rente" ausgezahlt werden kann. Das Volumen des deutschen Silver Market wird primär durch den Staat bestimmt.
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