AW: Frühjahrsgutachten 2008 - geringes Wachstum (Export) schwächt sich weiter ab.

  •  19-04-2008, 10:04

    Merkwürdige Erkenntnisse um bizarre Mindestlohndebatte

    Angesichts der folgenden Informationen erhebt sich die Frage gefährdet ein allgemeiner flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 €/Std. Millionen von Arbeitsplätzen Konjunkturprognosen - Frühjahrsgutachten der Gemeinschaftsdiagnose oder würden nur wenige Arbeitnehmer Falsche Zahlen bei der Mindestlohn-Debatte von einen Mindestlohn in Höhe von 7,50 €/Std. profitieren?
    Fakt ist das die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die von Hartz IV leben mussten ist in 2007 auf 1.894.552 angestiegen. Hartz IV schon in jungen Jahren Die Kosten für den Arbeitsmarkt/Hartz IV steigen alleine im Haushaltsplan 2008 des Bundes (ohne Hartz IV Ausgaben der Kommunen) auf über 35 Mrd. Euro an.
    Die Hartz-IV-Gesamtausgaben des Bundes, die auch Mietzuschüsse und Verwaltungskosten umfassen, könnten daher in etwa im Rahmen der veranschlagten knapp 35 Milliarden Euro bleiben.
    1 Euro Jobs Ausgenutzt und chancenlos - der Unsinn der Ein-Euro-Jobs und laut einer Studie vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen Weitere Zunahme der Niedriglohnbeschäftigung: 2006 bereits rund 6,5 Millionen Beschäftigte betroffen.
    Im Durchschnitt verdienten die Niedriglohnbeschäftigten 2006 in Westdeutschland 6,89 Euro und in Ostdeutschland 4,86 Euro pro Stunde. Insgesamt sind in Deutschland demnach rund 6,5 Millionen Menschen im Niedriglohnsektor tätig - fast so viele wie in den USA, wo der Anteil der Geringverdiener bei rund 25 Prozent liegt.

    Zusammenfassung:

    Das Frühjahrsgutachten der Gemeinschaftsdiagnose befürchtet durch einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn (7,50 €/Std.) einen massiven Arbeitsplatzabbau Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte des DIW meint das von einen Mindestlohn von 7,50 €/Std nur wenige betroffen wären.
    Die Zahl der Niedriglohnbeschäftigung stieg 2006 bereits auf rund 6,5 Millionen Beschäftigte an. Viele 1 Euro Jobber fühlen sich ausgenutzt und chancenlos und die multimedial verkündete Abnahme der Arbeitslosigkeit wirkt sich kaum auf die Kinderarmut und Familienarmut aus.

    Was sollte den aufmerksamen Leser bei dieser Meldungsübersicht zu denken geben?

    Die Quellen im Einzelnen:


    In den Frühjahrsgutachten der Gemeinschaftsdiagnose
    Frühjahr 2008 heißt es auf den Seiten 64 und 65


    …Die Größenordnung des Problems wird deutlich, wenn man die Stundenlohnsätze, die derzeit in Deutschland gezahlt werden, betrachtet. Mehr als 11%der Arbeitnehmer in Westdeutschland und mehr als 25%der Arbeitnehmer in Ostdeutschland dürften
    einen Stundenlohn von weniger als 7,50 Euro erhalten. Schätzungen zu Folge wären bei einem einheitlichen Mindestlohn von 7,50 Euro etwa 1,1 Millionen Personen arbeitslos, die derzeit zu einem geringeren Lohn beschäftigt sind.46 Dieser direkte Effekt ergibt sich, weil die Produktivität der betroffenen Arbeitnehmer niedriger ist als der diskutierte Mindestlohn. Indirekt beeinträchtigt ein hoher Mindestlohn die Beschäftigung, weil er dazu führt, dass der Anspruchslohn steigt. Denn der Verhandlungslohn eines Arbeitnehmers mit einer bestimmten Qualifikation hängt auch davon ab, wie hoch der Lohn in der nächst niedrigeren Qualifikationsstufe ist; letztlich hat der Lohn in der niedrigsten Qualifikationsstufe, also der Mindestlohn, einen Einfluss auf die Lohnhöhe in jeder Stufe. In der Folge steigen auch die Lohnansprüche der Arbeitnehmer mit höherer Qualifikation. Damit ist der Lohn in der Gesamtwirtschaft höher, als er sonst wäre, und die Beschäftigung ist entsprechend niedriger…

    http://www.ifw-kiel.de/wirtschaftspolitik/konjunkturprognosen/konjunkt/2008/gd08-01.pdf


    im Gegensatz dazu meint Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte DIW in der Kontraste Sendung vom vom 10. April 2008

    ….Tatsächlich sind es, so das DIW, 163.000 vollzeitbeschäftigte Aufstocker, die pro Stunde weniger als 7,50 € verdienen, die meisten davon Paare – Bedarfsgemeinschaften mit einem Vollzeitbeschäftigten.

    „Daneben gibt’s noch eine kleine Gruppe, das sind Alleinstehende, die dürften in der Regel nicht über 5 € pro Stunde bekommen und kriegen ALG II. Das ist aber eine verschwindend kleine Minderheit. Also ich würde sie auf höchstens 15.000 schätzen.“

    Am Ende bleiben laut DIW 15.000 vollzeitbeschäftigte, allein stehende Aufstocker, also die, die in keiner Bedarfsgemeinschaft leben. Ihr Lohn ist so niedrig, dass damit noch nicht einmal die einfachsten Lebensbedingungen bezahlt werden können. Doch darauf hat sich der Sozialstaat schon vor langer Zeit eingestellt.

    Falsche Zahlen bei der Mindestlohn-Debatte

    Rund 1,3 Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland müssen ihr niedriges Gehalt mit Arbeitslosengeld II aufstocken. Ein Skandal – sagen Politiker und Gewerkschafter und fordern auch deshalb einen allgemeinen Mindestlohn von 7,50 Euro die Stunde. Doch viele „Aufstocker“ würden davon gar nicht profitieren. Ihr Stundenlohn ist jetzt schon höher. Sie verdienen zu wenig, weil sie die Familie mit nur einem Gehalt versorgen müssen oder Teilzeit arbeiten. Höchstens 15.000 allein stehende Erwerbstätige sind es, die aufgrund eines zu geringen Stundenlohns nicht von ihrem Vollzeitjob leben können

    http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_7301182.html


    ...Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die von Hartz IV leben mussten, stieg nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit von 1.886.459 im Jahresdurchschnitt 2006 auf 1.894.552 im vergangenen Jahr.

    http://www.n-tv.de/Hartz_IV_schon_in_jungen_Jahren_Mehr_arme_Kinder/180420084614/950684.html



    Panorama vom 17. April 2008
    Ausgenutzt und chancenlos - der Unsinn der Ein-Euro-Jobs
    Günter Rauhut ist seit Juli 2007 arbeitslos. Im Dezember verpflichtete ihn die Arbeitsagentur zur Erfüllung eines sechsmonatigen Ein-Euro-Jobs - im Backofen Museum in Kloster Lehnin.
    Der studierte Elektrotechniker sollte die Anlage pflegen und Besuchergruppen führen. Nur: Es kamen gar keine Besucher ins Backofen Museum. "Der Job hat mir qualifikationsmäßig gar nichts gebracht und mich nur runter gezogen. Er war ein Abstellgleis", sagt Rauhut. "Ich möchte mir die Chance nicht nehmen lassen, in meinem Leben noch einmal richtig zu arbeiten."

    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2008/panoramaeineurojobs2.html


    Weitere Zunahme der Niedriglohnbeschäftigung:
    2006 bereits rund 6,5 Millionen Beschäftigte betroffen
    Auf den Punkt...

    Unter allen abhängig Beschäftigten liegt der Anteil von Niedriglöhnen (un-terhalb von zwei Dritteln des Medians) 2006 bei gut 22% – d.h. mehr als je-de/r Fünfte ist gering bezahlt.

    Gegenüber 1995 ist der Niedriglohnanteil in Deutschland damit um gut 43% gestiegen.

    Der durchschnittliche Stundenlohn der Niedriglohnbeziehenden ist seit 2004 gesunken, während er in den Vorjahren gestiegen ist.

    Überdurchschnittlich betroffen von Niedriglöhnen sind insbesondere Mini-jobber/innen, Jüngere, gering Qualifizierte, Ausländer/innen und Frauen.

    Der Anteil von Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung am Niedriglohnbereich ist von 58,6% (1995) auf 67,5% (2006) deutlich gestiegen.

    Im internationalen Vergleich hat Deutschland inzwischen einen hohen Anteil von Niedriglöhnen und eine fast beispiellose Ausdifferenzierung des Lohn-spektrums nach unten.

    http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2008/report2008-01.pdf



    Der Abbau der Arbeitslosigkeit um 1,7 Millionen Personen, der suggerierte Erfolg der Hartz IV Reform, der vor wenigen Tagen in fast allen Medien gleichlautend verkündet wurde hat also eine sehr hohen Preis.

    - Millionen Niedrigstlohnjobs
    - Kinder und Familienarmut
    - Hohe Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler


    CDU sieht beim Arbeitslosengeld II Milliardenloch - Donnerstag, 10. April 2008, 15:03 Uhr

    Heute lese ich das die CDU beim Arbeitslosengeld II Milliardenloch von rund 2 Milliarden Euro befürchtet. Das durch Umschichtung innerhalb der Hartz IV Ausgaben gestopft werden soll.

    Meine Frage an die "Experten" im Forum, ich bin verwirrt, was entspricht nun der Wahrheit das die Zahl der Arbeitslosen dank Hartz IV um 1,7 Millionen gesunken ist oder das die Kosten von Hartz IV wie in den Jahren zuvor aus den Ruder laufen?

    Schon 2005 hatte das neu eingeführte ALG II alle zuvor gesetzten Rahmen gesprengt: Insgesamt stiegen die Ausgaben für die Unterstützung 2005 auf insgesamt rund 22,4 Milliarden Euro. Ursprünglich hatte der Bund mit etwa 14 Milliarden Euro gerechnet.

    ...die im Bundeshaushalt 2006 für ALG II vorgesehene Summe von 24,4 Milliarden Euro um bis zu vier bis fünf Milliarden Euro überschritten zu werden...

    Seite 15 - 3.2.1.2 Arbeitsmarkt
    ...Für die Grundsicherung für Arbeitsuchende sind im Jahr 2007 insgesamt rd. 33,6 Mrd. € vorgesehen....



    Die Hartz-IV-Gesamtausgaben des Bundes, die auch Mietzuschüsse und Verwaltungskosten umfassen, könnten daher in etwa im Rahmen der veranschlagten knapp 35 Milliarden Euro bleiben.

    Die Kosten für die "Erfolge" der Hartz IV Reform steigen augenscheinlich von Jahr zu Jahr an
    Jene die aufrecht gehen, werden nur historisch hoch angesehen.
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