Ein Sabbatical für Jeden?

Letzter Beitrag 08-04-2008, 2:36 von Peter109. 3 Antworten.
Beiträge sortieren:
  •  15-03-2008, 10:04 14686

    Das Berufsleben wird immer härter - gerade im mittleren oder gehobenen Management. Einerseits muss sich jeder seinen eigenen Aufstieg innerhalb des Unternehmens erkämpfen, anderseits heisst es auch mit dem Wettbewerb um Marktanteile oder Renditevorsprünge zu ringen.

    Da bleiben drei wesentliche Faktoren für den Einzelnen meist auf der Strecke:

    a) die Familie bzw. die Freundschaften - leider finden Manager zu wenig Zeit für sich selbst,

    b) die Weiterbildung - wenn man nur in der Tretmühle des Alltags "schuftet" fehlt einem die Energie und Zeit um sich persönlich und fachlich auf anderen Gebieten weiterzubilden,

    c) seine eigene Gesundheit - bei einem "normalen Arbeitstag" zwischen 10 und 14 Stunden und sechs Tage in der Woche kommt auch das persönliche Wohlbefinden oft zu kurz.

    Beratungsunternehmen aus den USA oder anderen europäischen Ländern bieten es ihren Mitarbeitern schon länger an - die bewusste Auszeit - das Sabbatical. Viele bei uns haben noch die Angst - nach der persönlichen Auszeit - auf einem Stuhl im Gang des Untenehmens zu sitzen, aber die Vorteile dieser Möglichkeit wieder neue Energie zu tanken wird von immer mehr Managern erkannt. Es profitieren eigentlich drei Gruppen von diesem Angebot. Die Mitarbeiter, die ihre "Batterien" wieder auflagen und so ihr persönliches Gleichgewicht finden können, die Unternehmen die sowohl vor dem Sabbatjahr einen motivierteren Mitarbeiter und vor allem nach dem Sabbatjahr einen fitteren Mitarbeiter haben und auch mögliche "Ersatzkräfte" die für eine bestimmte Frist als Ersatz für den Urlaubenden einen Arbeitsplatz gefunden haben.

    Glauben Sie, dass sich das Sabbatjahr auch bei deutschen Managern in Zukunft mehr durchsetzen wird?

    a) Ich glaube schon - die Erfolge in Amerika und in anderen Bereichen zeigen die Vorteile für alle Seiten.

    b) Nein, bisher ist dies ein Nischenangebot für "Exoten" - vielleicht im Zusammenhang mit einem "Erziehungsjahr für Väter" könnte die Anzahl steigen - aber einen Trend erkenne ich nicht.

    c) Interessante Variante - aber diese Vorteile müssten sich sowohl bei Unternehmern, als auch bei Managern noch mehr herumsprechen.

    d) Dieses Thema ist z.Zt bei mir nicht auf der Agenda.

  •  16-03-2008, 8:45 14701 Antwort zu 14686

    Ich würde mir auch mal ein "Sabbatical-Jahr" wünschen - Voraussetzung ich habe vorher das nötige Kleingeld beisammen, auf ein Jahresgehalt zu verzichten.

    Das ist der springende Punkt. Ein Sabbatical funktioniert nur dann, wenn Unternehmen ihren Mitarbeiter "Lebensarbeitszeitkonten" einrichten und die "Überstunden" auf diesen Konten geparkt werden. Dann kann man in der Freistellungsphase diese "Ansparbeträge an Zeit" aufbrauchen und erhält trotzdem noch sein reguläres Gehalt. Dies wird in der Praxis bei Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Fall sein, die ihre Mitarbeiter auf das Steuerberaterexamen vorbereiten wollen. Auch bei dem einen oder anderen Unternehmensberater, der sich in dieser Zeit weiterbildet oder einfach mal die Welt erkundet (er hat vorher für das nötige Kleingeld gesorgt).

    Aber vielleicht sprechen sich noch mehr Unternehmen für ein Lebensarbeitszeitkonto mit möglicher Sabbatical aus, wenn sie ihre unternehmerischen Erfolge unterstützt sehen. Wenn wir in Deutschland tatsächlich ein starken Fachkräftemangel (in spätestens 10 Jahren) bekommen - sind diese Incentives für Mitarbeiter vielleicht entscheidend für die Personalaquise (heute jedoch noch Zukunftsmusik).
    Lieber3103
  •  16-03-2008, 13:22 14708 Antwort zu 14686

    HelgeHa ist nicht online. Letztmals aktiv: 04-09-2008, 17:27 HelgeHa
    Top 25 Mitwirkender Registriert am 30-08-2007 Beiträge 424
    Meiner Ansicht nach trifft " b) " zu.
    Eine Managerin oder ein Manager bzw. alle Angestellten und Selbsständigen in "gehobenen" Stellungen sollten in
    der Lage sein, ohne so ein "Sabbatjahr" Energie zu tanken und ihr persönliches Gleichgewicht zu finden.
    Die zitierten 10 bis 14 Arbeitsstunden an 6 Wochentagen sind sehr oft einfach unnötig. Viele 'Manager' glauben
    einfach, daß sie nach 8 oder 9 Std. Arbeit garnicht den Arbeitstag beenden können und ein schlechtes Gewissen
    bekommen, wenn sie einmal um 17 Uhr nach Hause fahren (würden). Es fehlt auch vielen 'Managern' der Ebene
    unter den Vorstandsmitgliedern der Mut, einfach mittags mit einer vorzubereitenden Präsentation für den Folgetag
    nach Hause zu fahren, weil nur dort die nötige Konzentration auf diesen Part gegeben ist. Richtig daran arbeiten kann
    er in der Firma erst, wenn die Büros nach normaler Arbeitszeit leer sind, und so sitzt er dann bis 20 Uhr und länger
    in der Firma. Sicher, er kann kaum nein zu immer wieder kurzfristig stattfindenden "Meetings" sagen, aber er muß nicht
    tagtäglich 14 Stunden arbeiten und ebensowenig am Samstag für die Firma da sein. Da kann er dann "auftanken" und
    abschalten ..
    Noch einmal zu den "Meetings" - ich habe vor einiger Zeit einen hübschen Spruch dazu gelesen:
    " Losers have meetings - winners have parties " ..

    HH
  •  08-04-2008, 2:36 15769 Antwort zu 14708

    Peter109 ist nicht online. Letztmals aktiv: 18-04-2008, 19:50 Peter109
    Top 50 Mitwirkender Registriert am 29-12-2007 Beiträge 40
    a)

    Hallo Helgeha,

    kann nur sagen, daß sich Unternehmen nach frischen Leuten die Finger ablecken..

    Natürlich kannst Du Deine Parties trotzdem haben..

    Best of...