Wann kommen endlich Gen-Medikamente auf den deutschen Markt?

Letzter Beitrag 10-04-2008, 10:33 von benz. 3 Antworten.
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  •  15-03-2008, 11:51 14688

    Natürlich ist die Genforschung umstritten - aber sie ermöglicht auch gute Heilungschancen für schwere Krankheiten.

    Im letzten Jahrzehnt sind weltweit zig-Milliarden in die Forschung von Genmedikamente geflossen. Man wollte mit diesen Präparaten Medikamente gegen Aids, Krebs, Malaria, MS oder andere bisher unheilbare Krankheiten auf den Markt bringen. Die Investoren haben in der Anfangsphase der meist kleinen Start-Up Unternehmen enorme Summen an Venture Capital investiert - es war klar, Forschung gerade im medizinischen Bereich kostet viel Geld, dauert lang und ist mit einem enormen Erfolgsrisiko behaftet.

    Aber müssten nicht bald die Forschungsergebnisse sich in neuen Präparaten auszeichnen? Wann ist es soweit, dass uns diese Forschungsaufwendungen neue Produkte bescheren, die tatsächlich schwere Krankheiten besiegen?

    Sind die Erfolge weltweit in diesem Segment so mager - oder haben uns amerikanische, andere europäische und/oder asiatische Labors abgehängt?

    Was ist Ihre Meinung zu Genmedikamenten?

    a) Ich lehne grundsätzlich die Genforschung ab. Wenn es sich zudem nicht einmal wirtschaftlich rechnet werden die Unternehmen wieder diese Art von Forschung einstellen.

    b) Unsere ristrikten Gesetze in De lassen eine Freiheit gar nicht zu. Daher sind tatsächlich amerikanische und asiatische Unternehmen weiter.

    c) Meiner Meinung nach stehen etliche Unternehmen vor der Einführung erster Gen-Medikamente. Dies wird in der Anfangsphase aber noch nicht so publik gemacht - erst bei einem durchschlagenden Erfolg.

    d) Ich habe erst kürzlich wieder in ein "Gen-Unternehmen" investiert - ich setze auf die Technik und diese Start-Ups - momentan ist die beste Zeit (keine zu große Euphorie und trotzdem eine gewisse Unternehmensreife).

    e) Keine Ahnung.


    Lieber3103
  •  15-03-2008, 13:01 14690 Antwort zu 14688

    Jonas ist nicht online. Letztmals aktiv: 27-06-2008, 19:16 Jonas
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 826
    Lieer3103:
    Natürlich ist die Genforschung umstritten - aber sie ermöglicht auch gute Heilungschancen für schwere Krankheiten.

    Das ist der Werbetext der Gen-Hersteller. Bisher gibt es aber keine funktionierenden Produkte. Wir sind beim Verständnis der Gentechnik noch ganz am Anfang.
    Jeder, der heute schon genmanipulierte Substanzen in die Umwelt entlässt, handelt grob fahrlässig, wenn nicht gar kriminell.
    Theoretisch bietet die Gentechnik ungeahnte Chancen, z.B. ein Samenkorn, das auf eine Wiese geworfen ein (Holz-)Haus mit Möbeln wachsen lässt.
    Praktisch gab es solche Chancen auch schon mal bei der Atomtechnik, man hat von Atos und Weltraumschiffen ohne Energiesorgen geträumt, und man hat sie aus Gier und Kriegsgelüsten komplett vergeigt.
    Gentechnik verwendet man heute, um durch beschleunigtes Vermehren biologisch Medikamente zu produzieren, aber das Medikament an sich ist noch kein maßkonfektioniertes Gentechnikprodukt. Und das ist gut so, denn wie man an Monsantos Round-Up-Ready Lebensmitteln sieht, ist Gentechnik kein Fortschritt.
    Monsanto hat als einziger Lieferant Pflanzen (Mais, Baumwolle) die resistent gegen den ebenfalls von Mansanto prozuzierten Pflanzenkiller Round-Up sind. Also ein Feld mit Round-Up einspruhen, alle Pflanzen sind tot, Gen-Mais pflanzen, und er wächst ohne Unkraut auf. Dummerweise sind die Erträge nicht besser, weil Round-Up-Ready Pflanzen nun empfindlicher auf andere Probleme reagieren. Aber für den Bauern ist es teurer, alleine der Kaufpreis von Round-Up ist die Hölle, und Round-Up-Ready Saatgut darf er nicht kostenlos selbst vermehren, sondern muss es ebenfalls teuer bei Monsanto einkaufen. Auf gut Deutsch: Diese erste Gen-Produkt ist ein Flop, in manchen Ländern hat ein Bauer aber schon keine Chance mehr, anderes Saatgut einzukaufen. Wir wissen nicht mal, welche Gefahren von Round-Up-Ready Produkten aus geht, weil wir die Auswirkungen der Manipuation noch überhaupt nicht kennen. Monsanto wird jedenfalls für Schäden nicht aufkommen, ebnsowenig wie sie bisher schon für die Schäden aufkommen, die vom Winde verwehtes Saatgut am Feld vom Nachbarbauern anrichtet. Wir brauchen unbedingt eine Haftung des Verursachenden, allerdings haben bestochene europäische Poiltiker vor ein paar Jahren genau diese abgeschafft.

    Wir müssen noch viel lernen, und magd as noch mehr Milliarden kosten, es ist KEIN Grund, heute schon unvollkommenes nur aus Gewinnsucht freizulassen.
  •  17-03-2008, 18:27 14813 Antwort zu 14688

    Ich sehe bei dieser Frage Licht und Schatten der Technik.

    Es ist klar, dass dieses Forschungsgebiet in Zukunft weltweit Ergebnisse bringt.

    Aber wissen wir schon die Risiken der Genforschung bzw. der Genprodukte? Bräuchten wir in Deutschland und Europa nicht vielmehr erst eine Aufklärung der Bevölkerung:

    a) Was heisst eigentlich "genveränderte Produkte"?

    b) Welche Risiken sind mit "Genprodukten" verbunden?

    c) Welche Erfolge z.B. Heilungserfolge erwartet sich die Forschung mit Hilfe der Genmedizin?

    d) Welche Regelungen gibt es in anderen Ländern, um die Risiken die mit dieser Forschung/Produktion einzudämmen?

    Wir sollten die Zeit nutzen, in der noch keine Produkte auf dem Markt sind, um dieses Thema intensiv zu diskutieren. Dies sind wir uns und der zukünftigen Generation schuldig!
  •  10-04-2008, 10:33 15912 Antwort zu 14688

    benz ist nicht online. Letztmals aktiv: 14-06-2008, 9:54 benz
    Top 75 Mitwirkender Registriert am 07-01-2008 Beiträge 16
    Die Gentechnik - zumindest auf dem Pharmasektor - hat sicher das Potential neue Wirkstoffe gegen eine Reihe von Erkrankungen, wie bei den Autoimmunerkrankungen in Ansätzen zusehen, zu entwickeln.
    Der Schuss geht aber auch teilweise nach hinten los: man findet immer mehr Polymorphismen, d.h. Genunterschiede in der Bevölkerung, die eine wesentliche Rolle in der Krankheitsentwicklung oder der Medikamentenwirksamkeit spielen (der erste bekannte Polymorphismus war das unterschiedliche Ansprechen auf INH, ein Anti-Tuberkulose-Präparat). Das erklärt zum Teil die Wirksamkeit - oder Nichtwirksamkeit von auf den Markt befindlichen Präparaten.
    Als logische Konsequenz müsste die Pharmaindustrie Milliarden investieren, um den Einsatz von Medikamenten zu differenzieren. Dies würde unter anderem die Umsätze bei vielen Präparaten sinken lassen. Daran hat - obwohl es für die Patienten enorm wichtig wäre - die Pharma verständlicherweise kein Interesse.