Zahnloser Tiger SEC

Letzter Beitrag 13-04-2008, 18:10 von websimultan. 3 Antworten.
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  •  10-04-2008, 21:04 15958

    Zahnloser Tiger SEC

    Von den vielen Fragen, die von der Finanzkrise aufgeworfen werden, brennt eine besonders unter den Nägeln: Wo war eigentlich die SEC? Die Finanzmarktpolizei hat viel von ihrem Biss verloren. Die Krise an den Kreditmärkten hat das offen gelegt. Eine E-Mail an christopher.cox@sec.gov.

    Was ist Ihre Meinung?

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  •  11-04-2008, 10:18 15965 Antwort zu 15958

    "Die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission hat im Ausland einen Ruf wie Donnerhall. Fragen Sie mal die Manager bei Siemens. Die bekommen sofort Herzklopfen, wenn sie die drei Buchstaben der Sheriffs von der Wall Street hören. Doch die inanzmarktpolizei hat viel von Ihrem Biss verloren."

    Könnte es nicht einfach sein, daß dort Chauvinisten sitzen und die Kapazität der Behörde von der Beobachtung ausländischer Firmen beansprucht wird?
    Da bleiben keine Kapazitäten die eigenen Unternehmen auch noch zu beobachten.
  •  11-04-2008, 19:15 15982 Antwort zu 15965

    Hersteller wie Siemens, AEG, BBC und MAN u.a. waren Mitanbieter zur GE für schlüsselfertige Kraftwerke, bereits vor 1959. Groß-Aufträge dieser Art weltweit, wurden öfter nach Amerika als in Europa plaziert, obwohl außerhalb der USA noch kostengünstig auf Dollarbasis kalkuliert werden konnte. Es war kein Geheimnis, daß GE vor Angebots-Eröffnungstermin die Fäden meistens bereits gezogen hatte.

    Falls es die 'Securities and Exange Commission' schon, oder andere Zuständigkeiten damals gegeben hat?, die Mitbewerber konnten nur ohnmächtig zuschauen. Nach dieser Zeit muß sich hier wohl nicht viel geändert haben. Wie scheinheilig jenseits des Atlantiks mit Siemens jedoch verfahren wird - haltet den Dieb - besagt schon einiges.

    "Könnte es nicht einfach sein, daß dort Chauvinisten sitzen..." - gewiß, da bin ich mir ziemlich sicher und nicht alles dabei vergessen.
    Wenn Geld nicht alles ist, so darf auch einer alleine nicht alles dürfen...
  •  13-04-2008, 18:10 16002 Antwort zu 15982

    "Könnte es nicht einfach sein, daß dort Chauvinistensitzen..." - gewiß, da bin ich mir ziemlich sicher und nicht alles ist vergessen:

    Als amerikanischer Chef des Finanzministeriums sagte Harry Dexter Withe 1973 aus Überzegung: "Wir haben nicht den Krieg gewonnen, um uns einer Horde Bankiers zu unterwerfen." Was war geschehen? Das Weltwährungssystem hatte ihre Metamorphose durchgemacht. Daß bis dahin auf goldhinterlegten Dollar gestützte Währungsystem auf Papier-Greenback umgestellt und die Weltwährung auf eine Dollar-Fokusierung zementiert. Alle anderen Staaten mußten sich in Bretton Woods daran ausrichten und das bis heute. Nur bei dauerhaftern Ungleichgewichten wurde interational interveniert, was allein die starke DM mit Aufwertung bezahlte. Keine Regel ohne Ausnahme: Keynes hatte damals alleine für die Schaffung einer neuen Reservewährung gestimmt und den Namen "Bancor" vorgeschlagen.

    Alan Greenspan schreibt in seiner Autobiographie: "Es ist durchaus denkbar, daß der Euro den US-Dollar als weltweit wichtigste Reserverwährung ablöst, insbesondere, falls die Lissabon-Agenda umgestzt werden sollte, wenn auch der abzusehende Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung in Europa dem entgegensteht" - 1974 12.

    Dem großen US-Binnen-Markt steht der Eurorraum-Markt. Der Marktgrößen stehen die US-Staats- bzw. EU-Länder-Verschuldungen gegenüber, sowie die Wichtungen von Bonität und Marktstellung. Vielleicht wäre heute die SEC in Europa - mit europäischer Mentaität und Potenz - für alle Marktteilnehmer gerechter und neutrale aufgestellt.