Märklin - die Geier kreisen

Letzter Beitrag 17-04-2008, 0:35 von mariana_original. 4 Antworten.
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  •  15-04-2008, 12:35 16082

    http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Industrie/_pv/_p/200038/_t/ft/_b/1417141/default.aspx/maerklin-wird-fuer-berater-zur-goldgrube.html

    Und wieder wird ein deutsches Unternehmen sinnlos zerstört.
    Eine der Tugenden Deutschlands Ost wie West war früher die Haltung der Belegschaften zu Ihrem Unternehmen. Sicherlich war dies einer der Gründe für die wirtschaftliche Stärke. Für "sein" Unternehmen da zu sein wurde auch honoriert - ging es dem Unternehmen gut - ging es auch den Mitarbeitern gut.

    Doch diese Zeiten sind vorbei. Unternehmen werden aufgekauft, rausgeputzt und an der Börse verrrammscht. Was bleibt - nichts!! Belegschaften werden günstigstenfalls durch Leiharbeiter ersetzt, i.allg. geht die Produktion gleich weg nach Osteuropa, China je nachdem wo' billig ist. An der Börse wird kurz Gewinn gemacht - das schnelle Geld - dann zieht die Karavane weiter.
    Ein Stück lebt man noch auf Kosten des guten deutschen Namens und dann Ruin, Schließung.

    Sieht so für Deutschland die Globalisierung aus? Armes Deutschland, arm besonders an Menschen die sich dagegen wehren.
  •  15-04-2008, 16:07 16092 Antwort zu 16082

    @ Denkerist

    Ja es ist traurig, daß solche Traditionsunternehmen wie Märklin aus Deutschland verschwinden.

    Vor Jahren haben wir anläßlich eines Geburtstages eines sächsischen Freundes die Porzellanmanufaktur in Meissen besichtigt. Ich war beeindruckt von der Kunstfertigkeit der Mitarbeiter. Gleichzeitig stellte ich aber gegenüber den anderen Gästen fest, daß ein derartiges Unternehmen in Deutschland wohl keine Zukunft mehr haben könne.
    Ein Werkstück, wie ein Teller oder eine Tasse, für das ein Tageslohn eines deutschen Arbeiters bezahlt werden muss, hat keine Zukunft. Liebhaber von Porzellan sind schon dünn gesäht. Liebhaber von Porzellan mit viel Geld, sind aber noch dünner gesäht.

    Ähnlich ist es mit Modellbahnen.
    Das dürfen Sie aber nicht den Unternehmern anlasten. Diffizile Handarbeiten werden in Deutschland aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten unbezahlbar.

    Bitte fangen Sie an unternehmerisch zu denken, dann erkennen Sie die Zusammenhänge.

    P.S.
    Wenn Sie Geld haben sollten, kleiner Tipp. In Deutschland hergestellte Modellbahnen und Porzellane werden in 20-30 Jahren bei Sammlern hohe Preise erzielen.

  •  15-04-2008, 17:29 16095 Antwort zu 16082

    Und wie wird es dann erst bei der Bahnprivatisierung?
    Das Bahnfahren soll für die Industrie lukrativ sein.
    Doch, die privaten Bahnfahrer, was ist damit?

    Was machen die Berater mit dem Geld?

    Ich bin einer der Armen die sich dagegen wehrt. Als Dank für gute Arbeit bin ich seit 3,5 Jahren arbeitslos.

    Erst heute habe ich wieder einen Ingenieur getroffen, der seit Jahren arbeitslos ist und alles verloren hat. Hartz4 und keine Chance mehr.
    Es ist eine Schande wie in Deutschland mit den Ingenieuren umgegangen und das Geld einfach abtransportiert wird.

    Das hat nichts mit Globalisierung zu tuen. Das ist Wirtschaftskriminalität.

    Mariana Mayer
  •  15-04-2008, 19:55 16109 Antwort zu 16092

    Baeckerbullerjahn:
    @ Denkerist
    Das dürfen Sie aber nicht den Unternehmern anlasten. Diffizile Handarbeiten werden in Deutschland aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten unbezahlbar.
    Bitte fangen Sie an unternehmerisch zu denken, dann erkennen Sie die Zusammenhänge.


    Fangen wir doch mal an, unrenehmerisch zu denken: Die Unternehmen schließen Ihre Werke in Deutschland, gehen z.B. nach Litauen. Dort zahlen sie keine Unternehmenssteuern. Die Mittel, die Litauen für seine Infrastruktur braucht, bekommen sie zum großen Teil von der EU - eigene Steuereinahmen haben sie ja kaum, deshalb müssen ja unterstützt werden.
    Und wo kommt das Geld der EU her? Richtig z.B. vom Deutschen Steuerzahler, der deshalb soviel Brutto haben muß, daß er die Steuern auch an die EU zahlen kann.

    Im Übrigen giing es bei Märklin nicht um zu hohe Löhne der Belegschaft, sondern für die Unternehmensberater. Die Löhne hätte das Unternehmen durchaus zahlen können. Aber die meisten Schulden kamen von der Bezahlung der Unternehmensberater. Ich kenne diese Problematik aus eigener Erfahrung.

    Die Unternehmensberater kommen, setzten irrsinnige Dinge um, da sie in der kurzen Zeit kaum Einblick in das Unternehmen bekommen (und aus Zahlen läßt sich eben doch nicht alles ablesen) und wenn sie wieder fort sind haben alle mit den Folgen Ihrer Arbeit zu kämpfen. Wenn sich nach Jahren herausstellt, daß Ihre Empfehlungen falsch waren - sind sie über alle Berge. Die Kosten für die Beseitigung der Kosten Ihrer falschen Empfehlungen sind oft höher, als ihr Nutzen.
    Die ganze Unternehmensberaterei ist m.E. viel zu sehr auf das schnelle Geld ausgelegt, weniger auf den Nutzen für das Unternehmen. Aber so ist die heutige Zeit. Schnelles Geld. In diesem Zusammenhang gefällt mir oft die Idee die Stimmrechte bei Aktiengesellschaften an die Besitzdauer der Papiere zu koppeln.

    Möglicherweise tue ich manchen Unternehmensberatern unrecht, denn auch der Aspekt der Betriebsblindheit hat seine Berechtigung. Doch viele Unternehemn sind nach falschen Beratungen insolvent gegangen.
  •  17-04-2008, 0:35 16202 Antwort zu 16082

    zitat:
    HANDELSBLATT, Mittwoch, 16. April 2008, 18:10 Uhr
    „Herber Verlust“
    Märklin-Manager wechselt zur Konkurrenz

    Mehrere Manager haben Märklin in den vergangenen Wochen verlassen – mit dem Chefentwickler Klaus Kern führt Märklin gerade einen Arbeitsprozess.

    Schmantek betonte jedoch, er gehe aus freien Stücken. Er wird das Unternehmen bereits in wenigen Tagen verlassen.

    Schmanteks direkten Wechsel zu Roco/Fleischmann bezeichneten Branchenkenner gegenüber dem Handelsblatt als „herben Verlust für Märklin“.
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    Tja, und wieder wechseln die Führungskräfte hochbezahlt problemlos zur Konkurrenz und Entwickler werden prozessiert.

    Haben die Manager keine Klauseln in Ihren Verträgen, 2 Jahre nicht zur Konkurrenz wechseln zu dürfen, so wie die Angestellten?

    Die Angestellten die die fachliche Arbeit geleistet haben und anschließend in Hartz4 und unbekannt enden? Die Entwickler von dieser Arbeit, ausgesaugt auf Kosten eines gutsituierten managements.

    Insektenopfer?


    Mariana Mayer