Brauchen wir den 1. Mai?

Letzter Beitrag 06-05-2008, 22:19 von summerset. 15 Antworten.
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  •  29-04-2008, 21:04 16784

    Brauchen wir eigentlich noch den 1. Mai? Vor allem: Muß es unbedingt ein bezahlter Feiertag sein? Ist doch gar nicht mehr zeitgemäß in einer Zeit, in der sich kaum noch jemand als "Arbeiter" bezeichnen lassen will, sondern nur als "Mitarbeiter" angesprochen werden will.
    "Mitarbeiter"? Klingt irgendwie, als erwarte der "Mitarbeiter", daß er nur "mit"- arbeiten muß, ein anderer also für ihn die Arbeit erledigen sollte.

    Ein nützliches Mitglied dieser Gesellschaft ARBEITET ohnehin an diesem "Tag der Arbeit", anstatt auf der Straße herumzulungern, rote Fähnchen zu schwenken, dumm daherzureden und bestverdienenden "Arbeiter"-FÜHRERN mit Millioneneinkünften bei deren überholtem, neosozialistischem Klassenkampfdummgeschwätz, bei Neid- und Umverteilungsparolen und beim Jammern auf höchstem Niveau zu lauschen!
    Die aus Arbeitnehmerbeiträgen überbezahlten Haßprediger im "Arbeitnehmerinteressen(ver)tretergewand müßten sich doch eigentlich selbst ganz merkwürdig vorkommen, hätten sie noch einen Funken Anstand im Leib. Aber woher soll der denn kommen?

    Mit welcher Begründung soll dieses altmodische Ritual des "Tags der Arbeit", übrigens in der NS-Zeit zum bezahlten Feiertag erhoben, auch in Zukunft und für alle Zeiten unnötig und sinnentleert die Arbeitskosten in die Höhe treiben?
    Wer so richtig von diesem Gedankengut durchdrungen ist, wird doch den "Tag der Arbeit" bestimmt auch mit gleicher Inbrunst und Begeisterung und politischer Überzeugung AM ERSTEN SONNTAG IM MAI feiern, oder "kommt auch da zuerst das Fressen, dann die Moral"?
  •  29-04-2008, 22:27 16791 Antwort zu 16784

    "des "Tags der Arbeit", übrigens in der NS-Zeit zum bezahlten Feiertag erhoben"

    Ja, die National-SOZIALISTEN waren halt Sozialisten. Auch im Kommunismus war der 1. Mai ein hoher Feiertag.

    Komisch, daß die Linken diese Gemeinsamkeit nicht sehen.

    In meiner Volksschulzeit war im katholischen Bayern noch der 19. März (Josephstag) Feiertag der Arbeitenden.

    Aber es besteht ja bekanntlich ein Unterschied zwischen Arbeitern und Arbeitenden, wie mir ein Manager eines bekannten Unternehmens klar machte:
    Auf meine Frage: "Wieviele Menschen arbeiten an diesem Standort?" antwortete er: "Wieviele Menschen hier wirklich arbeiten, kann ich Ihnen nicht beantworten. Ich kann Ihnen nur sagen wieviele Beschäftigte wir hier haben." (:-))
  •  30-04-2008, 1:14 16795 Antwort zu 16784

    Jonas ist nicht online. Letztmals aktiv: 27-06-2008, 19:16 Jonas
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 826
    Warum sollte es keine Feiertage mehr geben ?

    Ist die Welt nur gut, wenn jeden Tag rangeklotzt wird,
    um die Profite der Unternehmer noch weiter zu steigern ?
    Die meisten Leute nutzen diese freien Tage zu Besuchen
    von Verwandten, oder Kurzurlaub, oder sonstigen, für das
    die normalen Wochenenden nicht reichen.

    Aber wozu sollte ein Arbeitnehmer so was tun, er könnte doch
    auch arbeiten ?! Aber wir leben nicht um zu arbeiten (einige
    fehlgeleitete Karrieristen mal aussen vor), sondern sollten nur
    arbeiten um (gut) zu leben. Und zum guten Leben gehören
    selbstbestimmte Tage. Feiertage.

    Selbst China hat reichlich Feiertage, darunter den 1. Mai.
    Ach, ich vergass, China ist nur ein Modell, wenn man damit
    argumentieren kann, für wie wenig dort rangeklotzt wird...

  •  30-04-2008, 6:30 16801 Antwort zu 16784

    Hier hat einer Fraktur gesprochen... und eigentlich wäre schon alles gesagt zum 'Tag der Arbeit', doch hier eine Reminiszens aus Kindertagen:
    Mein Vater hatte zum 1. Mai statt der Hakenkreuzfahne, eine weiß-gelbe-Vatikan-, die Fronleichnamfahne am Fahnenmast aufgezogen. Nach
    einiger Zeit kam unser Nachbar und sagte, Heinrich, du hast dich vertan mit der Fahne, es ist doch erst... Fronleichnam. Ne, ne Alfons... ich hab keine andere und die Schwarz-Weiß-Rote Fahne ist doch verboten, so mein Vater. Dies müßte bereits anfangs des Krieges gewesen sein.

    Erinnern werden sich einige auch der Festredner und "Feiertagshelden" nur ungern, an das Pleitejahr der BfG und Neue Heimat. Die damals in die Kritik geratenen Arbeiter-Bosse sind nicht vergesen. Iihre - für die Arbeiterklasse wenig vorbildhaften Neigungen - sind immer noch en vogue.
    Wein trinkt man lieber selbst... für die Vielen muß Wasser reichen... wo kämen wir alle denn sonst hin?

    Brauchen wir - den in der Vergangenheit vielfach pervertierten und heute anachronistisch gewordenen - 1. Mai noch? Auf christlichem Hintergrund: Wenn Arbeit als Segen, nicht als Fluch... und: wer gerechten Lohn vorenthält - als Sünde anerkennt..., dann eindeutig JA!
  •  30-04-2008, 12:13 16818 Antwort zu 16784

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 09-07-2008, 10:53 Realist
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    Brauchen wir den 1. Mai, lautet die Frage!

    Hhmm? Eigentlich ja nicht. Dann wär nach dem 30. April gleich der 2. Mai. Okay, auch gut!

    Zum Ausgleich, damit nicht irgendwann im Sommer Weihnachten ist, sollte man dann konsequent den 32. Dezember einführen; Dezember 24.a ginge auch ganz gut!
  •  30-04-2008, 15:34 16835 Antwort zu 16784

    yahel ist online. Letztmals aktiv: 09-07-2008, 12:24 yahel
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 1.092
    @ Karl Auer

    "Die aus Arbeitnehmerbeiträgen überbezahlten Haßprediger im "Arbeitnehmerinteressen(ver)tretergewand müßten sich doch eigentlich selbst ganz merkwürdig vorkommen,..........."

    Wären sie die Vertreter der Arbeitnehmer und würden diese Vertretung ernst nehmen, wäre alles in Ordnung. Leider vertreten viele dieser Vertreter in erster Linie persönliche Interessen, die Abfallprodukte werden dann in den Betrieben als Ergebnis gefeiert, welches den Arbeitgebern abgerungen wurde. Die Berufsorganisationen sind schon längst keine mehr, sondern zu Lohnforderungsvereinen degeneriert.

    "Wer so richtig von diesem Gedankengut durchdrungen ist, wird doch den "Tag der Arbeit" bestimmt auch mit gleicher Inbrunst und Begeisterung und politischer Überzeugung AM ERSTEN SONNTAG IM MAI feiern, oder "kommt auch da zuerst das Fressen, dann die Moral"?

    Die Veranstalter haben im weiten Teilen des Landes Schwierigkeiten ihre Getreuen um sich zu sammeln. In den 1950er Jahren gab es in meiner Heimatstadt zum 1. Mai einen riesigen Umzug mit geschmückten Fahrzeugen, Spielmannszügen und Festreden auf dem Rathausmarkt. Heute trifft sich eine kleine Schar nach einem Umzug durch einige Straßen des „Arbeiterstadtteils“ an einem Denkmal für die NS-Opfer auf Gewerkschaftsseite. Die Zahl der Teilnehmer wird nicht einmal mehr in der Zeitung genannt.
    Im Gegensatz zum längst abgeschafften Buß- und Bettag, der immer auf einen Wochentag fiel, ist der 1. Mai ein im Kalender rollierender Tag, der in diesem Jahr sogar noch mit dem Himmelfahrtstag zusammenfällt. Im ursprünglichen Sinne hat sich der "Tag der Arbeit" überholt und wird von politischen Parteien und Gewerkschaften zur Selbstdarstellung und heuchlerischem "Gedenken" an verfolgte Genossen genutzt.
    Der weitaus größte Teil der Mitarbeiter ;-)) wird ihn in diesem Jahr für ein langes Wochenende nutzen, die heutige Zeitung vermeldet, wer am Freitag sein Büro/Firma geschlossen hält.
    Ob wir einen 1. Mai in dieser Form benötigen? Es ist sicher sinnvoll auch einmal "inne" zu halten und nicht alles der Wirtschaft unterzuordnen, insofern schließe ich mich dem letzten Satz in websimultans Beitrag an.

    jens.muche@t-online.de
  •  02-05-2008, 20:08 16911 Antwort zu 16835

    Nachtrag:
    Wenn man sieht, wozu manches Gesindel diesen Tag wieder genutzt hat, sollte man wirklich über die Abschaffung dieses Chaotenfeiertags nachdenken, anstatt nur über Kalenderarithmetik zu polemisieren:

    http://www.pi-news.net/2008/05/der-mai-ist-gekommen/
  •  02-05-2008, 21:37 16912 Antwort zu 16911

    Hallo,

    dieses Gesindel "http://www.pi-news.net/2008/05/der-mai-ist-gekommen/" wie gezeigt lässt unser Staat zu, weil wir doch so Demokratisch sind.

    Es darf die Frage erlaubt sein, wo fängt Demokratie an – und wo hört sie auf?

    Warum es uns nicht gelingen mag, solchen Menschen das Handwerk per Gesetzt zu legen – ist mir ein Rätsel? Es ist zu beobachten, dass das Gewaltpotenzial der ordentlichen Menschen gegenüber den NAZI-Anhängern steigt. Das finde ich sehr beunruhigend!

    Wollen wir abwarten, bis die Menschen in Deutschland die Besinnung verlieren, nur weil das Bundesverfassungsgericht keinen Sinn mehr für Recht und Ordnung hat! Politiker sind sich ausnahmsweise einig und ausgerechnet die letzte Instanz versagt.

    In Nürnberg mussten die NAZI-Anhänger vor den ordentlichen Menschen geschützt werden, weil auch hier mittlerweile wie bereits ein weiter von Jahr zu Jahr erhöhtes Gewaltpotenzial zu verzeichnen ist. Wo bleibt die Erinnerung – an unser Gesetz?

    "Der Staat hat Schaden vom Volk abzuwenden" Sind NAZI-Anhänger denn nicht etwa schädlich? In Zeiten der ach so hoch gelobten demokratischen Grundordnung ist diese Entwicklung mehr als bedauerlich. Möglicherweise gibt es hier in diesem Thread (Forum) einen Teilnehmer, welcher das erklären kann. Wie gesagt: Schaden vom Volk abwenden. Sind den Menschen mit „RECHTSRADIKALER GESINNUNG“ nicht schädlich.



    Nachtrag:
    Wenn man sieht, wozu manches Gesindel diesen Tag wieder genutzt hat, sollte man wirklich über die Abschaffung dieses Chaotenfeiertags nachdenken, anstatt nur über Kalenderarithmetik zu polemisieren:


    Das Gesindel nutzt nicht nur diesen Tag, sondern sich nur jedwede erdenkliche Möglichkeit um den in Deutschland eh schon schlechten Zustand - hinsichtlich der Politik noch zu untermauern. Ich würde mich freuen, wenn das Bundesverfassungsgericht ein Einsehen hätte um den Treiben ein Ende zu bereiten. In diesem Sinne stellt sich mir die Frage, warum das Bundesverfassungsgericht es zulässt Hitler weiter aufleben zu lassen und wir gleichzeitig mit einem Blumenmeer an den Mahnmalen stehen um immer wieder zu bedauern. Das ist mir zu kontrovers und mittlerweile unglaubwürdig. Hier darf es überhaupt keine "ZWEI" Meinungen geben.

    Freundlichen Gruß
  •  03-05-2008, 8:40 16922 Antwort zu 16784

    ysiks ist nicht online. Letztmals aktiv: 24-06-2008, 18:21 ysiks
    Top 50 Mitwirkender Registriert am 29-07-2007 Beiträge 59
    Ein wenig krass, aber treffend. Bezahlte Feiertage sind ausgezählt. Ich denke dass der ganze Sozialmist bald der Vergangenheit angehört.
    Bezahlter Feiertag, bezahlter Urlaub, halber bezahlter Tag an Geburtstag, etc. Das ist doch nichts anderes als vorenthaltendes Gehalt. Der Mitarbeiter wird "sozialisiert", vielleicht aber auch ganz gut so. Würden Mitarbeiter ihr Gehalt oder Lohn brutto bekommen und selber haushalten müssen, wie Überweisung an Sozialkassen, Versicherungen, Einteilung auf Tage, wären viele maßlos überfordert.
    Eigenverantwortung und Haushaltsdisziplin sind Bääh-Wörter im Gewerkschaftslager.

    Abschaffen sollte man Feiertage aber nicht ! Ich genieße Feiertage und lebe ( feiere ) teils bewusst den Grund des Tages.
    Den 1. Mai als Tag der Arbeit zu feiern ist gut, aber wie Sie schon erwähnten kann ich das Dummgeschwätzt Gewerkschaft- und SPD-Führeren nicht machen.
    Die Dumpfparolen bereiten Übelkeit.
  •  03-05-2008, 20:10 16927 Antwort zu 16922

    "Abschaffen sollte man Feiertage aber nicht!"

    Natürlich nicht, DARUM ging es ja auch nicht.
    Aber es ist absolut nicht einzusehen, daß jeder Feiertag unbedingt vom Arbeitgeber bezahlt wird und so in die Kalkulation einfließt und die Preise treibt. Die Masse der Arbeitnehmer läuft (auch mit besserem Bildungsstand und teilweise höherem Einkommen) als klassische "Arbeiterseele" herum und sieht nur den eigenen Vorteil, nicht aber die Kosten für die Unternehmen.
    Wieder andere lassen die üblichen, überkommenen Klassenkampf-Dumpfparolen vom Stapel.
    Und der Rest? Der ist aufgrund zu vieler Freizeit gelangweilt, und dann kommen solche Krawalle heraus wie in Hamburg, Berlin, z.T. in Nürnberg. DORT soll es nur deshalb einigermaßen glimpflich abgegangen sein, weil die Polizei
    1. dem bayerischen Innenministerium unterstellt ist und nicht z.B. dem Berliner Links/Links-Senat und vor allem
    2. nicht von blödsinnigen, chaotenfreundlichen Gerichtsurteilen behindert wurde, wie es in HH gewesen sein soll.

    Meinen Eingangsbeitrag KONNTE man durchaus richtig verstehen (,wenn man denn wollte!).
  •  03-05-2008, 20:56 16928 Antwort zu 16927

    Jonas ist nicht online. Letztmals aktiv: 27-06-2008, 19:16 Jonas
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 826
    Karl Auer:
    Aber es ist absolut nicht einzusehen, daß jeder Feiertag unbedingt vom Arbeitgeber bezahlt wird

    Wer hat Ihnen DEN Mumpitz erzählt?
    Ein Arbeitgeber? Oder sind sie gar ein solcher?
    Glauben Sie an Stundenlohn oder Monatslohn ?
    Das sind doch nur Rechenbeispiele.
    Jeder Monat hat anders viele Arbeitstage.
    Letztlich zahlt der Arbeitgeber ein 4-Jahressalär (wegen Schaltjahr, zumindest in den nächsten 392 Jahren)
    und bekommt dafür eine von ihm berechenbare Arbeitsstundenleistung (abzüglich Krankheitstage).
    Darin sind Urlaub, Sonntage, Feiertag mit drin.
    Der Arbeitgeber zahlt extra für einen Feiertag genau Null Komma Nix.

    Warum also solche Desinformation?

    Übrigens hätte ich nichts dagegen, wenn die Gewerkschaft tatsächlich nur einen Stundenlohn als Tarif vereinbart,
    und der Arbeitnehmer pro Monat exakt geleistete Stunden x Stundenlohn bekommt, ohne Weihnachtsgeld etc..
    Das sollte einen Arbeitnehmer nicht stören, wenn im Gesamtjahr dasselbe bei rauskommt.
    (Aber genau darum geht es ja Arbeitgebern, auf's Jahr gerechnet möglichst weniger zu bezahlen für mehr
    Arbeitsleistung, und das alles sich mit taschenspielertricks erschummeln, freches Pack).
    Zwar zahlt er pro Monat gleich viel Miete, aber weniger für Essen und Fahrtkosten wenn dieser Monat weniger
    Tage hat.
    Dann hätte der Arbeitnehmer die Möglichkeit, seine exakt zu leistende Stundenzahl (20?, 35, 40, oder 48)
    mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren, je nach Bedarf, je nach persönlichem Freizeitbedürfnis.
    Das geht zwar jetzt auch bei anteiligem Tariflohn, aber wenn man gleich den Stundenlohn angibt, ist das
    plausibler.

    Karl Auer:
    zu vieler Freizeit gelangweilt

    Das wird's sein, vermtulich haben die 365 Tage Freizeit, und ziehen deshalb gerade an einem Feiertag los.
    Was für ein Blödsinn.


  •  04-05-2008, 0:13 16933 Antwort zu 16927

    Wu-Fu ist nicht online. Letztmals aktiv: 07-07-2008, 20:39 Wu-Fu
    Top 25 Mitwirkender Registriert am 05-03-2008 Beiträge 164
    Karl Auer:
    "Abschaffen sollte man Feiertage aber nicht!"

    Natürlich nicht, DARUM ging es ja auch nicht.
    Aber es ist absolut nicht einzusehen, daß jeder Feiertag unbedingt vom Arbeitgeber bezahlt wird und so in die Kalkulation einfließt und die Preise treibt. Die Masse der Arbeitnehmer läuft (auch mit besserem Bildungsstand und teilweise höherem Einkommen) als klassische "Arbeiterseele" herum und sieht nur den eigenen Vorteil, nicht aber die Kosten für die Unternehmen.
    Wieder andere lassen die üblichen, überkommenen Klassenkampf-Dumpfparolen vom Stapel.
    Und der Rest? Der ist aufgrund zu vieler Freizeit gelangweilt, und dann kommen solche Krawalle heraus wie in Hamburg, Berlin, z.T. in Nürnberg. DORT soll es nur deshalb einigermaßen glimpflich abgegangen sein, weil die Polizei
    1. dem bayerischen Innenministerium unterstellt ist und nicht z.B. dem Berliner Links/Links-Senat und vor allem
    2. nicht von blödsinnigen, chaotenfreundlichen Gerichtsurteilen behindert wurde, wie es in HH gewesen sein soll.

    Meinen Eingangsbeitrag KONNTE man durchaus richtig verstehen (,wenn man denn wollte!).


    Wieso? Feiertage sind einkalkuliert. Ein Arbeitgeber erhält einfach Y Std. pro Jahr und muss dafür X/12 pro Monat auf den Tisch legen - Fertig. Von dem X werden die Arbeitgeberanteile bezahlt, zieht der Staat noch Steuern und Abgaben ab, usw. Wenn die "Mitarbeiter" nicht mehr Stunden arbeiten wollen, Pech gehabt, dann wird auch das X nicht einfach so größer.

    Hier geht es doch eigentlich nur um das Problem, dass die Gewerkschaften "ihren Hauptfeiertag" am 1.Mai haben und jede Menge ihrer Mitglieder sich in Innenstädten versammeln - Das ist schön für, das sollen die meinetwegen machen. Aber gleichzeitig nutzen ein paar Nazi-Schläger das als guten Anlass unter wesentlich niedrigeren persönlichen Risiko Krawallen anzuzetteln. Das zieht natürlich andere Gewaltbereite an die dann keine politischen Motive haben, sondern einfach nur Assis sind.

    Ich denke die Bereitschaftspolizei sollte ruhig schneller ohne Rücksicht auf die Gewaltbereiten erstmal so viele von denen einfangen, wie sie können. Irgendwelche Tränengasfahrzeuge helfen da nicht: Man muss die tatsächlich einfangen. Punkt. Erst wenn Gewaltbereite "inflagranti" aktenkündig bekommt, können auch im Anschluss Hausdurchsuchungen, z.B. nach verbotenen Waffen, durchgeführt oder weitere Straftaten entdeckt werden. Ein Staat der seine Gesetze nicht durchsetzen kann, der ist am Ende.




  •  04-05-2008, 13:51 16942 Antwort zu 16927

    ysiks ist nicht online. Letztmals aktiv: 24-06-2008, 18:21 ysiks
    Top 50 Mitwirkender Registriert am 29-07-2007 Beiträge 59
    -- Aber es ist absolut nicht einzusehen, daß jeder Feiertag unbedingt vom Arbeitgeber bezahlt wird und so in die Kalkulation einfließt und die Preise treibt.

    Ob höheres Grundgehalt oder bezahlte Feiertage ist doch egal. Das Jahreseinkommen ist entscheidend für die Kalkulation.

    -- Die Masse der Arbeitnehmer läuft (auch mit besserem Bildungsstand und teilweise höherem Einkommen) als klassische "Arbeiterseele" herum und sieht nur den eigenen Vorteil, nicht aber die Kosten für die Unternehmen.

    Richtig. In D sind die Menschen Mitarbeiter, eine Identifizierung mit dem Unternehmen fehlt oft. Es hapert auch an der Grundeinstellung zur Arbeit.
    Arbeit ist Pflicht und wird mit malochen, buckeln, schuften etc. benannt. Nur wenige sehen Arbeit als Freude, Mittel zur Entfaltung, Maßnahme zur Erhaltung von Körper und Geist. Das ist ein Problem wenn Arbeit negativ betrachtet wird. Es haben tatsächlich zuviel Leute zuviel Freizeit.


  •  05-05-2008, 10:42 16966 Antwort zu 16942

    Jonas ist nicht online. Letztmals aktiv: 27-06-2008, 19:16 Jonas
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 826
    ysiks:
    Ob höheres Grundgehalt oder bezahlte Feiertage ist doch egal. Das Jahreseinkommen ist entscheidend für die Kalkulation.

    Völlig richtig. Es gibt aber einen psychologischen Grund warum Arbeitgeber seit Schröders neoliberal versülztem Arbeitnehmer-bashing wiederholt für die Abschaffung von Feiertagen plädieren und es dabei mit Tränendrüsendrücken probieren: Wenn ich pro Jahr gleich viel Lohn erhalte, aber einen Tag mehr arbeite, ist das de facto eine Lohnsenkung. Und DAS wollen die Arbeitgeber, immer noch, keinen gerechten Lohn für gute Arbeit, sondern möglichst nur noch Hungerlöhne zahlen. Siehe HB Artikel über den progniostisierten Zusammenbruch des Mittelstandes in den nächsten jahrzehnten weil nur noch Hungerarme oder Superreiche übrig bleiben.

    ysiks:
    Die Masse der Arbeitnehmer läuft (auch mit besserem Bildungsstand und teilweise höherem Einkommen) als klassische "Arbeiterseele" herum und sieht nur den eigenen Vorteil, nicht aber die Kosten für die Unternehmen.

    Tränendrüsendrückerei. Jeder Depp kann heute in den Abendnachrichten erfahren, wie viel Umsatz und Gewinn seine AG mit ihm macht. VW: Umsatz 108 Mrd. Gewinn 4.12 Mrd Mitarbeiter 324000 -> 333333 EUR Umsatz pro Mitarbeiter, 12716 EUR von jedem Mitarbeiter erwirtschaftetes welches ihm nicht ausbezahlt wurde, es hätte seinen Lohn pro Monat um 1000 EUR gesteigert - sogar nach Dividendenzahlung an die Anteileigner.

    ysiks:
    -- Richtig. In D sind die Menschen Mitarbeiter, eine Identifizierung mit dem Unternehmen fehlt oft. Es hapert auch an der Grundeinstellung zur Arbeit.

    Im Gegenteil. In Deutschland ist die Verbundenheit mit dem Unternehmen besonders hoch. Der Mitarbeiter bleibt länger im Unternehmen, als mit seiner Ehefrau verheiratet. Bis zu dem Tag, als es Mode wurde, in Deutschland die Arbeitnehmer zu prügeln. Bis zu Schröders neoloberalem Krieg gegen die Bürger. Seit dem ist die Identifikation massiv gesunken, man redet von 70% innerlich gekündigten, denn KEIN Mensch hat es verdient daß SO mit ihm umgegangen wird, wie es Arbeitgeber getan haben und (siehe die abstruse Forderung des 1. Mai) heute noch tun. Die Folgen eines solchen Umgangs mit den Arbeitnehmern waren bekannt, ich hab hier ein Buch von 1950 welches das gut beschreibt, aber die Arbeitgeber wollen noch eins draufsetzen und die Auswüchse des Frühkapitalismus diesmal möglichst noch überbieten. NUN ist es nur logisch, daß der Arbeitnehmer weiß, daß jedes Engagement fürs Unternehmen für die Katz ist.

    Die Folgen tragen wir nun alle, working poor heisst es in den USA, weswegen Clinton abgewählt wurde, der Zusammenbruch des Mittelstandes heisst es in Deutschland, weil nur noch 2 Gruppen übrig bleiben: Die ewig raffgierigen Mächtigen in Vorstand, Aufsichtsrat und Politik, und die Masse der herumgeschubsten Arbeiter, denen man einerseits erzählt wie ersetzbar sie wären (nicht ohne zu jammern, es gäbe zu wenige - man meint damit aber nur: zu wenige um den Lohn noch weiter zu senken) und andererseits selbst studierten guten Kräften Löhne zu zahlen, die von jeder Putzfrau locker überboten werden. Es gibt eine massive Gerechtigkeitslücke in Deutschland zwischen denen, die nichts tun (Manager) und denjenigen, die die Arbeit machen. Wer sich wie ein Manager sein Leben lang nur um die Karriere kümmert, Netzwerke pflegt, äh, Beziehungen per Bestechungen pflegt, fragt sich nur, ob es der Lamboghini oder Aston Martin sein soll, während derjenige, der in der Arbeit seine Erfüllung fand weil er meinte dort etwas greifbares zu produzieren und damit für die Gesellschaft was tat, als ausgebeuteter Depp nicht mal mehr von dem ihm als Brosamen hingeworfenen Lohn leben kann.

    Es muss ein Ruck durch's Land gehen: Alle Manage rnach Indien outsourcen, die machen eh keine materielle ortsgebundene Arbeit, sondern könnten per Telefon und Internet ihrer Arbeit nachgehen, und Inder können das viel billier !!
  •  05-05-2008, 10:52 16968 Antwort zu 16942

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 09-07-2008, 10:53 Realist
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 701
    ysiks:
    -- ........ Es haben tatsächlich zuviel Leute zuviel Freizeit.


    Treffend! Es ist sooo lange noch nicht her, da wollte man die Probleme des Arbeitsmarktes mittels Verkürzung der Arbeitszeit lösen! Ziel war eine maximale 35-Stunden-Woche für alle. Bei VW wird oder wurde (?) über Jahre sogar nur 28 Stunden gearbeitet.

    Kohls Äußerung vom "Freizeitpark Deutschland" war sooooo falsch nicht!
  •  06-05-2008, 22:19 17081 Antwort zu 16966

    @Jonas

    Guter Beitrag... und so wahr. Aber die Maden im Speck wird`
    s nicht stören.