Es ist auch nicht gerecht. Da erbt einer die schwere Aufgabe der BayernLB-Aufsicht - die Risikogeschäfte sind gemacht, und nun wird nur auf dem bayerischen Finanzminister herumgehackt.
Und dabei ist er ja sooo nett. Ein freundlicher Bayer halt. Und weil er so nett ist, hat er auch außerhalb von Bayern für das ganze Wahlvolk schon mal Wahlgeschenke dabei - die Steuersenkung.
Vielleicht die gefühlte - denn irgendwie muss das Konzept ja gegenfinanziert werden. Aber da hat Hr. Huber auch kein Rezept. Naja, er ist der Auffassung: Steuern runter - und dann werden sich alle Probleme des Landes in Luft auflösen - und wenn nicht, dann muss halt ein anderer unpopuläre Kürzungen oder andere Steuererhöhungen bzw. eine neue Schuldenaufnahme verkünden.
Doch der Bürger ist gar nicht so dumm wie ihn der durchschnittliche CSU-Politiker sieht - nein, er registriert das Wahlkampfgeschenk und deren wirtschaftlich unverantwortliche Folgen: den Staatsruin.
Die Situaltion schein verfahren - in Bayern hat er dank Ministerpräsident Beckstein keine allzu große Bedeutung - und im Bund nimmt ihn weder die Kanzlerin, noch der CDU Generalsekretär Profalla und schon gar nicht Kurt Beck ernst.
Huber ist an dieser Situation selbst schuld. Es rächt sich jetzt, dass er nicht direkt nach seiner Wahl zum CSU-Chef ins Bundeskabinett gewechselt ist. Nur so hätte er von Anfang an auf Augenhöhe mit der Kanzlerin und dem SPD-Chef Kurt Beck die Interessen der CSU vertreten und den Bundesanspruch seiner 50-Prozent-Partei deutlich machen können.
Jetzt ist Huber für die Berliner nicht mehr als ein Landesminister, der in Berlin nicht nur mit der Pendlerpauschale und seinen Drohungen, den Gesundheitsfonds zu kippen, an die Wand gefahren ist. Jetzt ist er auch noch der bayerische Finanzminister, der in der Milliarden-Affäre um die BayernLB im eigenen Land immer mehr unter Druck gerät. Während täglich Horrormeldungen über neue Millionenschulden und Vertuschungsvorwürfe die Staatsregierung erschüttern, fordert die Opposition den Rücktritt des CSU-Chefs. Negativschlagzeilen für den kleinsten Koalitionspartner, die in Berlin keiner lesen will.
Auch in der CSU schwindet die Zustimmung für den Parteichef immer mehr. Das liegt auch daran, dass es ihm bislang nicht gelungen ist, an seinen altbekannten Schwächen zu arbeiten. Auch jetzt, wo er der Chef ist, schaffe es Huber nicht, die Menschen für sich einzunehmen, heißt es in der Partei. Er gilt als kurz angebunden, wenig emotional und unaufmerksam gegenüber seinen Gesprächspartnern.
Wäre es nicht das Beste für den Politiker und Menschen Huber die Konsequenz aus der Situation zu ziehen und auch den Parteivorsitz an Ministerpräsident Beckstein abzugeben? Auf zwei Füssen kann der Mensch zwar besser stehen - der Führungsanspruch der CSU kann wie auf einem Schiff auch nur von einer Person wahrgenommen werden.
Frei nach Guido Westerwelle: "Auf jedem Schiff das dampft und segelt, da gibt es einen der die Dinge regelt!" - aber wer ist dieser Jemand eigentlich z.Zt. in der CSU? (vielleicht doch Dr. Markus Söder - wichtig für Europa?)
Lieber3103