Erholung oder Absturz?

Letzter Beitrag 17-07-2008, 18:34 von websimultan. 3 Antworten.
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  •  15-07-2008, 19:23 19653

    Erholung oder Absturz?

    Der Dax ist auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen. Droht nun der totale Ausverkauf oder gibt es erste Anzeichen für eine Wende zum Guten? Ein Pro und Contra.

    Was ist Ihre Meinung?

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  •  15-07-2008, 23:28 19655 Antwort zu 19653

    "Her zeigt sich ein eklatantes Missverhältnis, hat doch die von den USA ausgehende Finanzkrise den Aktienmarkt des alten Kontinents weit stärker getroffen als den Heimatmarkt.":

    An der Börse des Heimatmarkts sind Privatanleger Aktiensparer und seit langem schon viel stärker an der Börse beteilig. Aktienkultur ist auch Versicherungskultur. Altersvorsorge durch Wertpapiere und nicht über Versicherungen oder Pensionsfonds. Als Ergebnis: Ruhiger Markt durch viele Langzeit-Kleinanleger; Großanleger mit Investments sind weniger dominierend... und auch für unsren Heimatmarkt könnte diese amerikanische Mentalität Gewinn sein.
  •  16-07-2008, 15:58 19670 Antwort zu 19653

    Um einen eigenen Standpunkt zu finden, kann es andere Denkansätzen für PRO /Schnell/ und KONTRA /Drescher/ geben. Merkmal der aktuellen Finanzkrise ist m.E. das Auseinandertriften von Real- und Geldwirtschaft. Dabei handelt es sich um ein Bewertungsproblem (Überbewertung des Kapitals; Unterbewertung der Güter). Die Krise wird beendet sein, wenn die entstandene Lücke geschlossen ist. Instrumente dafür sind die Abwertung der Finanzanlagen und die Aufwertung der Güterpreise: Rohstoffe, Leistungen und Produkte. Das Schrumpfen des Finanzkapitals auf der einen Seite und das Aufbauschen der Sachpreise auf der anderen Seite erleben wir gegenwärtig durch Kursverfall und Inflation. Beide gehören untrennbar zusammen, weil sie gemeinsam zur Wiederherstellung der kongruenten Bewertung von Finanz- und Realwerten beitragen. Was Inflation nicht leistet, muss die Abwertung von Finanzkapital leisten (und umgekehrt). Aus dieser Perspektive sehe ich noch kein Ende des Konsolidierensprozesses. Aus gleichem Grunde werden die gut gemeinten Eingriffe von Zentral- und Notenbanken das Problem nicht lösen. Leider treffen Geld (Nachfrage) und Güter (Angebote) nicht haargenau aufeinander. Daraus folgt, dass die Vernichtung von Finanzvermögen (z.B. durch Zusammebruch von Banken) nicht zuerst die Ungleichgewichte beseitigt, sondern zunächst die Kaufkraft zusätzlich zur Inflation reduziert. Die Besorgnis um das Bankensystem ist aus dieser Sicht begründet - der gordische Knoten bleibt uns also. Für die Vernichtung von 'nicht konsumbereitem Finanzvermögen' gibt es keine selektiv wirkende Instrumente. So wird der gesunde Umschlag von Gütern in Geld und von Geld in Güter noch einige Zeit auf sich warten lassen. Für jeden Einzelnen stellt sich die Frage, wie positioniere ich mich optimal in diesem unausweichlichem Konsolidierungsprozess!
  •  17-07-2008, 18:34 19702 Antwort zu 19670

    @ WFriedrich

    "Die Krise wird beendet sein, wenn die entstandene Lücke geschlossen ist. Instrumente dafür sind die Abwertung der Finanzanlagen und die Aufwertung Güterpreise: Rohstoffe, Leistungen und Produkte... Für jeden Einzelen stellt sich die Frage, wie positioniere ich mich optimal in diesem unausweichlichem Konsolidierungsprozess?":

    Mit zuerwartetender Aufwertung der 'Güterpreise' ist m.E. folgerichtig auch die Aufwertung des Produktherstellers verbunden, ins besondere die die sich am Markt bereits global durchgesetzt haben. Ohne ihre Wertschöpfung, keine verkaufsbereiten Waren im Wirtschaftskreislauf. So sind überwiegend fremdkapitalunabhängigen Wertschöfper (AGs) eine Antwort zu: ''wie positioniere ich mich in diesem unausweichlichen Konsolidierungsprozess'. Institutionelle Finanzanleger (müssen) diesen Weg gehen und dem Privatanleger ist es auch eine optimale Option - was der heutige Börsentag bestätigt hat.