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Rettung durch den Staat
Letzter Beitrag 09-10-2008, 18:47 von Aufklärung08. 18 Antworten.
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02-10-2008, 11:14 |
Die wahre Dimensionen der hochriskanten HypoRealEstate (HRE) - Spekulationen
werden wohl erst nach und nach ans Tageslicht kommen. Offenbar sind Sie jedoch so groß gewesen,
das die Bürgschaft des Staates unausweichlich war, um einen Crash des Finaz- und Wirtschaftssystems
in DE zu verhindern. Man darf gespannt ein, für welche weiteren waghalsigen "Innovationen" der privaten
Finanzinstitute der Steuerzahler noch seinen Kopf hinhalten darf.
Und man fragt sich, wo die ganzen Kapitaljongleure jetzt sind, die die Weltwirtschaft ins Wanken gebracht haben...(?)
http://wirtschaft.t-online.de/c/16/37/44/96/16374496.html
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05-10-2008, 12:00 |
@Aufklärung08:
Sie haben unumwunden Recht. Das ganze Ausmaß der "deutschen Katastrophe" - die Verwicklungen unserer deutschen Banken können wir uns wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz vorstellen. Die Summe der benötigten Hilfen von HRE - wird ja dreimal so hoch geschätzt (rd. 100 Mrd. Euro bis Ende 2009) als bisher bekannt.
Wahrscheinlich bleibt dem Staat nur noch die alleinige Rettung. Aber dann muss eine Veränderung an der Spitze dieser Banken - Verstaatlichung der Institute. Eine andere Lösung wäre nicht adäquat. Wenn jetzt nicht am Montag der Vorstandsvorsitzende dieses Instituts zurücktritt verstehe ich die Wirtschaftswelt nicht mehr.
Jedoch befürchte ich, dass die HRE nicht die einzige Bank ist, die kurz vorm Sinken ist. Als Steuerzahler und Sparer bekommt man nur den reinen Hass auf diese Zocker und Amateure von Bankvorstände (denn sie wissen nicht was sie tun).
Lieber3103
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05-10-2008, 12:34 |
@ Lieer3103
Wo funktionieren staatliche Banken in dieser Welt? Wer sagt, dass HRE "gerettet" werden muss? Eine kontrollierte Abwicklung, so dass Sparer gesichert sind (ist ohnehin der Fall im deutschen Einlagensicherungssystem) wäre ein gangbarer Weg. Dann hätten auch die "bösen" Banken die Pflicht (!) nachzuschießen. So funktioniert das Einlagensicherungssystem.
Nicht das System als solches ist funtionsunfähig, sondern den Politikern in USA und in DE fehlt die Courage zu einer geregelten Abwicklung. Das liegt auch daran, dass anschließend natürlich das Finanzsystem auf entsprechend "geringerer Flamme" arbeiten würde. Die vielen Arbeitsplätze, die das System geschaffen hat, will man nämlich gerne erhalten. Gerne auch die Steuerzahlungen der Banken! Glatte Doppelmoral der Politiker und der Öffentlichkeit. Man kokettiert mit den unschätzbaren Vorteilen des Systems und will es deshalb umjeden Preis erhalten. Verstaatlicheung, die Sie fordern, führt von vornherein zu miserablen Bedingungen. Das schüzt übrigens vor NICHTS, denn die größte Zahl der Banken in Schieflage sind hier in DE staatliche Banken !!! ;-)
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05-10-2008, 12:56 |
Guten Tag,
ich denke ebenfalls, dass eine Rettung nicht mehr Nutzen als Schaden bringt.
Die HRE ist durch bzw. down. Selbst wenn die BRD 100 Mrd. auf die Beine stellt, winkt die Bay LB doch schon mit den Untergangsfahnen. Wohin soll dies führen? 200 oder vielleicht auch 700 Mrd €?? also 1000000000000 Dollar? Machen wir aus 1,5 Billionen mal gerade 2,2 Billionen € Staatsverschuldung??
Der Steuerzahler sollte im Idealfall kein Risiko tragen, weil er keine Dividende zu erwarten hat. Vice versa sollte die HRE pleite gehen - geordnet. Risiko heißt nunmal nicht nur exorbitanter Gewinn. Es kann auch exorbitanter Verlust heißen.
Eine Rettung wäre nur dann sinnvoll, wenn die BRD langfristig an den zukünftigen Gewinnen der HRE beteiligt wäre - mit Zins und Zinseszins. Das soll keine Verstaatlichung bedeuten, sondern eine reine Gewinnbeteiligung. Jedoch besteht in dieser Form immer wieder das Risiko des Moral Hazard der GF. Überzogene Regelungen und Gesetze wären wiedermal die deutsche Folge.
Was für Folgen hätte eine Pleite? Man kann es nicht vorhersagen. Mehr als austrocknen kann ein Kreditmarkt nicht. Wer überlebt, hat Glück? Es wäre ein harter Weg. Doch vielleicht braucht Deutschland seit langer Zeit wieder einmal einen harten Weg, um zu erkennen, dass unser bisheriger Weg nicht richtig war.
M. Ender
Köln
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05-10-2008, 20:29 |
@ Lieer3103
Zu ergänzen ist noch, dass eine Finanzierung, wie sie die Tochter der HRE in Irland gemacht hat, hier in DE durch das Kreditwesengesetz ausgeschlossen ist. Da ist gewisse "Fristenkongruenz" vorgeschrieben. Dass HRE entgegen allen Regeln (die hier gelten) und entgegen jeglicher Vernunft diese Risiken eingegangen ist, scheint totales Versagen des Vorstandes zu sein. Solches Fehlverhalten, was auch schon heute nach Aktiengesetz (§ 93) strafrechtlich relevant ist, wird durch Verstaatlichung keineswegs ausgeschlossen. Bin gespannt, ob man den Vorstand (und vielleicht den Aufsichtsrat - je nach Fakenlage) vor Gericht stellen wird.
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05-10-2008, 21:41 |
Realist:Zu ergänzen ist noch, dass eine Finanzierung, wie sie die Tochter der HRE in Irland gemacht hat, hier in DE durch das Kreditwesengesetz ausgeschlossen ist. ... Bin gespannt, ob man den Vorstand (und vielleicht den Aufsichtsrat - je nach Fakenlage) vor Gericht stellen wird.
Unwahrscheinlichm,
allerdings wäre bei Depfa eine Übernahme durch die Bundesregierung nicht unsinnig. Die Depfa hat langlaufende Kredite an grundsolide Gläubiger ausgegeben und mit kurzfristigen Krediten das Kapital dazu geholt. Sie könnte das Geschäft weiterführen und das Kapital auch heute bekommen und würde marktübliche Zinsen dafür zahlen können, wenn denn der Interbankentransfer nicht zusammengebrochen wäre. Wenn ihr nun das Kapital zur Verfügung gestellt wird, wäre das die erste Beteiligung des deutschen Staates, die sich auch mal auszahlen würde. Allerdings: Von welchem Geld! Regierungen sind im Vergleich zu Banken eher klein.
Aber die Banker, die sollte man alle verhaften und so lange einsperren, daß die nächste Bankenkrise nicht mehr in meinen Leben erfolgt. Und bitte nicht vergessen, Ihnen das seit 2000 für die kriminelle Tätigkeit ausbezahlte Entgeld zurückzufordern.
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06-10-2008, 12:28 |
Es ist zwar nur nebensächlich, aber mal sehen welche Abfindung der HRE-Chef bei seinem unausweichlichem Abgang bekommt! Das sind ja nun solche Leistungsträger der Gesellschaft , von denen die FDP gebetsmühlenartig erzählt.
Übrigens, schon bemerkt ? Von dem zurückhaltendem Staat, der sich aus dem z.B. auch aus sozialen Dingen heraushalten soll hört man von den Neoliberalen Kräften wenig! Z.B. die CDU-Gesellschaft "neue soziale Marktwirtschaft" hört man zur Zeit gar nicht.
Er sagte: "Seid glücklich und zufrieden, denn es könnte noch schlimmer kommen" . Und sie waren glücklich und zufrieden und es kam noch schlimmer.
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06-10-2008, 13:11 |
Lieer3103:@Aufklärung08:
... - die Verwicklungen unserer deutschen Banken können wir uns wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz vorstellen. Die Summe der benötigten Hilfen von HRE - wird ja dreimal so hoch geschätzt (rd. 100 Mrd. Euro bis Ende 2009) als bisher bekannt.
Wahrscheinlich bleibt dem Staat nur noch die alleinige Rettung. Aber dann muss eine Veränderung an der Spitze dieser Banken - Verstaatlichung der Institute. Eine andere Lösung wäre nicht adäquat. Wenn jetzt nicht am Montag der Vorstandsvorsitzende dieses Instituts zurücktritt verstehe ich die Wirtschaftswelt nicht mehr.
....
Die Verantwortlichen in den Banken und in der Wirtschaft haben all die Jahre Front gegen Regulierungen gemacht, insbesondere bei den Kapitalmärkten. Der Markt wirds schon richten. Jetzt jammern Sie rum, Henkel, Breuer etc. ja "man bräuchte mehr Transparenz, Regeln auch Sanktionen" etc.: was für eine verlogene Bande.
Aber wenn Renditegier und Betrug im Spiel ist, dann kommt es zu solchen Katastrophen. Und was nutzt einem der Einlagensicherungsfonds, wenn meine Bank hinter meinem Rücken in Papiere umschichtet, die gar nix damit zu tun haben? Und was hilft dem Kleinsparer, wenn infolge der Krise sein Arbeitsplatz verloreng geht. Gar nix. Dann darf er nach 12 Monaten sein Erspartes vom Fonds "geschütztes" Vermögen auf ALG II anrechnen lassen. Ache ne, vorher kann er ja für 7,38 oder 8,50 Euro etc. bei der Zeitrabeit einsteigen. Dann steigen wenigstens wieder die Aktien von Adecco, und Co. Und die Vermögen und Unternehmensgewinne profitieren wieder davon. So wie in den letzte Jahren.
Die Verantwortlichen müssten mit hohen Haftstrafen zur Rechenschaft gezogen werden. Da müssten einige Köpfe rollen. Aber davon weden wir kaum was lesen alsbald.
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06-10-2008, 13:32 |
Wohltuend ist übrigens, dass die ewigen "Linksbeter" und "Gutmensch-Rethoriker" zunehmend ruhiger geworden sind.
Ob es an Einsichten liegt?
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06-10-2008, 13:50 |
Realist:Wohltuend ist übrigens, dass die ewigen "Linksbeter" und "Gutmensch-Rethoriker" zunehmend ruhiger geworden sind. Ob es an Einsichten liegt?
Wir geniessen (da unsere Rente nicht in Aktien, sondern im gesetzliche Umlageverfahren inflationsgeschützt abgesichert ist) den Bankrott des Kapitalismus, der sich letzte Woche, keine 20 Jahre nach Ende des Sozialismus, selbst umgebracht hat, und hoffen daß damit das Ende der Schlechtmenschen und ihrer penetranten Desinformation "Privatisierung! Privatisierung! Alle Gewinne zu mir und die arbeitende Bevölkerung mit Füssen treten" eingeläutet wurde.
Bei Anne Will gestern abend mochte niemand mehr die Neoliberalen, so schnell kann eine Volksmeinung an die Oberfläche kommen, wenn die bisherigen Desinformanten über ihre eigenen Renditelügen stolpern.
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06-10-2008, 15:44 |
Glosse?
Die rücksichtslose und menschenverachtende Art in der amerikanisches Proletariat
sich über Jahre hinweg Bankkredite ergaunert hat, zeitigt nun die unvermeidbaren, grässlichen Folgen.
Gesunde Selbstregulierung und die freien, guten Kräfte des Marktes müssen auf der
Strecke bleiben, weil die verbrecherischen Machenschaften amerikanischer Kreditnehmer
die amerikanischen Banken in die schwierigste Lage seit 1929 gebracht haben.
Die Sorge um das finanzielle Überleben vieler Bänker, vor allem der Vorstandsmitglieder,
die ja überwiegend von unsicheren variablen Vergütungen leben müssen,
macht in der Tat betroffen und berührt schon sehr.
Persönlicher Reputationsverlust, einhergehend mit dem Entzug von elementaren Statussymbolen,
führen zu dramatischen persönlichen Identitätskrisen der verdienten Leistungsträger
unseres turbosozialen, marktwirtschaftlichen Systems.
Wie immer, müssen auch hier wieder die Schwächsten den Preis zahlen.
Die Chuzpe mit der nun eine Regulierung der Märkte eingefordert wird ist schon bemerkenswert.
Die amerikanische Regierung tut hier das einzig ethisch und sachlich Richtige,
indem sie den immensen Schaden der bei Bänkern und Banken durch "König Kunde" angerichtet wurde,
leider nur durch den berühmten Tropfen auf den heißen Stein,
von gerade Mal 700 Milliarden Dollar Steuergeldern, uneigennützig zu beheben versucht.
Es ist zu hoffen, dass hier noch weitere längst überfällige Entscheidungen zum Schutze des Kapitals folgen werden.
Es kann nicht sein, dass Gewinne,
die durch die kriminelle Gier und Rücksichtslosigkeit der Allgemeinheit entstanden sind, sozialisiert,
die Verluste aber dann privatisiert und nur von den Banken und den Spitzenkräften unserer Gesellschaft
gestemmt werden sollen.
Hier ist jetzt und heute von uns allen die kapitale und globale Solidarität gefordert.
Nun folgt der nächste Akt des globalen Kettenbriefmassakers.
Der medienschleimig schwyzerdütsch dampfparlierende, ewig Grinsende verlangt einen Persilschein der EU,
im Münchner Irrenstadl „Casino HRE“ bekommen die angelernten, anscheinend nebenberuflich tätigen Vorstandsmitglieder endlich einen Crashkurs in den vier Grundrechenarten...
„Ääääh 26 und 24 sind 36 oder 70, Quatsch, äääh hundert....Milliarden“,
mit der Folge, dass den Protagonisten des nationalen Politikzirkus, die schon gelockerten christlichen Flaumfedern fliegen und ihnen ihr soziales Wichtiggegackere im Schnabel stecken bleibt.
Die klugscheißerischen Privatisierungs- und Deregulierungsgurus haben schnell ihr nietennadelgestreiftes Yuppiedeckmäntelchen gewendet,
-„Wir trugen halt schon immer Blaumann von Brioni“-
sind jetzt für einen starken Staat und strenge Regularien, und die nun wirklich völlig schuldlosen Medien, holen aus den hintersten Ecken ihrer Kasperltheaterwerkstätten die alten verstaubten Kommentatorenmasken, der Heiner, Oskars, Ludwigs und Norberts.
Heißa und Juchhee, endlich wieder ein wahrhaft fröhliches und einschaltquotenförderndes Dorfsauentreiben.
So kommt nun endlich die längst überfällig gewordenen Umverteilung von oben nach unten in Gang.
Von den Höhen des politischen Olymp wabern die vor neugieriger Transparenz schützenden Nebelschwaden des Vertrauens nach unten und senken sich wohltuend und beruhigend aufs
aufgeregte Proletariat.
Im Schutze merkelschen Verbalnebels steigt der stinkende Rauch verbrannten Kapitals vom Altar Mammons, einem Brandopfer gleich, nach oben, gen Himmel.
Als der Vertrauensnebel sich lichtet, sehen wir Grünspan, Ackermähn, Funk , Mr. Peanut und viele andere gefallene Erzengel des Kapitalismus, in langer Reihe übers Abwasser
des Subprimemeeres wandeln.
Und sie singen ein neues Lied vor dem Throne Mammons.
Es ist die Internationale.
Pastell Bigott
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06-10-2008, 16:02 |
Das Bemühen der Regierung, einen Kollaps der Finanz- und Realwirtschaft zu vermeiden sollte man anerkennen. Falls der Kollaps nicht verhindert werden kann, wird aus der wirtschaftlichen alsbald eine politische Krise, die alles hinweg fegt, was als stabil gilt. An der Bewältigung der Krise sollte deshalb allgemeines Interesse bestehen. Leider muss ich "Aufklärung 08's" Befürchtungen nicht nur teilen, sondern fehlende Transparenz für alle Finanzinstitute beklagen. Solange der Abschreibungsbedarf der Banken verschwiegen wird, muss die perfide Absicht vermutet werden, dass Verluste zurzeit klammheimlich auf Anleger überwälzt werden. Insbesondere befürchte ich die fortschreitende Bei- und Untermischung von Finanzschrott in Aktien-, Anleihe- und Genussscheinfonds. Leider gibt es kaum Kontrollmöglichkeiten betreffend die konkreten Veränderungen von Fondsstrukturen und -profilen. Mit wurden in 2005 Fonds verkauft, die zwischenzeitlich mit nachrangige Anleihen verschlechtert worden sind. Ich vermisse insgesamt eine kritische Öffentlichkeit. Möglicherweise gibt es sie, aber ihr Durchdringen könnte grob behindert werden. Der Politik wird eine Gratwanderung zwischen Offenheit und Beschwichtigen zugemutet. Beschwichtigen zur Verhinderung von Panik ist ein akzeptables Motiv. Sollte dieses Motiv von den Schuldigen der Finanzkrise aber erneut missbraucht werden, um eigene Fehlleistungen und Schäden auf arglose Kunden zu überwälzen, gerät die Politik in Erklärungsnot. Die Regierung wäre gut beraten, ihre Hilfeaktionen mit kritischem Blick und harter Hand zu verbinden. Dankbarkeit gegenüber Sponsoren wäre unklug angesichts der akuten Krise und latenten Perspektive.
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07-10-2008, 10:44 |
Realist:@ Lieer3103
Zu ergänzen ist noch, dass eine Finanzierung, wie sie die Tochter der HRE in Irland gemacht hat, hier in DE durch das Kreditwesengesetz ausgeschlossen ist. Da ist gewisse "Fristenkongruenz" vorgeschrieben. Dass HRE entgegen allen Regeln (die hier gelten) und entgegen jeglicher Vernunft diese Risiken eingegangen ist, scheint totales Versagen des Vorstandes zu sein. Solches Fehlverhalten, was auch schon heute nach Aktiengesetz (§ 93) strafrechtlich relevant ist, wird durch Verstaatlichung keineswegs ausgeschlossen. Bin gespannt, ob man den Vorstand (und vielleicht den Aufsichtsrat - je nach Fakenlage) vor Gericht stellen wird.
Dankesehr, wirklich wertvoller Einschub. Hier einmal ein erster Versuch, die juristische Seite etwas strukturierter weitergehend zu durchleuchten nach Einbezug der bereits vorgetragenen Argumente:
Fall HRE : Hier werden nicht durch den Staat zig Milliarden Verlust abgedeckt. Es handelt sich jedenfalls nach den publizierten Informationen nur um eine Liquiditätskrise, nicht um eine Überschuldungskrise. Der Staat würde demnach nur bürgen, aber exakt Null Euro einzuschießen haben.
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Wieso die EZB allerdings nicht zuvor einspringen konnte oder wollte, wäre intensiver zu analysieren. Wurde es versucht und mangels Werthaltigkeit der verfügbaren abtretbaren Werte der Bank abgelehnt? Oder wurde es überhaupt nicht versucht? Oder waren die EZB-Zinssätze zu hoch für diesen Fall? Oder die Gesamtsumme zu hoch für den ja auch politischen Entscheid mit Präzedenzwirkung?
Diese Analyse ist hier noch nicht erfolgt. Vielleicht haben andere schon Lektürezeit hierzu investiert und können die Fakten hier nachstehend ergänzen.
Es besteht jedenfalls Recht zur Frage, ob die HRE schlecht geredet wird, damit irgendein vielleicht schon Wartender sie dann kostenlos vom Staat übertragen erhalten kann nach dem Vorbild der IKB.
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Richtiger gesagt, auf Kosten des Steuerzahlers, also aus oben gezeigten Gründen wohl rechtswidrig und damit anfechtbar, potentiell rechtsunwirksam.
Es wäre dann des weiteren wohl Verstoß gegen das Grundgesetz (Enteignung ohne Entschädigung), gegen die Menschenrechtskonvention (Enteignung - hier wirklich als Verletzung des Eigentums- Rechtsinstituts).
Aus Gründen des Taktes nur sehr kurz angedeutet: Rechtlich sehr heikle weitere Aspekte eines sehr viel unfreundlicheren Rechtsgebietes müssten eigentlich auch erörternd dem Versuch einer Wertung zugeführt werden. Zu dieser Erörterung besteht keine Neigung.
Es wird auch sehr genau zu beobachten sein, bei wem die IKB (die IKB) vielleicht auf Dauer verbleiben wird, ob beim jetzigen Erwerber oder bei einem Bank- Konkurrenten. Das gleiche wird ja sodann irgendwann auch für die HRE zu verfolgen sein.
Wer sagt, dass HRE "gerettet" werden muss?
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Eine kontrollierte Abwicklung, so dass Sparer gesichert sind (ist ohnehin der Fall im deutschen Einlagensicherungssystem), dies wäre ein gangbarer Weg. Dann hätten alle Banken die Pflicht (!), nach objektivem Schlüssel nachzuschießen. So funktioniert das Einlagensicherungssystem.
Refinanzierung wie durch die Irland-Tochter der HRE ist nach deutschem Bankenrecht unzullässig.
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Eine gewisse "Fristenkongruenz" ist verbindlich vorgeschrieben.
Es ist wohl Rechtsverstoß, dass die HRE über ein Engagement im Ausland ins offenkundig mindestens faktische Obligo geriet für derartige zu ihrem Eigenkapital überdimensierte Verstöße, bezogen auf das Recht ihres deutschen Hauptsitzes. Dieser Rechtsverstoß wäre dem HRE-Vorstand anzulasten, sofern er sich nicht wirksam entlasten kann. Man höre zu einem Vorwurf immer vorab die Gegenmeinung, was an dieser Stelle natürlich nicht möglich ist.
Die Frage eines Verstoßes nach Aktiengesetz (§ 93 wurde an anderer Stelle vorgetragen) in gleicher Sache ist hier zur Sichtung vorgemerkt.
Würde man den Vorstand hierzu zur Verantwortung ziehen wollen, so müsste man nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung gemäß Grundgesetz allerdings auch alle anderen Vorstände und Aufsichtsräte aller deutschen Banken einer gleichartigen Nachkontrolle der Entscheide unterwerfen. Was das bedeuten könnte, mag jeder für sich überdenken. Jedenfalls kann nicht wünschenswert sein, die meisten Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der wesentlichen deutschen Banken relativ zeitgleich nach den Regeln des deutschen Bankenrechts auswechseln zu müssen.
Wer sich über solche und weitere Aspekte der abstrakten Krisenanalyse näher informieren möchte:
http://infos7.com oder
auch http://infos7.com/tiki-index.php?page=Finanzkrise+Top+Menu
Die wohl umfassendste Sammlung von volkswirtschaftlichen und rechtlichen Krisenanalysen,
rund 50 Themenkreise bereits erarbeitet, täglich Neues.
(Nicht Forum, und es wird dort nichts verkauft. Wikipedia-Format, nur Experten-Autoren.)
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07-10-2008, 15:18 |
Warum sollten sie?
Der Raubtierkapitalismus zerfleischt sich selbst. Zivilisierte Menschen dreschen nicht auf einen Sterbenden ein.
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07-10-2008, 23:15 |
@ Realist
"Wohltuend ist übrigens, dass die ewigen "Linksbeter" und "Gutmensch-Rethoriker" zunehmend ruhiger geworden sind.
Ob es an Einsichten liegt? "
Das dürfte ein frommer Wunsch sein. Dass diese Schreiberlinge ruhig sind, liegt daran, dass dieses Forum tot ist und user wie @yahel, @economist, @BaeckerBullerjahn, @Realist etc kaum noch Beiträge schreiben. Die von Ihnen genannten "Linksbeter" wollen also in Wahrheit nicht diskutieren, sondern nur stören. Die mischen sich hier nur ein, wenn Sie und und ich Beiträge schreiben. Ansonsten nicht. Anstösse zur Diskussion oder neue Themen sind von Aufklummerset08 und Co. noch nie gekommen. Die müssen nur Aufträge erfüllen und immer dann stören, wenn hier schlüssige Beiträge und Argumente geliefert werden - ansonsten schweigen die.
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07-10-2008, 23:39 |
machen Sie mal die Seite von Friedrich Merz auf. ; Werbung von der deutschen Bank ! Ist doch schick !
Man könnte meinen : dass " Die Wohlfahrtsorganisationen Beamte*-Banker-Politiker ? sich jetzt mit Ellbogen nehmen was Ihnen schon längst nicht mehr zusteht ! "
**Verlierer : alle Leistungsträger : Unternehmen (r), Angestellte, Arbeiter, Handwerker, Bauern usw.
Problem : das Schweigen von Justicia* ? weil : darf per Dekret Steuergeld exakt so, wie jetzt praktiziert, herangezogen werden ?
Im Fernsehen kommt so schön " Wir sind das Volk " .......Warum wehrt sich hier keiner ?
Außerdem stimmt nicht : "Rettung durch den Staat" es müsste korrekt heissen : Rettung durch den Steuerzahler**
siehe oben.
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08-10-2008, 21:53 |
Realist:Wohltuend ist übrigens, dass die ewigen "Linksbeter" und "Gutmensch-Rethoriker" zunehmend ruhiger geworden sind.
Ob es an Einsichten liegt?
Nö, den die Einsicht, dass Sie überwiegend falsch mit Ihren "Darstellungen"
liegen, habe ich ja schon länger und ist ja täglich von Ihnen gerne präsentiert.
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09-10-2008, 18:30 |
Rebecca77:Jedenfalls kann nicht wünschenswert sein, die meisten Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der wesentlichen deutschen Banken relativ zeitgleich nach den Regeln des deutschen Bankenrechts auswechseln zu müssen.
Wieso nicht ?
Geballte Fachkompetenz liegt dort nur zwecks eigener Bereicherung vor.
Jede Putzfrau hätte ihr Geld besser verwaltet. Nur halt nicht mit 25% Rendite.
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09-10-2008, 18:47 |
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