Jagdish Bhagwati meint: "Die Leute an der Wall Street und im US-Finanzministerium sprechen die gleiche Sprache, teilen die gleichen Ansichten und Werte - und nehmen irrtümlich an, dass jede Finanzinnovation gut ist. Sie machen sich dafür stark, die Finanzbranche möglichst weit zu öffnen. Andere Meinungen werden nur von Leuten vertreten, die nicht Teil dieses Netzwerkes sind und deshalb kein Gehör finden." und übersieht dabei, daß er selbst Teil dieses Netzwerkes ist.
Seine Korrekturvorschläge am System: "Wir brauchen ein wirklich unabhängiges Aufsichtsgremium.", "halte es für überzogen. daß die Krise für den Marktfundamentalismus das ist, was der Fall der Berliner Mauer für den Kommunismus gewesen ist", "insgesamt funktioniert der Kapitalismus sehr gut. ", "Wir benötigen eine bessere staatliche Aufsicht über die Finanzbranche und weniger Einfluss der Finanzindustrie auf die Politik." zeigen das deutlich.
Er möchte am System der Zocker und Blasenspekulanten nichts ändern, sondern weiß daß in ihm "Menschen in wirtschaftliche Not geraten" und dann nicht etwa das Finanzsystem, sondern 'der Staat' helfen soll (natürlich ohne dies aus den privatisierten Gewinnen der Finanzbranche zu finanzieren).
Sorry, der Mann hat nicht genug Abstand, um die wahre Katastrophe des Systems zu sehen. Er steht auf der Sonnenseite, und weiß nicht, daß die Armut der Menschen global zunimmt, weil einige wenige immer mehr haben, mehr als sie zum Leben brauchen, mehr als sie jemals ausgeben können.
Ein System, welches nicht inhärent zu einer gleichmässigeren Verteilung führt um die Schere zwischen arm und reich zuschliessen, muß scheitern, denn es wird früher oder später von einer Revolution überrollt. Das können wir an System der letzten 2000 Jahre beobachten. Vielleicht hätte Jagdish Bhagwati lieber Historiker werden sollen, dann wüsste er das.
Wie sagte mal jemand: "Eine Gesellschaft sollte nicht daran gemessen werden, wie es ihrem König geht, sondern wie es ihrem Ärmsten geht." Das wäre ein Anfang.