Würden Sie die Einführung eines verpflichtenden Sozialen Jahres befürworten?

Letzter Beitrag 25-10-2008, 12:44 von der Schlauberger. 3 Antworten.
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  •  11-10-2008, 8:13 21476

    Die Wehrgerechtigkeit ist in Deutschland schon einige Zeit nicht mehr gegeben - nicht mal mehr 50 % der wehrfähigen Männer müssen zum Bund. Auch die Anforderung an die Soldaten hat sich im letzten Jahrzehnt verändert - zusätzlich zur Landesverteidigung kommen permanent Auslandseinsätze hinzu. Dies erfordert eine Professionalisierung der Armee.

    Auch die Rahmenbedingungen im sozialen Bereich verändern sich - wir haben einen Mangel an Pflegern in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Vereine und andere soziale Organisationen jammern wg. des fehlenden Nachwuchses.

    Gleichzeitig bescheinigen Ausbildungsbetriebe und teilweise auch Hochschulen die fehlende "sozialen Kompetenzen" junger Menschen.

    Wäre es nicht vielleicht eine Überlegung Wert - alle jungen Menschen (Männer u. Frauen) nach der Schulausbildung o. nach der beruflichen Ausbildung - für ein verpflichtendes soziales Jahr einzusetzen?

    Vielleicht könnte der junge Mensch zwischen:

    -> Bundeswehr und Polizei (bei einer längerern Verpflichtung)
    -> dem technischen Hilfswerk o. der Feuerwehr,
    -> örtlichen Vereinen und
    -> sozialen Arbeiten (Pflegeheimen, Krankenhäuser, Behinderteneinrichtungen etc.)

    frei wählen. Natürlich müsste es auch hier aus gesundheitlichen o. a. wichtigen Gründen Befreiungstatbestände geben.

    Die so sozial Verpflichteten würden die "Gesellschaft" besser kennenlernen und ihre soziale Kompetenz stärken.
    Viele Leistungen könnten dadurch wieder angeboten - weil bezahlbar - werden.

    Was halten Sie von dieser Idee:

    a) Lehne ich grundsätzlich ab - ich denke dies wird für den Staat viel teurer.

    b) Eine Zwangsverpflichtung zu einem sozialen Jahr lehne ich ab.

    c) Finde ich grundsätzlich gut - die detaillierten Regelungen - auch Konformität mit der Verfassung - müssten noch geprüft werden.

    d) Keine Ahnung. Diese Themen interessieren mich nicht (bin nicht mehr in dem Alter - habe auch keine Kinder, die von einer solchen Regelung betroffen werden).

    e) Kein Kommentar.
    Lieber3103
  •  12-10-2008, 21:32 21488 Antwort zu 21476

    Jonas ist online. Letztmals aktiv: 01-12-2008, 16:49 Jonas
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 1.044
    Lieer3103:
    Lehne ich grundsätzlich ab

    Obwohl ich für die Wehrpflicht bin.
    Aber nicht in Form der kostenlosen Hilfskraft der Armee wie heute,
    sondern als Ausbildung, Ausbildung zur Selbstverteidigung des Landes.
    Wehrgerechtigkeit durch eine sehr kurze Ausbildungsdauer,
    die alleine durch Zeitsoldaten als Lehrkräfte geleistet wird,
    so dass alle drankommen.
    Kein Drill und Exerzierschritt, sondern Lernen zu Kämpfen,
    mit simulierten Gefechten und Erklärung der Technik.
    Die Jugendlichen spielen gerne Gotcha, Warcraft und ,
    warum sollten man nicht, wenn fair behandelt,
    auch ihr natürliches Interesse dafür ausnutzen und bedienen ?

    Nur auf den alten Muff von vor 50 Jahren, Kanonenfutter heranzuzüchten,
    hat zu Recht niemand mehr Lust. Dafür sind die Jugendlichen inzwischen
    wohl zu klug.
  •  12-10-2008, 23:28 21491 Antwort zu 21476

    @ Lieer

    Ich bin der Meinung, daß "Bildung" im Elternhaus stattzufinden hat.

    Ein junger Mensch. der nicht bis zum 4ten Lebensjahr soziales Verhalten gelernt hat, wird es nie mehr lernen.

    Schule und Bundeswehr können da nichts mehr richten.
  •  25-10-2008, 12:44 21777 Antwort zu 21476

    Warum sollten wir nicht über ein "verpflichtendes soziales Jahr" diskutieren.

    Ihre Idee habe ich das erste mal bei einem Seminar mit Hr. Mayerhofer (Ex-Bundesinnenminister) gehört. Ich muss schon sagen, die Idee besticht - wir würden der Jugend und unserem Sozialsystem etwas Gutes.
    Langfristig profitiert sogar die Bundeswehr von der Strukturreform (professionellere Aufstellung).