Bankenkrise – es kann noch blutig werden

Letzter Beitrag 14-04-2008, 9:01 von Realist. 18 Antworten.
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  •  31-03-2008, 7:23 15375

    Bankenkrise – es kann noch blutig werden

    Welche Folgen hat die Bankenkrise für die Realwirtschaft? Eine neue Studie von Internationalem Währungsfonds und Bank für Internationalen Zahlungsausgleich lässt Schlimmes fürchten. Lesen Sie, warum Turbulenzen im Bankensektor gerade in hoch entwickelten Industrieländern den wirtschaftlichen Wohlstand beträchtlich schädigen.

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  •  31-03-2008, 9:47 15378 Antwort zu 15375

    Zunächst sollten die Banken sich weltweit über neue Finanzierungsbedingungen einigen. Die Banken treiben absichtlich die Werte von virtuellen Unternehmen, deren realer Wert in keinem Verhältnis steht zum Aktienwert, in die Höhe, um so an den gewaltigen Krediten, die an Hedge-Fonds vergeben werden, zu verdienen. Und wenn keine Übernahmen werthaltiger Unternehmen ins haus stehen, steigt man schamlos auf Schrottkredite um. Die jetzige Bankenkrise ist durch ein kopf- und gedankenloses Nachahmen der unseriöses "Pioniere", die zunächst gut verdienten, hausgemacht. Daher sollten zunächst die banken ihre Wunden lecken und dann dazu übergehen durch Veränderung ihrer Grundsätze zukünftige Gefahren für ganze Volkswirtschaften zu vermeiden.

    Erst wenn die Banken selber nicht in der Lage dazu sind oder nicht gewillt sind entsprechend zu handeln sollten die führenden Industrienationen(Ich befürchte dort mangelde Fachkompetenz) über eine gezielte staatliche Kontrolle der Finanzgebahren der Bankinstitute nachdenken.

    Daß Banker mit den Wölfen heulen, sehen wir an zwei Berichten. Schrieb noch vor einem Monat das Handelsblatt:

    "Deutsche Bank lobt Hedge-Fonds

    Deutschland sollte die „alte Welt der Kapitalanlage“ rasch vergessen und sich umgehend in Richtung einer modernen Finanzwelt orientieren, sagt Klaus Martini, Global Chief Investment Officer der Deutschen Bank. Alternativ-Investments wie Hedge-Fonds müssten daher in der Asset Allocation – der Aufteilung des Vermögens – in Zukunft eine wesentlich größere Rolle spielen als derzeit. Ein Zeichen will die Bank nun selbst setzen." (Handelsblatt vom 28.02.2008)

    so lesen wir im Handelsblatt vom 26.03.2008:

    " Zum anderen kann die Bank wie viele andere Institute Großkredite zur Finanzierung von Übernahmen derzeit nicht mehr am Markt weiterverkaufen. Diese Zurückhaltung der Investoren werde sich 2008 zunächst fortsetzen, erklärte die Bank. Daher seien hier weitere Abschreibungen möglich. Insgesamt habe die Bank in diesem sogenannten "Leveraged-Finance-Geschäft" Kredite und Kreditzusagen in Höhe von mehr als 36 Mrd. Euro in den Büchern."
  •  31-03-2008, 14:09 15392 Antwort zu 15375

    Die jetzige Bankenkrise ist nicht Folge von Problemen der Realwirtschaft, sondern von der Finanzbranche hausgemacht. Insofern ist eine Unterscheidung zu frühereren Finanzkrisen, z.B. in Südamerika, zu machen. Am ehesten vergleichbar mit dem Platzen der Internet-Blase.

    Rein spekulative Produkte, wie Zins-Swaps, sind die neuen Stars der Finanzwelt. Der Versuch aus Geld Geld zu machen ( ohne Umweg über reale Investitionen ). Die Börse als Wettspielbüro und die Anlageberater heißen alle Hoyzer!

    Die Angst vor einer Kredit-"klemme" veranlasste die Notenbanken einige Hundert Milliarden US-$ in die Märkte zu pumpen.
    Betrachtet man allerdings die Terminmärkte, dann scheint eher zu viel Geld unterwegs zu sein.

    Banken, die von Staat Unterstützungsgelder bekommen, sollten auch angemessene Rückzahlungskonditionen bekommen. D.H. schlechtes Rating --> hohe Zinsen. So könnte die Belastung des Steuerzahlers verringert werden.

    Das größte Problem der internationalen Finanzwelt ist der Dollar. Durch jahrzehntelanges Leistungsbilanzdefizit windelweich geworden, verliert er langsam seine Funktion als internationale Leitwährung an der €uro. Die Umstellung wird noch erhebliche Turbulenzen verursachen, besonders an den Rohstoffmärkten oder wenn Staaten wie China ihre Dollar ausgeben wollen.
  •  01-04-2008, 0:28 15441 Antwort zu 15392

    USA planen Regulierung der globalen Finanzmärkte

    Endlich ist es soweit die neoliberale Ideologie die reine Lehre der freien Märkte ohne staatliche Regulierung ist in sich zusammengestürzt. Die Vernunft und die Not der Stunde (globale Finanzkrise) haben die Einsicht in staatliche Regulierung gestärkt. Somit ist die von vielen als absolut geltende Lehre der freien Märkte zusammengebrochen.

    Hoffentlich ist die späte Einsicht nicht eine Einsicht die viel zuspät realisiert wird.

    USA planen größte Finanzreform seit 80 Jahren
    Kampf gegen die Finanzkrise: Die US-Regierung plant die umfassendste Reform der Finanzmarktaufsicht seit der Großen Depression vor rund 80 Jahren. Dabei soll die Federal Reserve Notenbank (Fed) als oberste Wächterin der Finanzmarktstabilität deutlich erweiterte Befugnisse bekommen. „Die Regierung steht in der Verantwortung, dass Regulierung effizient ist.
    http://www.welt.de/finanzen/article1857131/USA_planen_groesste_Finanzreform_seit_80_Jahren.html


    Somit ist klar das die Globalisierung nur dann gelingen kann wenn die Arbeits – und Finanzmärkte reguliert werden und globale soziale Standards definiert werden.

    Die Mär das der Markt alles von allein regelt ist wie viele „Heilsbotschaften“ nur ein Trugbild im Mülleimer der Geschichte.
    Jene die aufrecht gehen, werden nur historisch hoch angesehen.
  •  01-04-2008, 10:55 15458 Antwort zu 15441

    @ sybilla

    "USA planen größte Finanzreform seit 80 Jahren "

    Die beste Nachricht seit Jahren. Ein Grund zum Feiern. Hoffentlich folgen die EU und die asiatischen Wirtschaftsmächte.
  •  01-04-2008, 17:45 15481 Antwort zu 15375

    dr. wo ist nicht online. Letztmals aktiv: 03-04-2008, 19:00 dr. wo
    Top 500 Mitwirkender Registriert am 19-11-2007 Beiträge 2
    Die Bankenkrise, die 2007 von den USA ausging und in einige andere Länder ausstrahlte, ist weit mehr als nur das Symptom einer harmlosen Konjunkturschwankung. Eine ähnliche Krise gab es 2001 in Argentinien, die jedoch längst nicht diese weltweite Fernwirkung hatte wie die in den USA.

    Eine Finanzkrise, die einerseits von massenhaften Geldkrediten und andererseits von zahllosen Kreditausfällen wegen Zahlungsunfähigkeit gekennzeichnet wird, ist stets Ergebnis einer langfristigen, aber massiven Verwerfung im Gefüge einer Volkswirtschaft.

    Zahlreiche Volkswirtschaften dieser Welt gründen auf einer stetig wachsenden Verschuldung von privaten und öffentlichen Haushalten. Die Zahl der Gläubiger ist gegenüber der Zahl der Schuldner mikroskopisch klein. Gewöhnliche ökonomische Vorgänge transportieren Vermögen und Zahlungsmittel aus der breiten Volkswirtschaft in die Hände der Gläubiger. Wenn in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, “die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer” (mehr), dann ist dieser Transmissionsvorgang schon so gut wie abgeschlossen. Die Zahlungsmittel bei 90% der privaten und öffentlichen Haushalte sind im Vergleich zur gesamten Geldmenge in der Volkswirtschaft erschreckend gering. Dabei stammt ein Großteil dieser Zahlungsmittel sogar noch aus der anhaltenden Neuverschuldung.

    Die breite Verschuldung gerät unabwendbar an eine Grenze - letztlich an die Kreditlinie -, an der sie zwangsweise stoppen muss. Geradezu abfällig wird denn auch von einer “subprime crisis” gesprochen. Während also der Zufluss von neuem Geld zu stoppen beginnt, setzt der Abfluss des Geldes hin zu den Gläubigern sich ungehindert fort. Es kommt nun immer häufiger und zahlreicher zu Zahlungsausfällen bei den verschuldeten privaten und öffentlichen Haushalten. Domino-Effekte tun ihr Übriges. Die Banken, die stets die Vermittlerrolle zwischen Schuldnern und Gläubigern einnehmen, müssen zusehends ihre Forderungen abschreiben. Die Abschreibungen übertreffen früher oder später die Erträge, sodass die Banken selbst in die Zahlungsunfähigkeit geraten. Aus einem Domino-Effekt wird eine Lawine.

    Obwohl kein Gütermangel herrscht, stagniert die Konjunktur, da die Zahlungsmittel zu knapp geworden sind. Deflation macht sich breit, die die Zentralbank eine Zeit lang mit niedrigen und niedrigsten Zinsen bekämpfen kann: Niedrige Zinsen bewirken eine Ausweitung der Verschuldung und zugleich entsprechendes Geldmengenwachstum. Da sich also wiederum nur die breite Verschuldung erhöht, wird der Konjunkturzusammenbruch nicht verhindert, sondern nur ein wenig in die Zukunft verschoben.

    Die amerikanische Bankenkrise ist die Vorbotin einer Weltwirtschaftskrise vom Ausmaß der Krise der 1920er und 1930er Jahre, deren Beginn auch von den Letzten spätestens 1929 erkannt wurde.
  •  05-04-2008, 19:09 15679 Antwort zu 15481

    Spanni ist nicht online. Letztmals aktiv: 15-04-2008, 22:57 Spanni
    Top 200 Mitwirkender Registriert am 22-03-2008 Beiträge 5
    Leider ist es schon ziemlich blutig, nur wird es noch gut karschiert und man gewöhnt sich häppchenweise an immer größere Zahlen und hastige Rettungsmaßnahmen. Wahrscheinlich ist das ganze System schon maroder als wir glauben. Man kann - eher muss - daher zu einer umfassende Vorsorge raten. Wer jetzt nichts macht, wird sich später in die langen Schlangen der Überrumpelten einreihen müssen. Man muss die Finanzen sichern, Vorräte anlegen und auch Maßnahmen für die eigene Sicherheit treffen. Ich habe viele Tipps und auch konkrete Checklisten auf der Seite www.krisenvorsorge.com gefunden. Natürlich weiß man, dass man etwas tun muss. Aber wo anfangen und wo aufhören?

    Die letzten Meldungen der Bundesaufsicht und der Bayern-LB sowie die West-LB lassen einfach keinen anderen Schluss zu. Es wird gefährlich.
  •  05-04-2008, 20:29 15680 Antwort zu 15375



    Der Investmetbanker George Soros - übrigens eine recht ambivalente Persönlichkeit - weist darauf hin, daß bisher wirksame Lösungen für die Kreditkrise praktisch nicht existieren. Er sieht zwei große schwarze Wolken an den Finanzmärkten, die wohl ein heftiges Unwetter verusrachen werden. Zum einen seien dies " Credit Default Swaps", mit denen Gläubiger versuchten, das Kreditrisiko aus hochriskanten Anlagen abzusichern.Derzeitig ausstehendes Volumen: 45 Billionen Dollar, eine gewaltige Summe, etwa halb so groß wie das Vermögen aller amerikanischer Haushalte, oder fünfmal so groß wie die öffentliche Schuld der USA.
    Kommt es dort zu Panikreaktionen, brechen ggfs die ersten Versicherungen zusammen, weil die Gegenpartei in die Pleite gehe. Das andere Risiko sei der amerikanische Hypothekenmarkt, an dem nach Soros in den kommenden zwei Jahren etwa 40 % von 6 Millionen Hypotheken anbrennen werden.

    Da kann man nur sagen: Alle Mann in Deckung, das wird nicht ohne Auswirkung auf uns und andere bleiben.
    Und wer sich erinnert an den 11.9.2001 der weiss, das nicht nur die Türme einbrachen, Menschen starben und Kriege
    - zu Teil mit dreisten Lügen - in Gang gsetzt wurden, sondern auch der ohnehin schon schwache Stellenmarkt in DE
    kurz darauf einbrach.
  •  05-04-2008, 22:05 15685 Antwort zu 15679

    @ spanni

    Was wollen Sie machen?

    Wenn Geld nichts mehr wert ist, sind wir alle wieder gleich. Währungsreform!!

    Glauben Sie, daß nun die Jammernden gerechter behandelt werden?

    Fragen Sie unsere Edellinken Oskar und Gregor. Die tauchen bestimmt zum Exgegner nach Russland ab (Schröder, wir Koommen!)
  •  06-04-2008, 12:14 15691 Antwort zu 15481

    "Obwohl kein Gütermangel herrscht, stagniert die Konjunktur, da die Zahlungsmittel zu knapp geworden sind. Deflation macht sich breit, die die Zentralbank eine Zeit lang mit niedrigen und niedrigsten Zinsen bekämpfen kann: Niedrige Zinsen bewirken eine Ausweitung der Verschuldung und zugleich entsprechendes Geldmengenwachstum. Da sich also wiederum nur die breite Verschuldung erhöht, wird der Konjunkturzusammenbruch nicht verhindert, sondern nur ein wenig in die Zukunft verschoben."

    Dr.Wo, Ihre Analyse dürfte in großen Teilen richtig sein, nur nicht darin, daß die Zahlungsmittel zu knapp geworden sind. Sie sind nur dem Kreislauf entzogen und ruhen ungenutzt in den Geldspeichern weniger.
    Einem Reichen dessen Grundbedürfnisse befriedigt sind und der inzwischen an der Spitze der menschlichen Bedürfnispyramide angekommen ist, findet nichts mehr für das es sich lohnt Geld in den Kreislauf zu pumpen.
    Das ist in meinen Augen die Verwerfung. Daß die für eine Volkswirtschaft enorm wichtige Schicht der sogenannten Mittelklasse, die für den Geldkreislauf sorgt, weltweit ausgedünnt wird.
    Reiche, die viel haben, geben nichts mehr aus, weil sie alles haben, Arme die wenig haben, können nicht viel ausgeben.

  •  06-04-2008, 16:56 15694 Antwort zu 15691

    bscc ist nicht online. Letztmals aktiv: 06-07-2008, 13:04 bscc
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    @ Bäckerbullerjan

    Glauben Sie wirklich, daß ein "Reicher" auf seinem Geld sitzen bleibt ? Es vielleicht gar unter seinem Kopfkissen aufbewahrt ?

    Geld wird doch dazu verwendet um Zinsen zu bringen, d.h. über Banken ausgeliehen.

    Leider bin ich nur ein Amateurwirtschaftler, aber ich habe das Gefühl, daß im Verhältnis zur Produktivität eher zu viel Geld im Umlauf ist, d.h. es ist zu "leicht", über Zinsen Vermögen zu schaffen.
  •  06-04-2008, 21:09 15705 Antwort zu 15694

    @ bscc

    Nein die Reichen wollen eine Verzinsung ihrer Gelder, die auf irgendwelchen Konten Zinsen bringen sollen. Und wofür verwenden die Banken diese Gelder, daß sie diese Zinsen erwirtschaften können?

    Sie kaufen üüber Hedge-Fonds irgendwelche Unternehmen, denen riesige Zukunftsaussichten angedichtet werden, zu abenteuerlichen Preisen. Dann werden virtuelle Gewinne produziert, daß diese Zinsen bezahlt werden können und.. und... und.

    Irgendwann kracht es. Ja, natürlich haben Sie Recht. Es ist viel zu viel Geld auf Konten, fü die die Zinsen nur mit virtuellen Gewinnen bezahlt werden können. Solange die Finanzwirtschaft so ein verschworenes Häufchen ist, wird sich daran aber nichts ändern.

    Vor Kurzem erzählte mir ein "Reicher", der sich aber seinen Reichtum selber mit harter Arbeit selbst aus dem Nichts erarbeitet hat, daß er vor 10 Jahren in eine Biotech- Firma Geld gesteckt habe. Damals haben z.B. Ventur-Capital-Firmen nur Gelder gegeben, wenn man auf den Gebieten Software, Internet oder Biotech tätig war.
    In der Internet-Blase sind die Träume der Software- und Internetfirmen geplatzt. Aber auch die Biotech-Firmen sind nicht auf die Beine gekommen. Der Reiche hat auf sein Investment noch keinen Euro Zinsen gesehen.

    Es gab mal einen Herrn Schneider, dem Leipzig vielleicht einmal ein Denkmal setzen wird. Jedenfalls hat er das Gleiche getan, wofür Ludwig II. in Bayern so geliebt wird. Er hat mit nicht vorhandenen Geldern und ohne Kontrolle durch die banken abenteuerliche Projekte hochgezogen.

    In 100 Jahren wird Leipzig Herrn Schneider feiern, wie die Bayern heute Ludwig 2
  •  07-04-2008, 9:03 15716 Antwort zu 15694

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 04-07-2008, 10:34 Realist
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    "Glauben Sie wirklich, daß ein "Reicher" auf seinem Geld sitzen bleibt ? Es vielleicht gar unter seinem Kopfkissen aufbewahrt ?

    Geld wird doch dazu verwendet um Zinsen zu bringen, d.h. über Banken ausgeliehen.

    Leider bin ich nur ein Amateurwirtschaftler, aber ich habe das Gefühl, daß im Verhältnis zur Produktivität eher zu viel Geld im Umlauf ist, d.h. es ist zu "leicht", über Zinsen Vermögen zu schaffen."

    Grunsätzlich ist das so falsch nicht, dass zuviel Geld im Umlauf sein könnte! Das merkt man z.B. auch daran, dass mit solider Geldanlage kaum Realzinsen erwirtschaftet werden können. Nach Abzug von Inflationsrate und Steuern bleibt nämlich faktisch kein Realzins übrig! Das ist einer der Gründe, warum so viele Anleger in Risiken gehen.

    Einen wesentlichen Aspekt sollte man aber nicht vergessen:
    Sehr viele der notwendigen Veränderungen lassen sich in unserer Gesellschaft nur noch über "Geldentwertung" durchsetzen. So sind z.B. Löhne, Renten u.a. praktisch auch heute noch nur nominal nach oben flexibel - Menschen lassen sich da von der "Geldillussion" blenden (mehr Geld plus Preissteigerungen bringen nicht die erwarteten Zuwächse.). Auch der Staat als "Riesenschuldner" profitiert von Geldentwertung! Ohne Geldentwertung lässt sich die Staatsverschuldung kaum noch in den Griff bekommen - auch eine Form der Geldillussion!
  •  07-04-2008, 9:07 15717 Antwort zu 15694

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 04-07-2008, 10:34 Realist
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    "Glauben Sie wirklich, daß ein "Reicher" auf seinem Geld sitzen bleibt ? Es vielleicht gar unter seinem Kopfkissen aufbewahrt ?

    Geld wird doch dazu verwendet um Zinsen zu bringen, d.h. über Banken ausgeliehen.

    Leider bin ich nur ein Amateurwirtschaftler, aber ich habe das Gefühl, daß im Verhältnis zur Produktivität eher zu viel Geld im Umlauf ist, d.h. es ist zu "leicht", über Zinsen Vermögen zu schaffen."

    Grunsätzlich ist das so falsch nicht, dass zuviel Geld im Umlauf sein könnte! Das merkt man z.B. auch daran, dass mit solider Geldanlage kaum Realzinsen erwirtschaftet werden können. Nach Abzug von Inflationsrate und Steuern bleibt nämlich faktisch kein Realzins übrig! Das ist einer der Gründe, warum so viele Anleger in Risiken gehen.

    Einen wesentlichen Aspekt sollte man aber nicht vergessen:
    Sehr viele der notwendigen Veränderungen lassen sich in unserer Gesellschaft nur noch über "Geldentwertung" durchsetzen. So sind z.B. Löhne, Renten u.a. praktisch auch heute noch nur nominal nach oben flexibel - Menschen lassen sich da von der "Geldillussion" blenden (mehr Geld plus Preissteigerungen bringen nicht die erwarteten Zuwächse.). Auch der Staat als "Riesenschuldner" profitiert von Geldentwertung! Ohne Geldentwertung lässt sich die Staatsverschuldung kaum noch in den Griff bekommen - auch eine Form der Geldillussion!

    Im Hinblick auf das, was die Finanzmärkte nach dem 11.09.2001 zu verkraften hatten - und auch verkraftet haben - kann es so schlimm nicht kommen! Eben eine Rezession ist möglich! Und? Auf hohem Niveau gibt es weinge Jährchen, wo die Zuwächse nicht oder nur in geringem Umfang kommen! Kein Grund zur besonderen Sorge - jedenfalls nicht deshalb!

    Sorgen sollte man sich über die Unfägigkeit der Menschen machen, Proböleme zu deuten. Da laufen Wähler den Popöulisten nach und glauben deren Luftschlösser. Wer versteht schon "Wirtschaft". Wieviele Lehrer können "Wirtschaft" verständlich und richtig erklären?

    Insofern habe ich Sorgen um die Bildung der aktuellen und künftigen Wähler! DA liegen unsere Zukunftsprobleme!!!!! (Nicht auf den Finanzmärkten.)
  •  07-04-2008, 9:11 15718 Antwort zu 15694

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 04-07-2008, 10:34 Realist
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    Im Hinblick auf das, was die Finanzmärkte nach dem 11.09.2001 zu verkraften hatten - und auch verkraftet haben - kann es so schlimm nicht kommen! Eben eine Rezession ist möglich! Und??? Auf hohem Niveau gibt es weinge Jährchen, wo die Zuwächse nicht oder nur in geringem Umfang kommen! Kein Grund zur besonderen Sorge - jedenfalls nicht deshalb!

    Sorgen sollte man sich über die Unfähigkeit der Menschen machen, Probleme der Wirtschaft zu verstehen und zu deuten. Da laufen Wähler scharenweise den Populisten der ehemaligen SED nach und glauben deren Luftschlösser (anstatt sich an die marode DDR zu erinnern). Wer versteht schon "Wirtschaft". Wieviele Lehrer können "Wirtschaft" verständlich und richtig erklären?

    Insofern habe ich Sorgen um die Bildung der aktuellen und künftigen Wähler! DA liegen unsere Zukunftsprobleme!!!!! (Nicht an den Finanzmärkten.)
  •  07-04-2008, 9:32 15720 Antwort zu 15694

    bscc ist nicht online. Letztmals aktiv: 06-07-2008, 13:04 bscc
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    nochmal @ Bäckerbullerjan

    Mir kommen die Ausführungen von Dr.wo am zutreffendsten vor. Die Probleme unseres Finanz- und Geldsystems scheinen mir 2 Ursachen zu haben:

    1. Stabilität und Wohlstand setzen "Wachstum" voraus - und Wachstum kann nicht unbegrenzt sein.
    2. Für alle "Papierwährungen" müssten die gleichen, strengen Stabilitätskriterien bestehen sofern sie am globalen Wirtschaftsgeschehen teilnehmen.
  •  07-04-2008, 18:04 15750 Antwort zu 15720

    @bscc

    Ihre Vermutungen , woraus die Probleme des Finanzsystems resultieren scheinen mir völlig korrekt und auch die Analyse von dr.wo

    Bei dr.wo wollte ich nur anmerken, daß eben nicht Knappheit der Zahlungsmittel herrscht, denn Geld liegt ja genügend auf Konten (In Steuerparadiesen werden 8000 Milliarden Dollar und mehr vermutet).
    Banken müssen aber diese ungeheuren Mengen an Geldern verzinsen. Im Grunde können aber Zinsen nur dann gezahlt werden, wenn mit ausgeliehenem Geld echte Werte geschaffen werden. Im Idealfall z.B. 10 Arbeitsplätze für bisher Arbeitslose, die mit ihrem Verdienst zusätzliche Nachfrage und damit Wachstum kreieren.
    Menschen, die Gelder anlegen, erwarten über Zinsen an diesem Wachstum beteiligt zu werden.
    Da das reale Wachstum mit den Erwartungen die Milliarden auf Konten nicht Schritt hält, haben wir die Weltprobleme.
    Mit China und Indien wäre für Jahre noch ein Wachstum absehbar, wenn die Anleger sich mit seriösen Zinsen zufrieden geben würden.
    Durch die 2001 geplatzte Internetblase sind aber die Anleger nach wie vor der Meinung, daß die damals versprochenen Gewinne erreichbar wären.
    Daraus resultieren nach meiner Meinungen die Verwerfungen in unserer Wirtschaft.
    Wie gesagt. Über die Reichen, die Geld haben ist kein Wachstum zu erwarten. Nur über derartige Menschen, die noch unerfüllte Bedürfnisse haben.

  •  11-04-2008, 20:45 15984 Antwort zu 15750

    Spanni ist nicht online. Letztmals aktiv: 15-04-2008, 22:57 Spanni
    Top 200 Mitwirkender Registriert am 22-03-2008 Beiträge 5
    Man sollte bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, dass wir hier von einem ernsten und unmittelbar drohendem Szenario ausgehen, dass die reale Welt - sprich unser Leben - nicht verschonen wird. Sollte es zu dem vermuteten Crash kommen, fliegt uns die Infrastruktur um die Ohren und auch die öffentliche Sicherheit wird eine zeitlang infrage stehen.

    Ehrlich gesagt, ist es mir dabei egal, was dann die Reichen machen. Ich habe eine Familie und mache mir Sorgen um mein Hab und Gut und die weitere Zukunft. Das ist der Grund, weshalb ich mir seit Jahren Gedanken über eine umfassende Krisenvorsorge mache und einen Blog unter www.krisenvorsorge.com/blog dazu schreibe. Die Krise schreitet voran und mit der Insolvenz der Weserbank haben wir ja wieder eine neue Phase erreicht, egal ob es "offiziell" nun die Finanzkrise war oder nicht. Vorsicht und Vorsorge ist angesagt!
  •  14-04-2008, 9:01 16019 Antwort zu 15481

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 04-07-2008, 10:34 Realist
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 698
    dr. wo:
    ........... da die Zahlungsmittel zu knapp geworden sind. Deflation macht sich breit, die die Zentralbank eine Zeit lang mit niedrigen und niedrigsten Zi