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20.11.2008 
Branche im Fokus

Biotech-Aktien: Vom Rohrkrepierer zum Blockbuster

von Jörg Hackhausen

Die Biotechnologie-Branche litt lange Zeit unter ihrem miesen Ruf. Doch ausgerechnet Biotech-Aktien bleiben von der Finanzkrise bislang verschont. Für Analysten und Vermögensverwalter zählen sie sogar zu den Favoriten – mit Ausnahme der deutschen Werte.

Die Finanzkrise hat Biotech-Aktien bislang wenig anhaben können. Foto: dpaLupe

Die Finanzkrise hat Biotech-Aktien bislang wenig anhaben können. Foto: dpa

FRANKFURT. Während zahlreiche Branchen an den Börsen abgestraft werden, sind die Anleger mit Biotechnologie-Papieren glimpflich davongekommen. Der Nasdaq-Biotechnology-Index, eines der wichtigsten Börsenbarometer der Branche, liegt nur knapp unter seinem Stand zu Jahresbeginn.

Vermögensverwalter preisen die Biotech-Aktien sogar als „defensive“ Werte an, denen die Rezession kaum etwas anhaben kann. „In der Krise verzichten die Menschen auf Autos oder Luxusgüter, aber nicht auf Medikamente für unheilbare Krankheiten“, sagt Nicole Papassawas, Fondsmanagerin der Allianz. Die Nachfrage nach Biotech-Produkten werde stabil bleiben. Scilla Huang Sun, Portfoliomanagerin von Julius Bär, rechnet damit, dass die Biotech-Firmen künftig sogar höhere Preise für ihre Produkte durchsetzen können.

Im Boom der sogenannten New Economy um das Jahr 2000 waren Biotechnologie-Aktien schon einmal der Renner. Die überhöhten Erwartungen erfüllten sich damals nicht. Auf schnelle Gewinne folgte der heftige Absturz. Anleger ließen erst einmal die Finger von allem, was mit der zuvor noch gefeierten „Zukunftsbranche“ zu tun hatte.

Biotech-Aktien und -Fonds im Fokus

Inzwischen hat sich die Branche gewandelt. Zahlreiche kleine Biotech-Buden sind verschwunden – übernommen oder pleite. Stattdessen dominieren die Großen den Markt. In den USA gehören Biotech-Unternehmen zu den Schwergewichten an der Börse. Genentech bringt es auf eine Marktkapitalisierung von knapp 90 Mrd. Dollar, Amgen ist rund 60 Mrd. Dollar schwer und Gilead rund 40 Mrd. Dollar.

Biotech-Erzeugnisse finden sich inzwischen in jeder Apotheke. Fast zwei Drittel aller neuen Medikamente stammen aus den Entwicklungsabteilungen der Biotech-Firmen. Das haben auch die Pharmariesen begriffen. Sie gehen auf Einkaufstour, steigen mit Milliarden in die Biotechnologie ein. Die deutsche Merck kaufte jüngst die Schweizer Biotech-Firma Serono für zehn Mrd. Euro, Astra Zeneca zahlte für Medimmune elf Mrd. Euro, Eli Lilly schluckte Imclone für fünf Mrd. Euro. Und Roche soll bereits mehr als 30 Mrd. Euro bereitgestellt haben, um Genentech komplett zu übernehmen.

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