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17.07.2008 
Aktie im Fokus

Der Gang der Sonne

von Michael Detering

Gestern noch Spitzenreiter im TecDax, heute schon Schlusslicht: Die Aktie eines bayerischen Solarunternehmens zeigt, wie stark die verunsicherten Märkte schon auf kleine Meldungen reagieren.

Lupe

FRANKFURT. Solarstrom ist eine saubere Sache, leider aber sehr wetterabhängig. Ähnlich sieht es im Geschäft mit Solaraktien aus: Auch hier müssen Anleger mit täglichen Schwankungen rechnen. Aktuelles Beispiel ist die Firma Phoenix Solar.

Gestern war die Aktie mit einem Plus von über 15 Prozent Spitzenreiter im TecDax, heute ist die Aktie mit einem Minus von über vier Prozent das Schlusslicht. Die Aktie fiel entgegen dem positiven Markttrend auf knapp 43 Euro, nachdem Goldman Sachs die Aktie von "halten" auf "verkaufen" herunterstufte. Die Investmentbanker schreiben in einer aktuellen Studie über Solarwerte, dass die Aktie in den vergangenen sechs Monaten so gut lief wie kaum eine andere aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Inzwischen erscheint der Bank das Papier als zu teuer.

Der gestrige Kursanstieg folgte auf die Mitteilung von Phoenix Solar, dass es den bisher größten Auftrag der Firmengeschichte an Land gezogen hat. Der Solaranlagenbauer wird auf Sizilien bis Ende 2009 mehrere Photovoltaikkraftwerke mit einer Spitzenleistung von insgesamt rund 14 Megawatt errichten.

Robert Schramm, Analyst bei der Commerzbank, zeigte sich von den Kursschwankungen unbeeindruckt: "Dass die Aktie nach einem so starken Anstieg nun wieder zurückfällt, das ist eine ganz normale Bewegung." Die Commerzbank bleibt bei ihrer Empfehlung "halten" und dem Kursziel von 42 Euro. "Die aktuellen Meldungen haben an unseren Schätzungen nichts geändert", sagt Schramm.

Phoenix Solar ist als Fachgroßhändler für Solaranlagen tätig. Zudem plant und baut das TecDax-Unternehmen Photovoltaik-Großkraftwerke. Schramm lobt, dass Phoenix Solar verstärkt auf Geschäfte im Ausland setzt. Aufgrund guter Fördersätze und einer hohen Sonneneinstrahlung seien insbesondere Italien, Griechenland und Spanien attraktive Zukunftsmärkte.

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