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06.01.2009 
Aktie im Fokus

Schon wieder: VW-Aktie legt zweistellig zu

Porsche hat die Katze aus dem Sack gelassen: Der Sportwagenhersteller teilte mit, dass man nun endgültig die Mehrheit an VW übernommen habe. Obwohl alle längst mit dieser Nachricht gerechnet haben, reagiert die Börse heftig. Die Volkswagen-Aktie legt erneut kräftig zu.

An der Börse geht die VW-Rally weiter. Foto: apLupe

An der Börse geht die VW-Rally weiter. Foto: ap

HB STUTTGART. Der Sportwagen-Hersteller Porsche hat sich wie geplant die Mehrheit an Volkswagen gesichert. Am Montag sei die Beteiligung auf 50,76 Prozent der Stammaktien gestiegen, teilte Porsche in Stuttgart mit. Ursprünglich hatte das Unternehmen die Schwelle bereits zum Ende des vergangenen Jahres überschreiten wollen. Durch die Mehrheit am VW-Konzern habe Porsche zugleich die mittelbare Kontrolle am schwedischen Nutzfahrzeugbauer Scania erlangt. Zwar müsse Porsche nun ein Pflichtangebot für Scania abgeben. Das geschehe aber nicht mit dem Ziel, auch tatsächlich Aktien zu erwerben, sagte ein Porsche-Sprecher. Das Unternehmen habe kein strategisches Interesse an dem Nutzfahrzeugbauer.

VW-Aktien standen rund 15 Prozent im Plus bei 294 Euro, während der Dax um 1,3 Prozent zulegte. Händlern zufolge ist die Mehrheits-Übernahme durch Porsche zwar nicht unerwartet gekommen. Trotzdem habe sich diese Meldung stärker auf den den Aktienkurs ausgewirkt als die zuvor veröffentlichten US-Absatzzahlen. Im Dezember hatte VW 14,4 Prozent weniger Autos in den USA verkauft. Der Rückgang für 2008 betrug 3,2 Prozent.

Die verrückte Welt der VW-Aktie

Händler rätseln nun, ob Porsche beim aktuellen Kurs der VW-Aktie seine Zukäufe beschleunigen wird. Porsche plant nach eigenen Angaben, seinen Anteil an VW im Laufe des Jahres auf 75 Prozent aufzustocken. Dann verknappte sich die Zahl frei verfügbarer Aktien erneut deutlich, so dass der Kurs wie schon im Oktober 2008 nach oben getrieben werden könnte, sagte ein Analyst. Porsche äußerte sich dazu nicht.

Ein Anteil von 75 Prozent würde Porsche außerdem den Weg für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag bei VW freizumachen. Damit würden die wichtigsten Entscheidungen nicht wie bisher im VW - Aufsichtsrat, sondern in der europäischen Porsche-Holding gefällt. Die Stuttgarter könnten dann über Vorstandsposten, neue Fahrzeugmodelle oder Standorte bei VW bestimmen. Zudem hätten sie Zugriff auf sämtliche Gewinne.

Das Angebot für Scania sei für Porsche eine reine gesetzliche Pflicht, betonte der Sprecher. "Wir freuen uns, wenn uns nichts angeboten wird." VW hält knapp 69 Prozent der Scania - Stimmrechtsanteile, so dass Porsche nun indirekt die Kontrolle über den schwedischen Lkw-Bauer hat. Man habe aber kein strategisches Interesse an Scania, betonte der Porsche-Sprecher. Scania baue Lastwagen, Porsche hingegen Sportwagen. "Da ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir kein Interesse haben", sagte er. Die Beteiligung an dem Lkw-Bauer sei zwar für VW strategisch wichtig, nicht aber für Porsche selbst.

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