
DüsseldorfWenige Monate vor dem Börsengang der Deutschen Telekom bekam der damalige Vorstandsvorsitzende Ron Sommer den Deutschen Kommunikationspreis 1996. Hätte er die Auszeichnung im November nicht schon in der Tasche gehabt, er hätte ihn nachträglich noch einmal bekommen müssen. Denn wie es der Manager schaffte, einem Volk von Aktienmuffeln sein Telekom-Papier schmackhaft zu machen, war ein wahres PR-Meisterstück.
„Der Spiegel“ schrieb im November 1996 in der Titelgeschichte „Testfall Telekom“, die Deutschen hätten bis dahin monatlich 7 Mark für Bananen ausgegeben – aber nur 1,22 Mark für Aktien. Das sollte sich jetzt ändern, die Deutschen zum Aktionärsvolk werden. Die Euphorie war riesig: Monatelang wurde auf allen Werbekanälen für die T-Aktie getrommelt. So schaffte es Sommer, dass das Papier zur ersten wahren Volksaktie wurde. 1,9 Millionen Privatanleger stiegen ein, 713 Millionen Aktien wurden ausgegeben. Die Telekom wäre auch die fünffache Menge losgeworden. Aber auch so konnten sich Vorstandschef Ron Sommer und der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel über sich und das Unternehmen über jede Menge frisches Kapital freuen: Rund 10 Milliarden Euro spülte der Börsengang in die Kassen.
Der Star der damaligen Werbekampagne war der Tatort-Kommissar Manfred Krug. Dass er sich kaum zehn Jahre später in einem Interview mit dem „Stern“ bei allen Käufern entschuldigen und seine Werbeauftritte als größten beruflichen Fehler bezeichnen würde, konnte damals keiner ahnen. Für Käufer der Aktie, Kleinanleger wie institutionelle Investoren, war ohnehin nur eine Frage entscheidend: Gelingt es Ron Sommer aus der ehemaligen Behörde mit all seinen Beamten und den angestaubten Strukturen ein profitables Privatunternehmen zu machen? Denn auch für die Privatisierung einer Behörde war die Telekom ein Testfall.
Die Antwort schien zunächst positiv auszufallen. Zu Beginn lief es für das ehemals staatliche Telekommunikationsunternehmen auf dem Parkett perfekt. Am ersten Handelstag sprang der Kurs vom Einstiegspreis 28,50 Mark zunächst auf 33 Mark. Die anfänglichen Querelen um die neue Tarifpolitik des Telekommunikations-Monopolisten belasteten den Kurs nicht.
Mit der Telekomaktie wurden viele betrogen. Kenne Rentner die fast ihre gesamten Lebensersparnisse verloren haben. Ron Sommer, wie er sich nannte, war nur eine Marionette, ferngesteuert. Wer das System versteht, fällt auf die Manipulationen an der Börse nicht mehr herein.
Das nächste Disaster wird bei den Lebensversicherungen kommen, die Politik hat unbemerkt schon die Weichen gestellt! Aufwachen!
@Stubi
lieber ein Ackergaul mit Potential, als ein
ausgepowertes Rennpferd wie Solarworld,
thats it.
Sie dürfen nur nicht kaufen, wenn die Herde rennt, sondern müssen
kaufen, wenn die Herde auseinanderstiebt.
Oft ist es besser Verluste zu realisieren und das zurueckgewonnene Geld in bessere Aktienpferde zu investieren, als endlos zu hoffen, dass doch noch ein Rennpferd aus einem Ackergaul wird.





14 Kommentare
Alle Kommentare lesen