Deutsche Börse
Umsatz und Gewinn vor Steuern sind 2012 gegenüber dem bewegten Börsenjahr 2011 leicht rückläufig, zuletzt musste der Vorstand seine Jahresziele kassieren. 2013 soll alles besser werden, die Börse will wieder wachsen. Künftig müssen Banken und Fonds bestimmte außerbörsliche Derivategeschäfte über eine Börse verrechnen lassen, von diesem Geschäft, in dem aber auch schon starke Wettbewerber unterwegs sind, will die Börse eine Scheibe abhaben.
Bitter ist, dass die Pflicht zur Derivateverrechnung erst 2014 kommen dürfte, später als erhofft. Neue Geschäfte tun sich durch die Bankenregulierung auf: Banken müssen vermehrt Wertpapiere als Sicherheiten hinterlegen, die Börsen-Tochter Clearstream will Papiere von Kunden miteinander verrechnen. Solche Geschäfte können auch bei flauem Börsenhandel laufen, der Börse hilft, dass sie nicht nur vom Aktienhandel abhängt, sondern auch die Terminbörse Eurex und den Wertpapierverwahrer Clearstream hat.
Eher zäh laufen Kooperationen an, in Asien verbessert die Börse ihre Leitungen, die Eurex kooperiert mit Singapur und der Konzern mit Moskau. Analysten loben die Kostendisziplin, 2013 aber werden die Kosten wohl steigen, weil man in neue Geschäftsfelder investieren muss. Negativ: Die von der EU geplante Finanztransaktionssteuer dürfte vor 2015 zwar kaum greifen, würde aber den automatisierten Börsenhandel treffen, Einbußen im Xetra-Handel um 20 Prozent wären keine Überraschung.
Eine Gefahr könnte auch der Markteintritt der US-Terminbörse CME in Europa sein, sie könnte Eurex Marktanteile abnehmen und zu weiteren Gebührensenkungen zwingen. CME bietet zunächst nur Währungsderivate, die es an der Eurex nicht gibt, könnte die Palette aber ausweiten. Fazit: einige Risiken, kein großer Wachstumstreiber zu erkennen.