Aktien im Fokus

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Aktie im Fokus: Credit Suisse stürzt auf historischen Tiefwert

Auf die Schweizer Großbank Credit Suisse prasselt derzeit Kritik in rauen Mengen ein. Zuletzt stufte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit deutlich herunter. Die Aktie kennt nur noch den Weg nach unten.

Ein Credit Suisse-Gebäude in Oerlikon nahe Zürich. Quelle: dpa
Ein Credit Suisse-Gebäude in Oerlikon nahe Zürich. Quelle: dpa

ZürichDie Aktie der Schweizer Großbank Credit Suisse hat sich auch am Mittwoch nicht von dem Schock erholt, den die Kritik der Schweizer Notenbank an der Kapitalausstattung und die Rückstufung durch die Ratingagentur Moody's ausgelöst haben. Der Titel verlor weiter an Boden und notierte zeitweilig mit 16,69 Franken auf dem tiefsten Stand seit Ende 1992. Eine Erklärung des CS-Verwaltungsrat vom Freitag, dass die Bank auf guten Weg sei, die Eigenkapitalanforderungen gemäß Basel III nicht nur zu erfüllen sondern sogar zu übertreffen, konnte die Aktionäre nicht überzeugen.

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Es sei derzeit für einen Investor nicht sinnvoll, auf die Credit-Suisse-Aktie zu setzen, erklärte Analyst Andrew Lim von Espirito Santo Investment Bank. Besser sei es, abzuwarten, bis klar sei, wie sich die Bank in der einen oder anderen Form neues Kapital beschaffe.

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Mitte Juni hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) erklärt, gemessen an den ab 2019 geltenden Eigenkapitalvorschriften Basel III sei Credit Suisse unterdurchschnittlich kapitalisiert. Die SNB forderte Verbesserungen bis Ende Jahr durch Dividendenverzicht und sogar eine Kapitalerhöhung. Die CS-Aktie verlor damals bei großen Handelsumsätzen rund zehn Prozent auf 17 Franken. Am Mittwoch notierte der Titel gegen Börsenschluss bei 16,95 Franken.

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Konzernchef Brady Dougan, von Haus aus Investmentbanker und seit 2007 am Steuer der Credit Suisse, dementierte kurz nach dem SNB-Verdikt Pläne für eine Kapitalerhöhung ebenso wie Rücktrittsabsichten. Eine Dividendenkürzung oder die Ausgabe von neuen Aktien anstelle einer Bar-Ausschüttung schloss er nicht aus. Ob die Bank angesichts der Euro-Schuldenkrise dafür genug Gewinn erwirtschaften kann, bleibt abzuwarten. Der Abschluss für das zweite Quartal könnte am 26. Juli mehr Klarheit bringen. Analysten kritisieren an Dougan, er habe zu lange auf eine Erholung der Märkte gesetzt und das Investmentbanking im Gegensatz zum Rivalen UBS nicht schnell genug verkleinert. Die CS-Aktie verlor seit Jahresanfang mehr als 20 Prozent, während UBS wenig mehr als drei Prozent nachgaben.

Dougan selbst scheint nicht mehr so sicher im Sattel zu sitzen wie bisher. Der Verwaltungsrat stelle ein Liste möglicher Nachfolger zusammen, berichtete die "NZZ am Sonntag". Eine überzeugende Alternative sei aber nicht in Sicht.

Aktien im Fokus

Um bis Ende Jahr eine bessere Eigenkapitalquote zu erreichen, kann Credit Suisse Schnitte im Investmentbanking vornehmen und die risikogewichteten Aktiva abbauen. Das könnte nach Ansicht von Morgan Stanley aber mit Verlusten verbunden sein. Als noch am leichtesten zu realisierende Lösung käme Hilfe von zwei Großaktionären infrage. Der Staatsfonds Katars und die von Saudiarabien aus operierende Olayan-Familie könnten eine für 2013 vereinbarte Pflichtwandelanleihe von rund sechs Milliarden Franken schon dieses Jahr zeichnen. Diese Coco-Bonds würden der Bank und auch ihrem Chef Luft verschaffen. Das wäre dann zwar auch nicht gratis aber doch eine günstige Lösung, so Morgan Stanley in einer Analyse. Dass Credit Suisse am Kapitalmarkt neue Aktien platziere, sei wenig wahrscheinlich. (Reporter: Albert Schmieder; redigiert von Jörn Poltz)

  • 27.06.2012, 19:54 Uhrgeorge.orwell

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