Aktien im Fokus

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Anlagestrategie: Technologiewerte zum Anbeißen

Apple, Microsoft, Intel und Amazon machen gute Geschäfte und verbuchen sogar teils Rekordgewinne. Trotzdem stehen sie an der Börse unter Druck. Langfristig orientierten Privatanlegern bieten sich Kaufgelegenheiten.

Konzerne wie Apple oder Amazon fahren in einigen Ländern riesige Gewinne ein, aber zahlen nur vergleichsweise wenig Steuern in diesen Ländern. Quelle: AFP
Konzerne wie Apple oder Amazon fahren in einigen Ländern riesige Gewinne ein, aber zahlen nur vergleichsweise wenig Steuern in diesen Ländern. Quelle: AFP

Wenn sich im Februar die G20-Staaten zum Finanzgipfel treffen, wird es auch um die Besteuerung multinationaler Technologiekonzerne gehen. Frankreich und Großbritannien ist es nämlich ein Dorn im Auge, dass Konzerne wie Apple oder Amazon in einigen Ländern riesige Gewinne einfahren, aber nur vergleichsweise wenig Steuern in diesen Ländern zahlen. Vor allem Apple stand wegen seiner besonders cleveren Steuerstrategie wiederholt in der öffentlichen Kritik.

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Dass die Finanzminister mehr Geld der IT-Riesen abhaben wollen, ist zugleich eine Art Ritterschlag für die High-Tech-Riesen. Denn es zeigt, dass in der digitalen Wirtschaft gewaltige Summen verdient werden – vor allem, wenn die Anbieter von Hardware, Software und IT- oder Internet-Services auf allen wichtigen Weltmärkten erfolgreich vertreten sind. Inzwischen haben einige der Unternehmen eine Ertragsstärke erreicht, die sogar das Steueraufkommen mancher Staaten in den Schatten stellt.

Was US-Konzerne über ihre deutsche Steuerlast verraten

  • Amazon

    Länderspezifische Zahlen weist das Unternehmen nicht aus. Man zahle aber alle anwendbare Steuern in jedem der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist. Details für Großbritannien zeigen, dass der Konzern dort keinerlei Unternehmenssteuern zahlt.

  • Apple

    Ein Apple-Sprecher macht es kurz: "Apple gibt keine regionalen Zahlen bekannt, daher kann ich Ihnen keine Gewinn- bzw. Steuerangaben für Deutschland nennen." Ähnlich wie bei Amazon erbringt die deutsche Apple GmbH lediglich Dienstleistungen für mit Apple verbundene Unternehmen.

    Die Gesellschaft meldete einen Umsatz von 53 Millionen Euro im Geschäftsjahr bis Ende September 2011 und zahlte fast sieben Millionen Euro Steuern. Die Apple Retail GmbH machte im selben Zeitraum einen Umsatz von 174 Millionen Euro, meldete aber einen Verlust in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Die GmbH verzeichnete eine Steuerrückzahlung von 201.493 Euro.

  • Google

    Die Google Germany GmbH meldet für 2011 eine Umsatz in Höhe von 190 Millionen Euro und einen Gewinn in Höhe von 16,2 Millionen Euro. Die abgeführten Steuern betragen 5,3 Millionen Euro.

  • Microsoft

    Das Unternehmen rechnet vor, 31 Prozent Unternehmenssteuer auf den Gewinn gezahlt zu haben. "Bei der Betrachtung der Steueraufkommens, das mit Microsoft insgesamt verbunden ist, ist zu beachten, dass der bei weitem größte Anteil des Umsatzes/Gewinns/Steueraufkommens über unsere 38.000 Partnerunternehmen erbracht wird", so ein Sprecher. Der Finanzbericht der Microsoft Deutschland GmbH (für das Geschäftsjahr bis Ende Juni 2011) weist einen Umsatz von 682 Millionen Euro aus und eine Steuerlast in Höhe von etwas über 29 Millionen Euro.

  • Starbucks

    Insgesamt 160 Filialen hat die Kaffeehaus-Kette Starbucks in Deutschland. Eine Sprecherin teilt mit: Starbucks [hat] es niemals umgangen, in Deutschland Steuern zu zahlen. In den vergangenen drei Jahren haben wir Steuern in Höhe von insgesamt mehr als 19 Millionen Euro bezahlt, unter anderem für Sozialversicherung und Unternehmenssteuer."

    Das die Sozialversicherung in diese Angabe mit eingezogen wird, dürfte einen guten Grund haben. Denn für das Geschäftsjahr 2010/11 hat die Starbucks Coffee Deutschland GmbH einen deutlichen Verlust gemeldet und darin keine Hoffnung geweckt, dass sich die Lage bessern könnte. "Aufgrund des Jahresfehlbetrages des Geschäftsjahres sowie der Verlustvorträge ergibt sich kein Steueraufwand", heißt es im Jahresbericht.

Im Technologiesektor überstrahlt derzeit vor allem ein Thema die Geschäfte der IT-Riesen. Beherrschend ist derzeit der Höhenflug der mobilen Endgeräte wie Smartphones und Tablet-Computer - allerdings verbunden mit einem gleichzeitigen Rückgang bei den Verkäufen von PCs und Notebooks. Weil die Nutzer dadurch auch vermehrt von mobilen Geräten auf das Internet zugreifen, ist diese Entwicklung letztlich auch für Internet-Dienstleister eine entscheidende Herausforderung. Die Wachstumsfelder sind hart umkämpft, Schnelligkeit, Innovationskraft und nicht zuletzt ein dickes Portmonee die entscheidenden Wettbewerbsvorteile.

Offenbar wird das in der laufenden Berichtssaison an der Börse. Viele Ikonen der IT-Industrie haben inzwischen ihre Zahlen für das vierte Quartal 2012 vorgelegt – und damit auch eine erste Bewertung des Gesamtjahres vorgenommen. Vielfach war 2012 für die Technologiekonzerne ein erfolgreiches Jahr – auch wenn nahezu jedes der Unternehmen mit Problemen zu kämpfen hat.

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Neben Großkonzernen finden sich darunter einige No-Names.

Die Frage, die deshalb viele Anleger umtreibt, ist: Können die Top-Unternehmen der Technologiesparten ihren Wachstumskurs halten? Die Antwort auf diese Frage entscheidet zumindest kurzfristig über die Richtung, die der Aktienkurs einschlägt.

Langfristig aber stehen die Zeichen nicht schlecht: Der Dow Jones, wichtigster Börsenindex für die großen Industriewerte an der New Yorker Börse, erreichte bereits ein Fünf-Jahres-Hoch. Mit der Normalisierung auf dem US-Immobilienmarkt und der allmählichen Erholung der US-Konjunktur hellt sich die Stimmung in der Wirtschaft auf.

Davon und von ihrer internationalen Präsenz profitieren auch die Geschäfte der IT-Giganten, die allesamt ehrgeizige Wachstumsstrategien verfolgen.

Aber es lauern zahlreiche Risiken: Gelingt der Aufschwung in den USA nicht, hat das negative Strahlkraft auf die Weltmärkte. Zudem sind die Technologiemärkte einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die Investoren der Technologieaktien sind zwar optimistischer als noch 2012, aber sie bleiben auch nervös. Unerwartete Nachrichten werden mit starken Kursausschlägen quittiert. An der Börse konnten die Unternehmen daher auch vor dem Hintergrund eines rasant steigenden Aktienmarktes nicht durchweg punkten. Selbst dann nicht, wenn Sie alte Rekorde gebrochen haben.

  • 03.02.2013, 14:21 UhrMarkusD

    Na ja, Microsoftaktien kosten momentan $28 nicht "20 Dollar". Vielleicht meinte der Autor ja Euro. Dies ist jedoch ein problematische Herangehensweise, da der Euro momentan recht stark ist. Sollte dies mittelfristig so bleiben, würde Microsoft wohl steigen da es die Eurogewinne in Dollar umwandeln würde...

  • 03.02.2013, 14:17 UhrRamonGaluptra

    Amazon macht riesige Gewinne? Wer schreibt solche Berichte? 2012 wurden Verluste gemacht! Das ist was in an dem heutigen Journalismus hasse.

  • 03.02.2013, 12:44 UhrJennerwein

    Technologiekonzerne Apple und Microsoft?
    Hui Apple und Microsoft als Technologiekonzerne zu bezeichnen ist schon mutig.
    Beide sind in der gleichen Situation wie VW in den sechziger Jahren.
    Das Produktportfolio ist sehr überschaubar. Damit sind sie extrem verwundbar.
    Microsoft hat gerade die Preise für Win 8 erhöht, mal sehen wie sich das auswirkt, wenn ich ein legales win7 Ult. für ~30€ bekomme!
    Samsung ist ein wirklicher Technologiekonzern! Er stellt alles für seine Produkte selber her!
    Software: Windows ist, wenn man die Gesamtheit der möglichen Produkte, betrachtet, ein eher unbedeutendes Nischenprodukt!
    Wahrscheinlich laufen die Microsoftserver auch mit Linux! Die sollen ja funktionieren.

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