Aktien im Fokus

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Apple und Co.: Mit Dagobert-Strategie zu höherer Dividende

Vorbild Dagobert Duck: IT-Konzerne wie Apple, Google oder Microsoft haben viel Cash in ihren Geldspeichern angehäuft, Übernahmen sind wahrscheinlich. Anlegern winken steigende Dividenden und gute Investments.

Druck von unten könnte Apple wieder auf Trab bringen - Experten schätzen, dass Unternehmen auf Anlegerkritik reagiert. Quelle: dpa
Druck von unten könnte Apple wieder auf Trab bringen - Experten schätzen, dass Unternehmen auf Anlegerkritik reagiert. Quelle: dpa

DüsseldorfSo schnell kann es gehen: „Apple ist die schlechteste Aktie der Welt – mit Abstand!“, motzt „Mac-Life“, ein Magazin für Apple-Enthusiasten. 270 Milliarden Dollar Börsenwert habe das Management „in nur fünf Monaten verbrannt – mehr Geld als je ein anderes Unternehmen in der Wirtschaftsgeschichte!“

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Noch vor wenigen Monaten hatten Journalisten und Analysten Apple hochgejubelt: Das Technikunternehmen brach Umsatzrekorde im Quartalstakt, machte mit seinen Kultprodukten wie dem iPhone aus einem Dollar Umsatz 50 Cent Reingewinn und wurde darüber zum wertvollsten Unternehmen der Welt, teurer als McDonald’s, Coca-Cola und Siemens zusammen.

Und noch immer laufen die Geschäfte gut bei Apple. Doch an der Börse scheint das keinen mehr zu interessieren. Die jüngste Apple-Hauptversammlung geriet nicht mehr zur gewohnt harmonischen Selbstbeweihräucherung der Vorjahre: Ein Drittel der Aktionäre stimmte sogar gegen Gehaltserhöhungen für die Chefs. Speziell einige Großanleger machen plötzlich Stunk. Sie meinen, Apple tue nicht genug gegen die anhaltende Kursschwäche.

Die wichtigsten Akteure bei Apple

  • Tim Cook

    Apple-Gründer Steve Jobs holte den Computermanager Tim Cook 1998 zu Apple und vertraute ihm die Führung des operativen Geschäfts an. Der Südstaatler mit der weichen Stimme ordnete die Produktions- und Vertriebskette radikal neu und machte Apple zu einer effizienten Geldmaschine, die Jobs’ kühne Visionen umsetzen kann. Im August 2011 übernahm der heute 51-jährige Cook permanent die Konzernführung. Er setzte eigene Akzente: Apple ist merklich offener in der Kommunikation geworden, auch was die Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Zulieferern angeht. Ein revolutionäres Produkt wie das iPhone hat er bislang aber nicht vorstellen können.

  • Jony Ive

    Der britische Designer Jonathan „Jony“ Ive stieß schon Anfang der 90er-Jahre zu Apple. Doch erst als Jobs 1997 wieder die Führung übernahm, blühte Ive voll auf. Seine Abteilung bekam größere Räume in einem Hochsicherheitstrakt des Hauptquartiers und die Lizenz zum Experimentieren. Aus Ives Labor stammen Innovationen wie die aktuellen Notebooks aus einem Stück Aluminium sowie das schlichte Design von iPhone, iPad und Mac. Viele Beobachter sehen am ehesten Ive als Jobs-Nachfolger, was die Zukunftsvisionen angeht. In seiner aktuellen Rolle als Verantwortlicher für das Design von Geräten wie auch der Software kommt er dieser Führungsrolle nahe.

  • Eddy Cue

    Der Manager ist „Feuerwehrmann“ für brenzlige Angelegenheiten. Der Chef der iTunes-Plattform musste bereits den schlecht gestarteten Speicherdienst MobileMe retten – und machte die funktionierende iCloud daraus. Er soll auch die misslungenen Apple-Karten fit machen und den oft kritisierten persönlichen Assistenten Siri verbessern. Schon 2011 bekam Cue die Führung des gesamten Bereichs Internet-Software und Dienste übertragen. Damit ist er Chef über den iTunes Store, den App Store und den Büchershop iBooks. Mit dem Online-Speicher iCloud zeichnet er für einen Schlüsselbereich für die Zukunft von Apple verantwortlich.

  • Phil Schiller

    Der „Senior Vice President“ für Marketing übernimmt stets die Präsentation der neuen Geräte – vom iPhone 5 bis zum iPad mini. Alle neuen erfolgreichen Produkte von Apple sind unter Schillers Regie vermarktet worden. Firmenchef Tim Cook tritt bei Produktvorstellungen meist in den Hintergrund und überlässt die Präsentation Schiller.

Die könnte aber schon bald der Vergangenheit angehören. Denn genau betrachtet sind viele der IT-Giganten – nicht nur Apple, sondern auch Microsoft oder Google – derzeit für Anleger so attraktiv wie lange nicht mehr. Gut möglich, dass ihre Aktien vor einer Renaissance stehen. Denn nicht nur bei Apple machen enttäuschte Aktionäre derzeit Druck aufs Management. Auch bei Microsoft, Dell, HP oder Cisco bricht sich die Unzufriedenheit der Anleger mit den Aktienkursen Bahn.

Der Kernvorwurf: Die Konzernmanager sähen der – oft schon seit Jahren – anhaltenden Kursflaute tatenlos zu, horteten unsinnigerweise Milliardenberge in Steueroasen wie den Cayman Islands und ruhten sich auf den Erfolgen der Vergangenheit aus.

Richtig ist: Viele der großen IT-Konzerne haben ein Luxusproblem. Sie haben hoch profitable Geschäftsmodelle, die sich in enormen Mittelzuflüssen (Cash-Flows) manifestieren. Die Technologie ist weitgehend ausgereift, investieren müssen sie nur noch einen Bruchteil dessen, was sie regelmäßig verdienen. Auch die anhaltende Schuldenkrise trifft die meisten Unternehmen kaum. Ihre Kunden sparen anderswo – nicht aber an der IT.

Auf die Dauer bleibt so bei den IT-Firmen dermaßen viel Geld hängen, dass deren Manager gar nicht mehr wissen, wohin damit, sagen die Kritiker. Sie fordern immer energischer höhere Dividenden.

Und die Konzernchefs dürften sich dem Druck schon bald beugen, um die Talfahrt der Aktien zu stoppen. Das macht die – an der Börse derzeit extrem niedrig bewerteten – IT-Giganten attraktiv. Besonders für Großanleger, die auf regelmäßige Ausschüttungen angewiesen sind, beispielsweise Pensionsfonds. Schon jetzt bieten einige Tech-Aktien höhere Dividendenrenditen als die Aktien aus klassischerweise freigiebigen Branchen, wie etwa Konsumgüter, Auto, Chemie oder Energie. Und die Tech-Firmen können sich ohne Weiteres noch weit üppigere Dividenden erlauben.

  • 08.04.2013, 08:48 UhrMutter_der_Porzellankiste

    Wenn ich beispielsweise eine Daimler mit Silber vergleiche, dann müsste Silber ja schon alleine die knapp 6% Dividende wieder reinholen.

    Man beachte auch die Korrelation zwischen Silber, Gold und Aktien über längere Zeitreihen.

    Im übrigen hat Ihr zitierter JP Morgan auch im großen Stile Kriege finanziert, am Aufbau der zerstörten Länder profitiert und sich dabei ein "goldenes" Nässchen verdient.

  • 08.04.2013, 08:42 UhrGamma-Amino-Buttersaeure

    @DonEsteban

    Nochmal - auch wenn Sie meinen vorherigen Kommentar misverstanden haben - wenn ich in 10-, 20- oder 30- Jahresdimensionen anlege, dann sind mir Kursschwankungen auf Wochenbasis im Prinzip egal.

    Ihrem Argument könnte man einfach mit einer kurzfristigen Denke entgegenhalten, dass ich es ja dann übernächste Woche wieder für das Doppelte verkaufen kann. Das wissen Sie genauso sicher wie ich und alle anderen.

    Wieviele Finanzkrisen hat die westliche Welt in den letzten 100 Jahren überstanden? Welche der Unternehmen gibt es immer noch? Wird es diese auch in 50 Jahren noch geben und wird man ihre Produkte dann noch brauchen? Das sind wichtigere Fragen für mich.

  • 07.04.2013, 23:50 Uhrhvh100

    "Gold und Silber sind Geld, alles andere ist Kredit." John Pierpont Morgan, Gründer der US Bank JPMorgan. Das hat Dagobert Duck auch verstanden.

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