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Bisher größter Verlust: Groupon-Aktie verliert zehn Prozent

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: Die Groupon-Aktie bewegt sich zwischen Extremen. Analysten bezweifeln, dass der Hype um das Social-Media-Unternehmen allzu lange hält. Heute ging es schon mal kräftig runter.

Groupon-Chef Andrew Mason mit seiner Frau Jenny Gillespie posieren anlässlich des Börsengangs am 4. November. Quelle: Reuters
Groupon-Chef Andrew Mason mit seiner Frau Jenny Gillespie posieren anlässlich des Börsengangs am 4. November. Quelle: Reuters

DüsseldorfDie Groupon-Aktie hat heute den größten Tagesverlust seit dem Börsengang hinnehmen müssen und nährt damit die Zweifel, die Beobachter im Vorfeld an dem geschäftlichen Erfolg des Social-Media-Unternehmen hatten. Fast zehn Prozent fiel das im Technologie-Index Nasdaq notierte Papier vergangene Nacht. Der Kurs steht damit noch bei 23,58 US-Dollar, knapp 18 Prozent über dem Ausgabepreis der Aktie. Am vorherigen Handelstag vergangenen Freitag stand die Aktie noch bei ihrem absoluten Höhepunkt seit dem ersten Tag an der Börse bei 26,19 Dollar. Der Abstieg war steil und kontrastiert die vollmundigen Versprechungen der Gründer.

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Am 4. November ist das Papier mit großem Jubel in New York an die Börse gegangen. Über 30 Prozent ging es am ersten Handelstag nach oben - dabei war das Unternehmen selbst beim Ausgabepreis der Aktien von 20 Dollar das Stück insgesamt mit 13 Milliarden Dollar bewertet.

Ein teurer Börsengang, dafür dass über das Unternehmen noch viele Fragen offen sind: Wann macht Groupon aus seinem rasant wachsenden Umsatz endlich auch Gewinne? Was für eine Strategie steckt hinter den geschönten Bilanzen, die das Unternehmen schon zweimal auf Druck der Börsenaufsicht ändern musste?

Fakten zu Groupon

  • Gründung

    Der Rabatt-Gutschein-Spezialist mit Sitz in Chicago ging im November 2008 an den Start. Mittlerweile beschäftigt die Firma 10.418 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist auch in Deutschland tätig.

  • Leistungen

    Das Unternehmen betreibt Webseiten mit Rabatt-Angeboten. Die Zahl der Kunden beziffert Groupon auf 30 Millionen im 3. Quartal nach 23 Millionen im zweiten Quartal.

  • Zahlen

    Groupon verbuchte im 3. Quartal einen Nettoumsatz von 430,2 Millionen Dollar, eine Steigerung von zehn Prozent zum zweiten Quartal. Auf Pro-forma-Basis wies Groupon einen Betriebsverlust von zwei Millionen Dollar aus nach einem Minus von 62 Millionen Dollar im Vorquartal.

  • Firmenname

    Der Unternehmensname ist eine Wortschöpfung aus Gruppe und Coupon und erklärt die Funktionsweise der Dienstleistung: Groupon bietet seinen Kunden jeden Tag einen bestimmten Rabatt an, wenn sich genügend Interessenten zusammenfinden. Das Unternehmen bekommt dann eine Provision.

  • Übernahmeangebote

    Das Unternehmen lehnte im Dezember 2010 ein Übernahmeangebot von Google in Höhe von rund sechs Milliarden Dollar ab.

  • Konkurrenz

    Zu den Konkurrenten zählen Facebook, Google und Amazon , die aber im Kampf um Marktanteile finanziell deutlich besser ausgestattet sind. Einige Experten haben ernsthafte Zweifel an dem langfristigen Geschäftsmodell des Schnäppchenportals.

  • Ausblick

    Das Unternehmen, das mit seinen Online-Sonderangeboten bisher noch keinen Gewinn gemacht hat, will vom regen Interesse der Investoren an Internet-Firmen profitieren. Umgekehrt galt der Verlauf des Groupon-Börsengangs als Indikator dafür, ob die Web-Branche inzwischen wieder überbewertet wird.

Zuletzt musste Groupon seine Umsätze auf einen Schlag halbieren. Bisher nahm die Firma den gesamten Wert eines Rabattgutscheins in die Bücher auf, jetzt nur noch die Kommission, die bei ihm tatsächlich hängenbleibt. Für das Jahr 2010 liegen die Erlöse jetzt zum Beispiel bei knapp 313 Millionen Dollar statt wie zuvor bei 713 Millionen.

Commerzbank-Analystin Heike Pauls beobachtet das deutsche Social-Media-Unternehmen Xing, das schon einige Zeit vor dem Social-Media-Hype an die Börse gegangen ist. "Ich bin dem Geschäftsmodell von Groupon gegenüber sehr skeptisch", sagt sie. "Das Unternehmen ist nicht zu vergleichen mit Xing, das ein solides Kerngeschäft hat."

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