Aktien im Fokus

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Facebook-Aktie: Das Milliarden-Dollar-Desaster

Die Facebook-Aktie fällt und fällt. Zeitweise rutscht sie sogar unter 20 Dollar. Wer beim Börsengang Aktien bekommen hat, hat seither fast die Hälfte seines Einsatzes verloren. Doch das ist nicht das einzige Problem.

New YorkVon hundert Facebook-Profilen sind beinahe neun Dopplungen, das Werk von Kriminellen oder repräsentieren keine Menschen, sondern etwa Haustiere: Der US-Netzwerk teilte am Donnerstag in seinem jüngsten Börsenbericht mit, dass gut 83 Millionen der etwa 955 Millionen aktiven Facebook-Nutzer in Wahrheit „Phantome“ seien. Facebook bemühe sich, „dieses Verhalten einzuschränken oder zu beenden“, hieß es in dem Bericht.

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Besonders „unerwünschte Konten“ seien die geschätzten 1,5 Prozent, die Kriminelle für die Versendung von Spammails nutzten, berichtete das Unternehmen. 4,8 Prozent aller Profile gehören demnach Nutzern, die sich gleich zwei oder mehr Identitäten in dem weltweit größten sozialen Netzwerk gönnten.

Auch Haustiere oder andere „nicht menschliche Einheiten“ hätten Facebook-Auftritte. Gut 2,4 Prozent sollen dies insgesamt sein. Die falschen Konten seien vor allem in „weniger entwickelten Märkten wie Indonesien und der Türkei“ zu beobachten. Alles Profile, die der Effektivität von Facebook-Werbung schadet.

Die größten Sorgen von Facebook

  • Die Nutzer bleiben aus

    Facebook ist seit seinen Anfängen im Februar 2004 rasend schnell gewachsen. Das Soziale Netzwerk hat mehr als eine Milliarde aktive Nutzer, knapp 600 Millionen schauen sogar täglich vorbei. „Die Größe unserer Nutzerbasis und ihre Bindung an uns ist entscheidend für unseren Erfolg“, erklärt Facebook. Es gebe aber keine Garantie dafür, dass neue Funktionen gut ankämen und die Mitglieder bei Laune hielten. „Auch eine ganze Reihe anderer sozialer Netzwerke hat schnell an Popularität gewonnen, seitdem ist die Zahl der aktiven Nutzer aber zurückgegangen, in manchen Fällen sogar jäh.“ Facebook spielt damit auf den einst großen Rivalen MySpace an; auch die deutschen Konkurrenten SchülerVZ und StudiVZ bekommen den Facebook-Hype drastisch zu spüren.

  • Die Werbung bleibt aus

    Emsige Nutzer sind gut und schön, aber das Geld bringen erst die Werbekunden. Knapp 90 Prozent der Einnahmen stammten im vergangenen Jahr aus Anzeigen. Bislang tut sich die Werbebranche aber noch schwer damit, den Wert von Facebook-Anzeigen zu erkennen, in vielen Unternehmen gelten sie eher als Experiment denn als fester Bestandteil der Kampagnen. Überdies besuchen immer mehr Nutzer Facebook mit dem Smartphone oder Tablet-Computer. Auf den kleinen Bildschirmen der mobilen Geräte lässt sich Werbung jedoch schlechter platzieren. Immerhin konnte das US-Unternehmen bei den mobilen Anzeigen zuletzt deutlich zulegen – ein Hoffnungszeichen für die Investoren.

  • Die Konkurrenz schläft nicht

    Facebook ist zwar die unumstrittene Nummer eins unter den Sozialen Netzwerken, doch das Internet ist groß. „Wir sehen uns in nahezu jedem Bereich unseres Geschäfts Konkurrenz gegenüber, darunter von Firmen wie Google, Microsoft und Twitter“, erklärt Facebook in einem Bericht an die Börsenaufsicht SEC. So hat Google mit Google+ ein eigenes Soziales Netzwerk aufgezogen, das allerdings noch deutlich kleiner ist als der blaue Riese. Es gibt auch starke regionale Netzwerke, Facebook führt namentlich Cyworld in Korea, Mixi in Japan, die Google-Tochter Orkut in Brasilien und Indien sowie vKontakte in Russland auf. Auf dem chinesischen Markt, wo Facebook noch gar nicht vertreten ist, warten die Platzhirsche Renren, Sina und Tencent. „Einige unserer aktuellen und künftigen Rivalen haben deutlich mehr Ressourcen und eine bessere Stellung in bestimmten Märkten als wir.“

  • Die Staatsmacht greift durch

    Die Regierungen haben Facebook im Blick: „Es ist möglich, dass die Regierungen in einem oder mehreren Ländern die Inhalte von Facebook zensieren oder den Zugang zu Facebook einschränken“, weiß das Unternehmen. Denn das Soziale Netzwerk kann ungeahnte Kräfte entfalten – wie der arabische Frühling zeigte. Die jungen Menschen, die auf die Straße gingen, hatten sich nicht zuletzt über Facebook organisiert. Es habe bereits Zensur unter anderem in Iran, Nordkorea und Syrien gegeben, zählt Facebook auf. Alles große Märkte. In anderen Ländern wie Deutschland musste sich Facebook wiederum Kritik an einem laschen Umgang mit dem Datenschutz vorhalten lassen.

  • Die Nerds untergraben das Geschäft

    Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagt, ihm gehe es nicht in erster Linie ums Geldverdienen. Er wolle das Netzwerk vorantreiben. Auf diese Linie hat er auch seine mehr als 3000 Mitarbeiter eingeschworen. „Wir haben eine Kultur, die die Mitarbeiter dazu ermuntert, schnell neue Produkte zu entwickeln und sie rasch einzuführen.“ Diese Firmenkultur vertrage sich aber nicht immer mit dem Geschäftlichen, räumt Facebook ein. „Wir treffen regelmäßig Produktentscheidungen, die unseren Umsatz und unsere Profitabilität kurzfristig schmälern können.“

Doch das sind die geringeren Probleme, mit denen Facebook derzeit zu kämpfen hat. Die Aktie des weltweit populärsten sozialen Netzwerks steht weiter unter immensem Druck. Am Donnerstag fiel sie im Handel an der Wall Street erstmals unter die Marke von 20 Dollar, erholte sich ein wenig und schloss dann knapp über 20 Dollar.

Die Börsen-Bilanz ist verheerend. Seit dem Gang aufs Börsenparkett hat das weltgrößte soziale Netzwerk fast 50 Milliarden Dollar an Wert verloren - mehr als Hewlett-Packard oder Starbucks überhaupt wert sind.
Für Anleger, die beim Börsengang im Mai noch 38 Dollar bedeutet das einen Verlust um fast die Hälfte.

Facebook hatte im vergangenen Quartal angesichts hoher Personalkosten sowie Investitionen in neue Produkte, Technik und Marketing ein dickes Minus von 157 Millionen Dollar eingefahren. Überdies wuchs das von Mark Zuckerberg gelenkte Soziale Netzwerk langsamer als manche Analysten erhofft hatten.

Die größten Börsengänge der Welt

Die Frage ist, ob es dem Unternehmen gelingen kann, die Masse seiner der Nutzer auch in Einnahmen umzumünzen. Vor allem die steigende Beliebtheit der Smartphone-Apps hat sich als Problem herausgestellt - auf den kleinen Bildschirmen lässt sich schwerer Werbung unterbringen.

Dass Firmenchef Mark Zuckerberg bei Vorstellung der Quartalszahlen keine Prognose für das laufende Quartal abgegeben hatte, verunsicherte die Anleger zusätzlich. Sie flohen in den vergangenen Tagen in Scharen aus den Titeln. Seit dem Börsengang im Mai vernichtete Facebook damit mehr als 30 Milliarden Dollar an Börsenwert.

Facebook-Chef Zuckerberg zeigte sich aber dennoch zuversichtlich. Die Ergebnisse von neuen Werbemöglichkeiten seien ermutigend. Facebook habe einen „klaren Weg“ gefunden, um ein starkes Mobil-Geschäft aufzubauen. Viele Investoren befürchten allerdings, dass das Unternehmen auf Mobiltelefonen und Tablet-PCs keine hohen Werbeeinnahmen erzielen kann.

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Weiter Sorgen bereitet Investoren, dass am 16. August die Sperrfrist für Insider-Verkäufe endet - dann können erstmals Mitarbeiter und Investoren aus den Kindertagen von Facebook mit dem Verkauf von Aktien beginnen. Analysten wie Anthony Victor von Topeka Capital Markets rechnen nicht mit einem groß angelegten Ausstieg, sehen allerdings auf kurze Sicht auch nur wenig Aufwärtspotenzial für das Facebook-Papier. Fest steht: Als die Sperrfrist bei Groupon oder Zynga gefallen war, gaben die Aktien neun beziehungsweise acht Prozent nach.

  • 03.08.2012, 17:03 Uhrleser

    Fehler: fast schon wie aus dem Lehrbuch...
    Und die Fehler hören nicht auf: das wird munter weiter gehen.

  • 03.08.2012, 14:22 UhrWarAllesBekannt

    warum haben wohl Zuckerberg und Co. diret nach dem Börsengang Anteile verkauft und Kasse gemacht... die wußten doch genau was anschließend kommen würde... ein völlig, durch geschickte Pressearbeit, überzogener Aktienkurs der sch auch weiterhn nach unten bewegen wird... so wird man mit einer geklauten Idee und Finanzleuten aus New York vermögend...

  • 03.08.2012, 13:40 UhrIsmet_K.

    Sie haben Ihre "Lehren" gezogen. Also hatte es auch eine gute Seite...

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