
FRANKFURT. Nach einer steilen Talfahrt hat sich die Aktie des Maschinenbauers Heidelberger Druck in diesem Jahr wieder etwas gefangen. Vor der Finanzkrise im Sommer 2007 notierte sie noch bei knapp über 40 Euro, heute kämpft sie mit der Acht-Euro-Marke. Im Juni erreichte sie mit 8,71 Euro ihr Jahreshoch. Mit einem Kurszuwachs von über 30 Prozent seit Jahresbeginn gehört sie bislang zu den größten Gewinnern im M-Dax.
Das Unternehmen will die Gunst der Stunde nutzen: Auf der Bilanzpressekonferenz im Juni kündigte Heideldruck-Finanzvorstand Dirk Kaliebe eine Kapitalerhöhung über 420 Mio. Euro für das laufende Jahr an. Am kommenden Donnerstag sollen die Aktionäre dem Plan zustimmen.
Heideldruck will mit dem Erlös staatliche Kredite zurückzahlen, die das Unternehmen im vergangenen Jahr erhalten hatte. Damals stand der Weltmarktführer unter den Druckmaschinenherstellern kurz vor der Pleite und konnte sich nur durch eine staatliche Bürgschaft und einen Kredit der KfW retten. Insgesamt erhielt Heideldruck 1,4 Mrd. Euro Fremdkapital. Durch die Mittel aus der Kapitalerhöhung erhofft sich Heideldruck vor allem bessere Refinanzierungsbedingungen.
Der schwache Euro hilft dem Unternehmen
Inzwischen hat sich die Ausgangslage für das Unternehmen merklich verbessert. Im ersten Quartal 2010 stieg der Auftragseingang um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Außerdem hat sich durch den schwächelnden Euro-Wechselkurs die Wettbewerbsposition gegenüber den japanischen Konkurrenten verbessert.
Auf der Kostenseite hat Heideldruck in den vergangenen beiden Jahren tiefe Einschnitte vorgenommen und knapp 4 000 Arbeitsplätze abgebaut. Im Jahr 2001/02 beschäftigte Heideldruck fast 25 000 Mitarbeiter, mittlerweile sind es nur noch etwas mehr als 16 000.
In der vergangenen Woche einigte sich die Unternehmensspitze mit dem Betriebsrat auf ein Sparpaket, mit dem 60 Mio. Euro in diesem Jahr und weitere 80 Mio. Euro im folgenden Jahr eingespart werden sollen. Dabei reduzieren die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit freiwillig, um dadurch die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen zu verringern.




