Wer genauer wissen will, wie solide eine Immobiliengesellschaft finanziert ist, schaut nicht nur auf die Schulden, sondern auch auf das Verhältnis von Zinszahlungen zu Nettomieteinnahmen nach Abzug der Instandhaltungskosten. Auf Basis der Neunmonatsergebnisse - Jahresendzahlen liegen noch nicht vor - nehmen laut Bankhaus Lampe Alstria und Deutsche Euroshop mehr als doppelt so viel Miete ein, wie sie Zinsen zahlen müssen. Die DIC ist knapp dahinter. Gagfah, IVG, Patrizia und TAG liegen mit Werten um das 1,2- bis 1,3-Fache am unteren Ende der Skala.
Der Zinsdeckungsgrad der Patrizia ist allerdings nur bedingt aussagekräftig. Die Augsburger sind anders als ihre MDax- und SDax-Konkurrenten primär Immobilienhändler. Ihr Geschäftsmodell zielt nicht auf stetige Mieteinnahmen, sondern auf Verkaufsgewinne ab, seit gut einem Jahr ergänzt um regelmäßige Gebühreneinnahmen aus der Verwaltung von Immobilienvermögen für andere. Zinsen und Tilgung für ihre eher kurz laufenden Kredite bestreitet Patrizia mehr als andere aus den Verkaufserlösen.
Neumann rät Anlegern, auch die Dividendenrenditen bei Anlageentscheidungen zu bedenken. Spitzenreiter in dieser Disziplin sind DIC, Hamborner, Alstria und Deutsche Euroshop mit Werten zwischen 6,4 und 4,2 Prozent. Neumanns Fazit lautet: "Wenn ich wenig Risiko haben will, lege ich mir die Deutsche Euroshop ins Depot, wenn ich spielen will, IVG und Gagfah."




