Aktien im Fokus

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Neue Zusammensetzung: Metro wehrt sich gegen Abstieg aus dem Dax

Der Handelskonzern könnte im September aus dem Aktienindex fliegen. Das will Metro mit allen Mitteln verhindern. Doch viele Möglichkeiten, den Wert seiner Aktie zu steigern, hat das Unternehmen nicht.

FrankfurtDer Handelskonzern Metro stemmt sich gegen den Abstieg aus Deutschlands wichtigstem Börsenindex Dax. Gut zwei Wochen bleiben Finanzchef Mark Frese, um den Börsenwert der Aktie soweit zu steigern, dass die Aufstiegsaspiranten Continental und Lanxess auf Abstand gehalten werden. „Wenn es aber so bliebe wie jetzt, würden wir aus dem Dax ausscheiden – was für unsere Aktionäre eine einschneidende Veränderung wäre“, sagte Frese der „Börsen-Zeitung“. Derzeit liege die Metro bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes – also dem Gesamtwert der Aktien, die nicht den Großaktionären gehören – mit rund 3,2 Milliarden Euro auf Rang 36 der deutschen börsennotierten Firmen. Um sicher im 30 Werte umfassenden Dax zu bleiben, muss die Kaufhof- und Real-Mutter mindestens einen Rang auf 35 klettern.

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Die Deutsche Börse entscheidet am 5. September über die Zusammensetzung des Börsenbarometers. Die besten Aufstiegs-Chancen hat derzeit die im MDAX notierte Continental mit einem Börsenwert des Streubesitzes von 6,6 Milliarden Euro. In der Dax-Abstiegszone befindet sich auch der Lkw-Bauer MAN. Neben dem Börsenwert des Streubesitzes entscheidet der Aktienumsatz darüber, in welchen Index ein Unternehmen einsortiert wird. Bei dieser Messlatte liegt die Metro nach Freses Aussagen auf dem sicheren 22. Platz. Vor allem institutionelle Investoren wie Fonds orientieren sich bei der Zusammenstellung ihrer Portfolios an der Indexzugehörigkeit, ein Abstieg würde Verkaufsdruck auf die Metro-Aktie auslösen.

Analyse Das sind Metros Stärken und Schwächen

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Mehr als intensive Kommunikation mit den Anlegern kann Frese allerdings kaum unternehmen, um die Aktie anzuschieben. Entsprechend wenig konkrete Maßnahmen kündigte er im Interview der „Börsen-Zeitung“ an: „Wir arbeiten weiter intensiv daran, die operative Performance zu verbessern und die Märkte von unserer Leistungsfähigkeit zu überzeugen.“

Die Aktie des Konzerns hat seit November kräftig verloren. Während sie im Weihnachtsgeschäft, der umsatzstärksten Zeit der Handelsbranche, noch bei 37 Euro notierte, lag sie Ende Juli bei nur rund 20 Euro. Seitdem hat sich der Kurs allerdings wieder in Richtung der 25-Euro-Marke bewegt. Am Freitag ging die Metro-Aktie bei 24,48 Euro aus dem Handel, ein Plus von 0,6 Prozent. „Mit der aktuellen Bewertung der Metro-Aktie können wir natürlich nicht zufrieden sein, sie liegt nur knapp über dem Buchwert des Konzerns von 6,5 Milliarden Euro“, sagte Frese weiter. Allein der Verkehrswert der Immobilien liege deutlich über dem Gesamt-Börsenwert von acht Milliarden Euro. „Zugeben: Unsere Glaubwürdigkeit hat in den vergangenen Jahren aus verschiedenen Gründen gelitten. Aber wir setzen alles daran, unsere Glaubwürdigkeit zu stärken.“

Metro-Töchter Die neuen Sorgenkinder Media Markt und Saturn

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Den jüngsten Anstieg der Aktie haben Frese und Konzernchef Olaf Koch ihrem Quartalsbericht und einem Erfolg in einer langen juristischen Auseinandersetzung zu verdanken. Ende Juli überzeugte die Metro-Führung die Anleger mit den Zahlen des zweiten Quartals, in dem eine Preisoffensive und florierende Geschäfte im deutschen Heimatmarkt und in Asien die Umsätze steigen ließen. Im zweiten Halbjahr sollen die Gewinne steigen, kündigte Koch an. So will er seine Jahresprognose doch noch erreichen. Investoren hatten gefürchtet, Koch könne seine Ziele angesichts der Konsumflaute in weiten Teilen Europas kippen.

Im Rechtsstreit mit Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals um das Sagen bei Media-Saturn landete die Metro außerdem einen Punktsieg, was ebenfalls Druck von der Aktie nahm. Die Debatte, ob Metro Europas größte Elektrohandelskette wegen mangelnden Durchgriffs des Düsseldorfer Managements aus den Bilanzen nehmen muss, ist laut Koch damit vom Tisch.

Metro

Doch auch falls die Metro den Dax-Platz räumen muss, geht für Finanzvorstand Frese die Welt nicht unter: „Wir haben ein extrem gutes Standing am Kapitalmarkt. Ob mit oder ohne Dax-Zugehörigkeit bleiben wir am Ende, was wir sind: der viertgrößte Händler der Welt.“

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