
LONDON. Die Ölpest am Golf von Mexiko scheint ihnen egal zu sein. Die Folgen für die Umwelt, die Fischerei- und Tourismusbranche, sie interessieren sie offenbar nicht. Was für Investoren des britischen Energiekonzerns BP zählt, ist vor allem eins: die Dividende. Und sollte sie in Gefahr kommen, weil die Kosten der Ölkatastrophe im Süden der Vereinigten Staaten außer Kontrolle geraten, dann könnte es für BP-Vorstandschef Tony Hayward eng werden.
"Sollte BP seine Dividende kürzen, dann wird das Management dafür zur Verantwortung gezogen", heißt es bei einem britischen Pensionsfonds, der BP-Aktien hält, "und das könnte Haywards Zeit an der BP-Spitze massiv beeinflussen." Ein anderer Investor drückt sich deutlicher aus: "Wenn die Dividende ausfallen sollte, kann sich Hayward einen neuen Job suchen."
BP hat seit 2008 pro Aktie und Jahr 56 Cent an seine Anteilseigner ausgeschüttet. Das waren 2009 insgesamt 10,5 Milliarden Dollar und damit knapp ein Drittel des Cash-Flow aus dem operativen Geschäft. Die BP-Dividendenzahlung entspricht etwa einem Siebtel der Einnahmen, die die britischen Pensionsfonds von den 100 größten Unternehmen des Landes beziehen.
Stabile BP-Dividende ist für Pensionsfonds wichtiger geworden
Da vor allem Banken in der Krise ihre Gewinnausschüttung stark zurückgefahren haben, sind Konzerne wie BP für Pensionsfonds wichtiger geworden. Die Dividendenrendite lag bereits vor dem Unglück im Golf von Mexiko bei acht Prozent und fiel damit überdurchschnittlich aus. In den vergangenen Wochen stieg die Rendite auf mehr als elf Prozent. Der BP-Aktienkurs ist deutlich eingebrochen, nachdem vor gut fünf Wochen eine im Auftrag von BP betriebene Bohrinsel im Golf von Mexiko explodierte und seitdem täglich Hunderttausende Liter Rohöl ins Meer fließen. Der Konzern hat mehr als 40 Milliarden Dollar und damit etwa ein Viertel an Börsenwert verloren.
Die Dividende sei nicht gefährdet, betonte BP vor einigen Wochen. Zu der Frage, ob das auch weiterhin gelte, wollte sich das Unternehmen gestern nicht äußern.
Einige Analysten und Aktionäre fürchten, dass BP um Einschnitte bei der Dividende nicht herumkommt - je länger der Kampf des Unternehmens gegen den Ölteppich im Golf von Mexiko dauert und je teurer die Katastrophe für BP wird. Ein weiterer Faktor ist der Ölpreis, der seit Anfang Mai von knapp 90 auf zuletzt 70 Dollar je Barrel (159 Liter) gefallen ist.
"Bleibt es bei dem Ölpreis und den bislang absehbaren Kosten des Unglücks, dann wird sich für die nächsten zwei, drei Jahre wohl nichts an der Höhe der Dividende ändern", sagen Analysten des Aktienhändlers Oriel Securities. Die meisten Experten gehen davon aus, dass durch die Katastrophe Ausgaben von etwa sechs bis zwölf Milliarden Dollar auf BP zukommen für die Aufräumarbeiten sowie Schadensersatz- und Strafzahlungen. "Im besten Fall wird die Katastrophe eine Dividendenerhöhung deutlich verzögern", sagt ein Anteilseigner. Darauf habe man angesichts des im ersten Quartal deutlich gestiegenen Gewinns gehofft. "Trifft aber das Worst-Case-Szenario zu, bleibt vom Cash-Flow möglicherweise nicht mehr viel für die Dividende übrig."
Im schlimmsten Fall könnten Strafen auf 60 Milliarden Dollar steigen
Worst Case, das heißt in diesem Fall: BP wäre auf Monate hinaus unfähig, die Lecks zu stopfen, es würden täglich deutlich mehr als die von dem Konzern geschätzten 800 000 Liter Öl ins Meer fließen, Experten würden BP nachweisen, das Unglück durch grobe Fahrlässigkeit verursacht zu haben, und die US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) würde am Ende die Maximalstrafe verhängen. In dem Fall könnten sich allein die Strafzahlungen auf 60 Milliarden Dollar summieren. Das haben Analysten des Investmenthauses Canaccord errechnet. Hinzu kämen die Kosten für die Beseitigung der Ölschäden sowie Schadensersatzzahlungen.
Knapp zwei Wochen ist es her, dass BP-Chef Hayward in einem Interview mit dem "Guardian" sagte, er habe nicht das Gefühl, dass sein Job durch die Katastrophe gefährdet sei. "Ich werde danach beurteilt, wie wir jetzt mit der Situation umgehen." Ein BP-Investor drückt die Sache etwas anders aus: "Hayward wird in erster Linie danach beurteilt, wie sich die Dividende entwickelt, an zweiter Stelle kommt sein Krisenmanagement."
Es trotzt von Menschenverachtung, wenn sich die investoren Gedanken um die Dividenden machen. Es wird sich in den nächsten Monaten zeigen, wie die Welt mit dieser Art von Moral umzugehen weiß. Vor kurzem wurde ich in Freiburg wegen meinem Anzug gefragt, ob ich banker sei. Gott sei Dank konnte ich antworten: „ Nein ich bin Steuerberater, wieso?“
Wir brauchen keine Währungsreform. Wir brauchen eine investmentreform, die mit klaren Regeln dem schnellen Geld ein Ende bereitet und planbare, sichere und umweltverträgliche investitionen ermöglicht. Jeder sollte sich in der Welt darüber Gedanken machen, was er tut. Auch der investmentbanker, der Daytrader, der auf der Jagd nach dem schnellen Geld bislang nur eine Regel respektiert, die der Eigenkapitalrentabilität. Wenn wir diesem Katastrophenweg nicht schnell ein Ende bereiten, dann werden wir bald keine Realwirtschaft mehr ohne Währungsreform haben.
Eines ist sicher. in den anderen Ländern wird man wohl angesichts der Kritik an Deutschland und dem Ansinnen an eine Kapitalverkehrssteuer von Tag zu Tag vorsichtiger werden. Da wollen nur noch die Klientelpersonen die nächsten Monate das Ende des leichten und schnellen Geldes hinauszögern. Es liegt an uns allen dem ein vorzeitiges Ende zu bereiten.
Und denjenigen, die damit sagen: Kapitalverkehrssteuer: Ach nee, damit schadet ihr der Wirtschaft! – Hört auf Euch selbst zu belügen. Und den Euro-Skeptikern: Was würde ihr sagen, wenn in den nächsten Tagen die neue Sau im Dorf: Öl-Krise den Dollarkurs vermasselt und den Euro ansteigen lässt, was dann? Lasst diese Panikmache und arbeitet weiter.
Wenigstens ein bisschen Realwirtschaft wird unserer Wirtschaft nicht schaden. Sonst gewinnt am Ende wenigstens einer: Der Sachverständige, der im Rahmen der Zwangsversteigerung Eure immobilien einschätzt.
Dividende ?
Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, ist der Konzern pleite.
Denn das bezahlen aller Schäden erfordert mehr Kapital als bP wert ist.
Wenn nicht das Gesetz aus bush's Zeiten bP hilft, alles über 75 Mio als Schaden dem amerikanischen Volk aufzuhalsen, ist die Dividende das geringste, um die sich bP-Aktionäre Sorgen machen sollten.
Schliesslich hat es einen Grund, warum andere investoren trotz guter Rendite nicht so begeistert zu Ölaktien gegriffen haben. Manche Leute haben im börsenzockerpiel ncht einen Restfunken Verstand.





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