
FrankfurtDer geplante Verkauf eines Aktienpaketes durch Bertelsmann hat bei RTL am Freitag einen Rekord-Kursrutsch ausgelöst. Die in Brüssel notierten Titel der TV-Senderkette brachen um bis zu 16 Prozent auf ein 16-Monats-Tief von 63,60 Euro. Dabei wechselten bis zum Mittag knapp 26 Mal so viele RTL-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.
Vom massiven Kurseinbruch konnte sich die Aktie leicht erholen und notierte am Nachmittag zehn Prozent tiefer. Die vergangenen Wochen waren für die Aktie relativ unspektakulär. Seit Jahresbeginn hat die Aktie weder zugelegt noch verloren.
Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.
Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.
In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.
Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.
Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.
Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.
US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.
Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.
Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.
Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.
Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.
Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.
Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.
Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.
Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.
Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.
Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.
Enttäuschend ausgefallene US-Konjunkturdaten schüren Rezessionsängste und lassen den Dax zeitweise um bis zu sieben Prozent abstürzen.
Europas größter Medienkonzern Bertelsmann erwägt den Verkauf von Anteilen an der RTL Group. Bertelsmann werde aber auf jeden Fall eine qualifizierte Mehrheit von etwa 75 Prozent behalten, hatte der Konzern am Donnerstagabend mitgeteilt. Der Aufsichtsrat habe grundsätzlich zugestimmt, es sei aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen.
Die Erlöse sollten in „neue strategische Wachstumsgeschäfte“ investiert werden. Derzeit hält Bertelsmann 92,3 Prozent der Stimmrechte an der Fernsehsender-Gruppe. Die RTL Group ist der größte Unterhaltungskonzern Europas und zugleich größter Geschäftsbereich von Bertelsmann.





