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Riskante Wertpapiere: Deutsche Bank will Milliardenportfolio verkaufen

Das Geldhaus will riskante Wertpapiere veräußern. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank massiv Vermögenswerte abgebaut. Mit den Milliarden aus dem Verkauf will sie ihre Kernkapitalquote stärken.

Die beiden Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain (rechts) und Jürgen Fitschen, wollen riskante Wertpapiere in Milliardenhöhe verkaufen. Quelle: Reuters
Die beiden Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain (rechts) und Jürgen Fitschen, wollen riskante Wertpapiere in Milliardenhöhe verkaufen. Quelle: Reuters

LondonDie Deutsche Bank will Finanzkreisen zufolge riskante Wertpapiere im Milliardenumfang verkaufen und damit ihre Kapitaldecke kräftig stärken. Grund ist ein bis Ende März geplanter Verkauf komplexer Wertpapierkonstrukte (CDOs) in Milliardenhöhe, die massiv Eigenkapital binden. Sollte der Deal gelingen, bekäme das größte deutsche Geldhaus mit einem Schlag risikogewichtete Vermögenswerte (RWA) von 16 Milliarden Euro los, berichtete der zu Reuters gehörende Informationsanbieter IFR am Freitag unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person. Das fragliche Portfolio lagert derzeit in der internen Abwicklungseinheit. Bis Ende vergangenen Jahres hat das größte deutsche Geldhaus insgesamt bereits 80 Milliarden Euro an RWA abgebaut – bis Ende März sollen es über 100 Milliarden Euro sein.

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Für Bankchef Anshu Jain hat der Kapitalaufbau angesichts der schärferen Regulierung derzeit oberste Priorität. Dafür nimmt er auch Milliardenverluste in Kauf, wie zuletzt im Abschluss zum vierten Quartal. Die an den Märkten lange als zu niedrig kritisierte harte Kernkapitalquote nach den härteren Maßstäben des Regelwerks Basel III stieg bis Jahresende auf acht Prozent. Am Ende des ersten Quartals sollen es dank des RWA-Abbaus 8,5 Prozent sein. Damit würde das Institut zur Konkurrenz aufschließen und wäre für Basel III gut gewappnet.

Deutsche Bank

Das fragliche Portfolio besteht aus komplexen Kreditverbriefungen und -Absicherungen aus der Zeit vor der Finanzkrise. Diese hochriskanten Papiere, die in der Krise dramatisch an Wert verloren haben, müssen mit Eigenkapital in Höhe eines Vielfachen des Nennwerts unterlegt werden, der per Ende September bei nur 2,4 Milliarden Euro lag.

Solche Papiere sind schwer verkäuflich, Banken scheiden angesichts der scharfen Kapitalvorgaben als Käufer aus. Nach Informationen aus Marktkreisen sind zwei Hedgefonds stark an dem Deutsche-Bank-Portfolio interessiert. „Man ist zuversichtlich, dass der Kauf über die Bühne gehen wird“, sagte ein weiterer Insider. „Es ist aber gut möglich, dass das Portfolio mit Verlusten verkauft wird.“ Priorität für die Bank habe die Entlastung auf der Kapitalseite.

  • 01.02.2013, 16:49 Uhrhafnersp

    Sieht so aus, als bereite sich die Bank auf den nächsten Crash ala 2008 vor. "Basel III" ist dafür ein nettes Feigenblatt, aber wohl der kaum der Grund. Man sieht ja jetzt schon: es wird verschoben und verschoben und verschoben .... - bis es auch die letzte 2big2fail-Bank erfüllen kann, möglicherweise also zum Sankt Nimmerleinstag.

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