
HB FRANKFURT. Adidas sind am Mittwoch nach der Bilanzvorlage unter Druck geraten. Die Aktien von Europas größtem Sportartikelkonzern sackten bis zum Mittag um rund sechs Prozent auf 35,70 Euro ab.
Börsianer zeigten sich von dem Zahlenwerk und dem Ausblick enttäuscht. Nach acht Jahren stetigen Wachstums in Folge sank der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um 61,8 Prozent. Insgesamt verfehlte der Konzern die Markterwartungen. Künftig will Adidas unterdessen einen größeren Anteil des Gewinns ausschütten.
Ein Analyst sprach von einer enttäuschenden operativen Marge und einem schwachen Ausblick - der Umsatz habe die Prognosen fast getroffen. Die Gewinne seien aber durch eine außerordentliche Belastung nach unten gedrückt worden. Zudem habe sich Reebok im vierten Quartal vielversprechend erholt. Investoren sollten auf weitere Details aus der Analystenkonferenz warten, so der Experte.
Analyst Christoph Dolleschal von der Commerzbank sieht das vierte Quartal etwas unter den Erwartungen, was allerdings dem Fazit aus den Bilanzvorlagen der Wettbewerber entspreche. Der Umsatz habe seine Schätzungen getroffen und das Ergebnis vor Zinsen uns Steuern (EBIT) liege wegen überraschend hohen Wertberichtigungen unter der Prognose. Der Ausblick für 2010 sei trotz der anstehenden Fußballweltmeisterschaft als vorsichtig einzustufen. Dolleschal bewertet Adidas-Aktien mit "Reduce" beim Kursziel 30 Euro.
Adidas will nach dem Gewinneinbruch mit Hilfe der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr wieder durchstarten. Die Konzernerlöse sollen währungsbereinigt im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich wachsen, kündigte Adidas am Mittwoch in Herzogenaurach an. Auch beim Gewinn will der Konzern zulegen. Der Überschuss soll auf 400 bis 450 Millionen Euro steigen. Die operative Marge sieht Adidas 2010 bei etwa 6,5 Prozent. Die WM soll neue Rekordfußballumsätze bescheren. Auch das Sorgenkind Reebok will der Konzern in diesem Jahr auf Wachstumskurs bringen.




