
HB FRANKFURT. Das hatten sich die Aktionäre von Solar Millennium ganz anders vorgestellt. Utz Claassen, der neue Chef, sollte das Unternehmen voranbringen - und natürlich den Aktienkurs. Die Ankündigung Claassens, nach nicht einmal drei Monaten seinen Posten zu räumen, schlägt an der Börse ein wie ein Bombe. Rund ein Drittel verliert der Aktienkurs zeitweise; ein Papier gibt es schon für weniger als 20 Euro.
Über die Gründe von Claassens Rückzug wird heftig spekuliert. "Der Weggang kam für den Aufsichtsrat unerwartet. Wir respektieren die Entscheidung und begrüßen, dass er dem Unternehmen weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben möchte", sagt Aufsichtsratschef Helmut Pflaumer. Der Aufsichtsrat werde die Geschäftsverteilung im Vorstand zeitnah neu ordnen, um so den nachhaltigen Wachstumskurs der Solar Millennium AG weiter sicherzustellen.
An der Börse wurde der Rücktritt in Zusammenhang mit angeblichen Bilanztricksereien gesehen. Die im relativ wenig regulierten Freiverkehr gehandelten Aktien brachen zum Handelsauftakt ein. Finanzvorstand Thomas Mayer wollte am Dienstagmorgen im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX "keine Mutmaßungen über die Beweggründe" anstellen. Das Unternehmen hatte die Berichte über angebliche Bilanztricks stets zurückgewiesen.
In den vergangenen Monaten hatte die "Wirtschaftswoche" wiederholt über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung berichtet. Das Unternehmen wies immer alle Vorwürfe zurück. Der Aktienkurs fiel seit dem Anfang 2010 erreichten Mehrjahreshoch von rund 44 Euro deutlich. Zuletzt kostete das Papier noch knapp 29 Euro. Das Unternehmen kommt damit auf einen Börsenwert von rund 360 Millionen Euro.
Wegen angeblichen Differenzen in der Unternehmenskultur das Handtuch zu schmeissen ist unverantwortlich. Wenn das der Grund sein sollte, dann hätte er sich darüber auch schon vor Amtsantritt ein bild machen müssen. Wahrscheinlich wechselt er demnächst wieder in die Atomlobby wo er eigentlich hingehört und es ist zu befürchten, dass er Solarmillenium mit seinem insiderwissen dort weiteren schweren Schaden zufügen wird. in Talkshows tut er dann wieder so als hätte er die Moral für sich alleine gepachtet.
ich habe im Dezember gleich gewarnt vor Uz,der kostet schon der ENbW eine Menge Geld.Eine Zumutung
wenn er ohne Angaben von Gründen hin schmeißt.interessant wäre noch ob man ihn geholt hat oder ob er selbst bei Sollar Millenium an klopfte.
Doch immerhin drei Monate hat er sich Zeit gelassen. Das läßt auf ein einigermaßen zuverlässiges Urteil schließen. Es muß schon arg ums Unternehmen stehen, wenn mit Tricks und fetten Zusagen größere Kaliber geködert werden - auf die Gefahr hin, daß sich bei denen denn doch ihre Klasse durchsetzt und sie ganz schnell wieder gehen.
Solarindustrie hat gegenwärtig nun nicht gerade Zukunft, wenn sie aus Deutschland ist: Folge kurzsichtiger Subventionspolitik von Rot/grün. Aber denen kann selbst mit man zigfach belegten Prognosen nichts beibringen, die müssen das Rad mindestens einmal pro Woche neu erfinden - als Rechteck.





5 Kommentare
Alle Kommentare lesen