Aktien im Fokus

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Sonderausschüttung: Premieren-Dividende des BVB wenig meisterlich

In der Liga wurde Borussia Dortmund zweimal in Folge Meister, an der Börse ist der Fußballverein nur Kreisklasse: Die Aktie findet am Markt kaum Beachtung, die erste Dividende nach zwölf Jahren fällt eher mickrig aus.

Dortmund-Fans beim Börsendebüt vor zwölf Jahren: Augen zu und durch. Quelle: dpa
Dortmund-Fans beim Börsendebüt vor zwölf Jahren: Augen zu und durch. Quelle: dpa

DüsseldorfFußballbundesligist Borussia Dortmund bleibt nach dem Rekordgewinn in der Meisterschaftssaison bei seiner ersten Dividende knausrig: Die Anleger - meist hartgesottene Fans - sollen sechs Cent je Aktie erhalten, wie der Traditionsclub am Dienstag mitteilte. Nach dem Willen des Aufsichtsrates sollen von dem in der Saison 2011/2012 verbuchten Bilanzgewinn von 34,3 Millionen Euro mit 3,7 Millionen Euro nur knapp elf Prozent an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Der Rest fließt in die Rücklagen.

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An der Börse blieb der Jubel darüber aus: Die Aktie notierte mit 2,56 Euro ein halbes Prozent im Minus. Beim Börsenstart vor zwölf Jahren waren die Papiere mit elf Euro ausgegeben worden.

Aktien im Fokus

Dank erneuter Meisterschaft und dem DFB-Pokalsieg hatte Deutschlands einziger börsennotierter Fußballclub in der vergangenen Saison so viel verdient wie nie zuvor. Bei einem Umsatz von 191,2 Millionen Euro vervierfachte sich der Überschuss auf 34,3 Millionen Euro. Sprunghaft gestiegene TV-Einnahmen sowie lukrative Spieler-Transfers hatten sich positiv ausgewirkt. Der vor Jahren mit der Pleite kämpfende Verein senkte zudem seine Schulden um 15,5 Millionen auf 40,6 Millionen Euro.

Nach dem zweiten Spieltag steht Trainer Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft nach einem Sieg und einem Unentschieden auf Platz sechs der Tabelle. In der Champions League haben die Borussen ein Hammerlos gezogen und müssen in der Vorrunde gegen die drei Landesmeister Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam antreten. Nach Ansicht von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eine Gruppe, "in der Helden geboren werden." Im vergangenen Jahr scheiterte der BVB in der Gruppenphase gegen Arsenal London, Olympique Marseille und Olympiakos Piräus. Dennoch sorgte die Stippvisite in der Königsklasse für sprudelnde Einnahmen.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

  • 11.09.2012, 18:58 Uhrovoss

    Ist doch sogar ein cent mehr als der einzige BVB-Analyst erwartet hat: http://blog.wiwo.de/fussballmarkt/2012/08/23/es-kann-sich-rechnen-nicht-meister-zu-werden/

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