STUTTGART. Mit einem Rekordergebnis hat der Uhren- und Schmuckhersteller Fossil vor wenigen Tagen die Anleger erfreut. Der Online-Finanzdienst Zacks.com setzte die Aktie daraufhin sogar auf seine Nummer-Eins-Liste. Analyst Randal Konik von der Investmentbank Jefferies erwartet, dass in den kommenden drei Monaten auch noch Fossils Ledersparte an Fahrt aufnimmt und einen weiteren Umsatzzuwachs bringt. Außerdem vertreibt der Konzern Sonnenbrillen, Armbänder, Lederwaren und Kleidung unter dem Namen Fossil.
Die Zahlen setzen sich deutlich ab von den schlechten Vorjahresergebnissen. Damals waren viele Einzelhändler noch damit beschäftigt, ihre Lagerbestände loszuwerden, weil die Kunden nur äußerst zögerlich in Luxusartikel investieren wollten. Inzwischen legen sie allerdings wieder neue Vorräte an - für die Analysten ein Zeichen dafür, dass sich der Markt stabilisiert. Und für Fossil rechnen sich mehr und mehr die eigenen Geschäfte, die dem Konzern bessere Margen einbringen als der Verkauf durch Einzelhändler. Ende vergangenen Jahres erzielten die eigenen Läden und der Handel übers Internet bereits ein Viertel des Umsatzes, 2008 waren es noch 18 Prozent gewesen.
Der Markt belohnte die aktuell guten Zahlen prompt: Vor wenigen Tagen erreichte die Aktie ein Fünfjahreshoch bei 46,30 Dollar. Und die Experten sehen weiteres Aufwärtspotenzial. Analystin Marie Driscoll von der Ratingagentur Standard & Poor's etwa erhöhte ihr Kursziel von 44 auf 49 Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kurs wäre dies immer noch ein Plus von mehr als 15 Prozent.
Den Gewinn konnte Fossil im abgelaufenen Quartal mehr als verdreifachen: von 25 Cent pro Aktie im Vorjahresquartal auf 80 Cent pro Aktie. Weltweit wuchsen die Umsätze um fast 30 Prozent. Damit ließen die Texaner die Erwartungen der Analysten weit hinter sich, die im Schnitt mit 34 Cent gerechnet hatten. Auch die Prognose für die nächsten beiden Quartale erhöhte Fossil deutlich, und die für das Gesamtjahr 2010 sogar schon zum zweiten Mal.
Einen Großteil des Gewinns erzielte Fossils Uhrensparte. Sowohl die Hauptmarke "Fossil" als auch die Handelsmarken, die der Konzern eigens für große Einzelhändler wie Wal-Mart und Target unter anderem Namen produziert, liefen in den vergangenen drei Monaten gut. Damit deckt Fossil fast alle Käuferschichten ab: Die billigsten Uhren aus der Fossil-Produktion, die dann unter einem anderen Namen verkauft werden, sind schon für sieben Dollar zu haben, die teuersten kosten mehr als 2 000 Dollar. Analysten halten insbesondere die mittlere Preisklasse für Fossils Stärke, vor allem verglichen mit den Absatzzahlen der Konkurrenz.




