
Selbst aus einer schweren Rezession oder gar Depression werden einige Unternehmen gestärkt hervorgehen – vorausgesetzt, die freie Marktwirtschaft fällt der Krise nicht komplett zum Opfer. Starke Unternehmen werden, weil schwächere Konkurrenten ausscheiden, Marktanteile und Preismacht gewinnen. Beste Voraussetzungen haben Gesellschaften mit wenig Schulden, die auf einem Berg Cash sitzen.
Damit lassen sich schwere Zeiten überstehen, zugleich verleiht Bares dem Management finanzielle Unabhängigkeit von Banken und Börsen, etwa mit Blick auf Investitionen und Übernahmen. Und wenn dem Management diesbezüglich nichts einfällt, dann verteilt es den Cash unter den Aktionären. Immer noch besser, als das Geld zu verbrennen. Eine Garantie gegen Kursverluste ist eine hohe Nettoliquidität nicht. Aber je mehr Marktwert mit ihr unterlegt ist, umso geringer sind die unmittelbaren Kursrisiken.
Dell (USA)
Computer
Börsenwert: 20,86 Milliarden $
Nettoliquidität: 4,7 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 23 %
Keyence (Japan)
Sensor-/Messtechnologie
Börsenwert: 14,34 Milliarden $
Nettoliquidität: 4,8 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 33 %
Denso (Japan)
Autozulieferer
Börsenwert: 28,58 Milliarden $
Nettoliquidität: 5,1 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 18 %
Hong Kong Exchange (Hongkong)
Börsenbetreiber
Börsenwert: 15,21 Milliarden $
Nettoliquidität: 5,6 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 37 %
Otsuka Holdings (Japan)
Pharma/Gesundheit
Börsenwert: 16,55 Milliarden $
Nettoliquidität: 6,0 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 36 %
Ericsson (Schweden)
Telekomausrüster
Börsenwert: 28,33 Milliarden $
Nettoliquidität: 6,3 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 22 %
Fanuc (Japan)
High-Tech-Maschinenbau
Börsenwert: 37,36 Milliarden $
Nettoliquidität: 8,0 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 21 %
Nintendo (Japan)
Unterhaltungselektronik
Börsenwert: 16,41 Milliarden $
Nettoliquidität: 12,2 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 74 %
Qualcomm (USA)
Telekomausrüster
Börsenwert: 92,43 Milliarden $
Nettoliquidität: 25,5 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 28 %
Cisco Systems (USA)
Telekomausrüster
Börsenwert: 90,08 Milliarden $
Nettoliquidität: 32,0 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 36 %
Dell (USA)
Computer
Börsenwert: 20,86 Milliarden $
Nettoliquidität: 4,7 Milliarden $
Anteil Nettoliquidität am Börsenwert: 23 %
Bei der Betrachtung der Liste der Unternehmen mit den üppigsten Rücklagen fallen gleich mehrere Dinge auf: Zum einen sind Unternehmen der digitalen Ära überproportional vertreten: Computerhersteller, Softwarehersteller, Internetdienstleister und Ausrüster für Telekommunikations- und Netzwerktechnik beherrschen die Top 15.
Nur der staatliche Bergbaukonzern Coal India schlägt mit liquiden Mitteln von 10,1 Milliarden Dollar - was 27 Prozent des Börsenwerts entspricht - als einziger Rohstoffkonzern etwas aus der Art. Darüber hinaus findet sich in der Liste nur noch ein Autozulieferer und ein Pharmaunternehmen. Alle anderen genannten Unternehmen mit großem Geldspeicher sind stark technologiegetrieben.
Gemessen am Börsenwert verfügt der Spielkonsolen-Hersteller Nintendo über die höchsten Liquiditätsreserven in dem Vergleich. Die 12,2 Milliarden Dollar entsprechen 74 Prozent des derzeitigen Börsenwerts. Allerdings ist der hohe Anteil auch dem seit 2010 auf Talfahrt befindlichen Aktienkurs geschuldet. Den zweithöchsten Anteil kann der Börsenbetreiber Hong Kong Exchange mit einer Nettoliquidität von 5,6 Milliarden Dollar für sich verbuchen, was einem Anteil am Börsenwert von 37 Prozent entspricht.





