dpa-afx FRANKFURT. Die Commerzbank hat ihre Prognose erster Zinserhöhungen in den USA und der Eurozone nach hinten verschoben. Die US-Notenbank werde den Leitzins nicht wie bislang erwartet Ende 2010, sondern erst im Frühjahr 2011 wieder anheben, heißt es in einer Studie vom Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte mit deutlichem Abstand folgen. So rechnet die Frankfurter Bank mit einem ersten Zinsschritt der EZB erst im Herbst 2011. Bisher war der Sommer 2011 genannt worden.
"Die Zentralbanken schauen bei der Zinspolitik nicht nur auf das Hauptszenario, sondern nehmen auch auf die Risikoszenarien Rücksicht", begründet Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer die geänderte Zinsprognose. So befürchte die Federal Reserve, dass sich die europäische Schuldenkrise negativ auf die US-Banken und damit auf die amerikanische Konjunktur auswirken könnte. Die EZB wiederum dürfte wegen der erhöhten Unsicherheit und angesichts des stagnierenden Kreditvolumens ihre erste Zinserhöhung verschieben.




