scc FRANKFURT/M. Das erste Halbjahr dürfte dabei eine bessere Performance zeigen als das zweite, Schwellenländer – und hier speziell China – werden weiter eine interessante Alternative sein und Japan schafft endgültig die Wende. Die größte Gefahr birgt ein möglicher unkontrollierter Absturz des Dollar, während politische Risiken weitaus weniger drohen als noch vor einem Jahr, heißt es.
„Es ist sicherlich gefährlich, wenn alle das Gleiche prognostizieren“, gibt Alfred Roelli, Leiter der Finanzanalyse beim Schweizer Bankhaus Pictet, zu bedenken. Es bedarf daher eines Blickes auf die Details, denn dort gebe es Unterschiede. Roelli beispielsweise teilt den ungezügelten Optimismus vieler Kollegen nicht. „Der Markt hat bereits sehr viel antizipiert, weshalb wir bei vielen Branchen schon wieder vorsichtig sind“, sagt er. Andererseits seien defensive Branchen wie Energie, Nahrungsmittel und Pharma inzwischen so vernachlässigt, dass sie auf ein Bewertungstief vorweisen. Sie zählen deshalb in den kommenden drei bis fünf Monaten zu Roellis Favoriten. Bei Tech-Werten ist er nur bedingt optimistisch. Engagiert bleibt er bei Software- und IT-Beratungsaktien. Bei Halbleiterwerten, die zuletzt schon sehr gut gelaufen sind, ist er jedoch skeptisch.
Um einiges optimistischer betrachtet Francois Lemoine von BNP Paribas die Situation. Er favorisiert Tech-Werte (Alcatel, ASML, Business Objects, Infineon, SAP), Zykliker (BMW, Renault, BAA, LVMH, Lufthansa, Philips, Wolters Kluwer, TF 1, Kingfisher) sowie Finanztitel (ABN Amro, Banca Intesa, HSBC, Popular, RBOS, SEB, Euronext, Axa, Fortis, ING, Legal & General, Swiss Re). Auffällig ist, dass unter allen Finanzwerten kein deutsches Unternehmen vertreten ist. „Auf Grund der niedrigen Bewertungen und der allgemeinen Konsolidierung in der Branche sind wir derzeit eher vorsichtig“ sagt Lemoine. Zum „untergewichten“ rät er jedoch im Gegensatz zu Roelli bei Energie-, Konsum- und Pharmawerten.





