
FrankfurtDeutschlands Top-Managern ist die Lage an den Finanzmärkten mehr und mehr suspekt. Schließlich dominieren dort seit Wochen Aussagen der Notenbanker und mögliche neue Rettungsmaßnahmen für die Euro-Südländer das Geschehen. Desillusioniert nehmen die Firmenlenker hin, dass Nachrichten aus ihren Unternehmen im Moment die Kurse an den Börsen nur wenig bewegen können.
"Unternehmenslenker und realwirtschaftliche Rahmenbedingungen stehen weiter eher im Hintergrund", sagt Professor Olaf Stotz, der an der Frankfurt School das Geschehen rund um die Aktienkäufe der Insider beobachtet. Und deren Anlageverhalten hat sich in den vergangenen Wochen verändert. Bei der vorherigen Erhebung vor zwei Wochen fielen die Verkäufe sehr hoch aus, diesmal waren sie im langfristigen Vergleich eher niedrig. Dafür stiegen Anzahl und Volumina der Käufe.
Delta Lloyd
Otte: sehr günstige holländische Versicherung mit wenig Exposure in Südeuropa.
Alcatel-Lucent
Otte: spottbillig; allerdings muss sich das Unternehmen fangen. 100 - 200 Prozent Potential.
Fuchs Petrolub
Otte: Fair bewertet mit Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15; aber sehr gutes Unternehmen. Langfristige Renditeerwartung: + 10%
Salzgitter
Otte: Zykliker und damit sehr anfällig bei Konjunkturschwankungen. Dank der Cash-Reserven aber extrem günstig.
Novartis
Otte: Sichere Aktie, moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis (11), großzügige Dividendenrendite (4%).
Energias des Portugal
Otte: Kurs bei knapp zwei Euro. Im Bieterverfahren Ende letzten Jahres hat das chinesische Unternehmen Three Gorges 3,45 Euro je Aktie bezahlt. Insgesamt haben die Chinesen sich 21 Prozent der Anteile gesichert.
Berkshire Hathaway
Otte: Dank eines Rückkaufangebots Buffetts lediglich knapp über Buchwertgehandelt. Potential 30 Prozent. Festgeldersatz
Enel
Otte: breit aufgestellter Versorger, spottbillig wie der Italienische Markt.
OMV
Otte: Unter Buchwert gehandelt, KGV bei sechs, Dividendenrendite 4,5 Prozent.
Nestlé
Otte: sicherste Aktie der Welt, derzeit fair bewertet.
Letztlich fällt auf, dass bei den Unternehmensinsidern die Stimmung ebenso schwankt wie bei den übrigen Investoren. Das Insider-Barometer, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist jedenfalls wieder auf 119 Punkte gestiegen. Bei der vorherigen Erhebung lag es bei 105 Zählern.
Ab einem Niveau über 110 Punkten gibt das Barometer den Anlegern gewöhnlich ein Kaufsignal. Diesmal relativiert Stotz allerdings: "Trotz des Barometer-Anstiegs lässt sich noch keine Trendwende erkennen", resümiert er. Für den Aktienmarkt bedeutet das eine weitere Seitwärtsbewegung, wenn auch wie zuletzt bei deutlich stärkeren Schwankungen.
Zumindest bei den Einzeltiteln lassen sich klare Tendenzen abzeichnen. Der mit Abstand größte Kauf kam wieder einmal vom westfälischen Modeunternehmen Gerry Weber. Nachdem es bei dem Dauergast auf der Insiderliste in den vergangenen zwei Monaten ruhig gewesen war, hat die Familie des Gründers Gerhard Weber nun für knapp eine halbe Million Euro Aktien gekauft. Die 32,11 Euro je Aktie, die man diesmal ausgeben musste, sind zwar nicht mehr günstig. Aber der Höhenflug der Aktie hält an, und Analysten haben zuletzt ihre Prognosen nach oben revidiert. So erhöhten zuletzt am Freitag die Experten der Großbank HSBC ihr Kursziel von 31 auf 35 Euro.
ACS ist ein spanischer Baukonzern, der sich auf die Entwicklung, den Bau und das Management von Infrastruktureinrichtungen spezialisiert hat.
KGV: 5,85
Das KGV ist jeweils das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das Gesamtjahr 2012
Quelle: Bloomberg
Swiss Life konzentriert sich auf Versicherungsprodukte und Dienstleistungen für den Vorsorgebereich. Im Bereich Vorsorge zählt der Konzern zu den Marktführern in der Schweiz und ist bei Lebensversicherungen in Europa unter den Top Ten.
KGV: 5,81
Telecom Italia ist einer der großen europäischen Telekom-Konzerne.
KGV: 5,68
Vedanta Recources ist eine britische Bergbaugesellschaft. Die Interessen des Unternehmens liegen in den Bereichen Aluminium, Kupfer, Zink, Eisenerz und außerdem im Bereich kommerzieller Energie.
KGV: 5,52
ING Group zählt zu den großen europäischen Finanzkonzernen.
KGV: 5,49
Autobauer Renault hat zuletzt ein wenig den Anschluss an die Konkurrenten verloren.
KGV: 5,40
KBC Group ist ein Finanzkonzern aus Benelux. Er war in der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten, hat sich zuletzt einigermaßen stabilisiert.
KGV: 5,21
Cairn Energy ist einer der großen europäischen Öl-Explorer.
Dividendenrendite: 85 Prozent*
*Cairn Energy hat in diesem Jahr eine Sonderdividende ausgeschüttet von 160 Pence je Aktie. Das Geld stammt aus dem Verkauf des Indiengeschäfts des Unternehmens. Die hohe Dividendenrendite 2012 lässt also keinerlei Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu.
Petropavloski ist einer der führenden russischen Goldförderer.
KGV: 4,69
PostNL ist im Mai 2011 aus TNT hervorgegangen. Dabei umfasste die alte TNT sowohl das traditionelle Postgeschäft der Royal TPG Post als auch den Logistik- und Expressanbieter TNT.
KGV: 4,38
Porsche gehört - gemessen am KGV - zu den günstigsten Aktien Europas
KGV: 4,37
Greek Organisation of Football Prognostics (OPAP) ist ein griechischer Lotterie- und Sportwettenanbieter. Das Unternehmen ist Europas größter Wettanbieter.
KGV: 4,32
Auf der Verkaufsseite häufen sich mittlerweile die Veräußerungen beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport. Der jüngste Insiderverkauf war bereits der neunte seit Mai. Was Anleger stutzig macht, lässt Analysten gelassen. So loben die Experten von Commerzbank Wealth Management die durch den Flughafenausbau deutlich besseren langfristigen Perspektiven für Fraport.

Leider wird auch im Handelsblatt die Qualität der Artikel immer schlechter und die Themen sind ein Sammelsurium.Was hat z. B. Sport im Handelsblatt zu suchen?
Wenn ich an die "fachkundigen" Empfehlungen für den Kauf von Bankaktien von Otte im Jahre 2006 denke!! Hocherfolgreich!!! Insider heißt da wohl, er ist drinnen und er nimmt das Außen nicht wahr.
Der Herr Professor ist selbsternannter Guru, ist als Fachhochschullehrer vor Ort wohl wenig erfolgreich und und entsprechend frustiert und tingelt so durch die Finanzboulewardwelt.
Am meisten stört mich, daß man solche Beamte auch noch hoch alimentieren muß.






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