Er verwies auf Mittelzuflüsse und Meilensteinzahlungen, die unter Umständen erst 2005 ausgewiesen würden. Dies hätte dann auch negative Auswirkungen auf die Ertragsentwicklung von Epigenomics. Zudem geht das Unternehmen davon aus, auf Grund erhöhter operativer Aufwendungen im Geschäftsjahr 2004 einen "wesentlich höheren Verlust" zu verbuchen als 2003, heißt es im Verkaufsprospekt.
Schwarze Zahlen wird Epigenomics in den kommenden Jahren erst einmal nicht schreiben. Schacht erwartet frühestens für 2008 den Sprung in die Gewinnzone. Dann sei mit den ersten Produkt-Umsätzen zu rechnen. Eine Dividendenzahlung werden künftige Aktionäre zunächst nicht erwarten können. Zwar sind die neuen Aktien ab 2004 voll dividendenberechtigt. Allerdings ist in absehbarer Zukunft keine Zahlung geplant: "Sollte die Gesellschaft zukünftig Gewinne erwirtschaften, beabsichtigt sie, diese hauptsächlich in die Entwicklung eigener Produkte zu investieren."
Als problematisch könnte sich auch die Abhängigkeit von Roche Diagnostics erweisen. Im Verkaufsprospekt heißt es etwa, dass die Kündigung dieser Partnerschaft den Erfolg des Unternehmens, die Glaubwürdigkeit sowie künftige Erlöse und gegenwärtige Produktentwicklungen "erheblich beeinträchtigen" würde. Epigenomics hat seit 1999 rund 57 Mill. Euro an Finanzmitteln erhalten und benötigt weiteres Kapital für die Entwicklung eigener Produkte. Den Angaben zufolge existiert bereits eine breite Produktpipeline in verschiedenen Entwicklungsphasen, die eben vornehmlich in Zusammenarbeit mit Roche Diagnostics entwickelt wurden.
Marktbeobachter betrachten das IPO bereits jetzt schon mit Skepsis und halten einen erfolgreichen Börsengang für zweifelhaft. Epigenomics sei ein junges Unternehmen, das seit Gründung bislang nur Verluste erwirtschaftet habe, so ein Händler. Dies komme bei Anlegern in der heutigen Zeit überhaupt nicht an. Das Angebot von Epigenomics richte sich daher auch nicht an Privatanleger, sondern an institutionelle Investoren, "die mit Biotechnologie vertraut sind".





