
Frankfurt/New YorkLässig sitzt Mark Zuckerberg mit seinem typischen dunkelblauen T-Shirt im Fernsehstudio des prominenten US-Moderators Charlie Rose. „Ich habe Investoren und Mitarbeitern fest versprochen, dass sie für ihren Einsatz entlohnt würden“, sagte der Facebook-Gründer an diesem 7. November. Was konkret er damit meinte, erläuterte das Wunderkind des Internets nicht.
Seit gestern ist klar: Das weltweit größte und erfolgreichste soziale Netzwerk plant zwischen April und Juni 2012 seinen Börsengang. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Zehn Milliarden Dollar will Facebook dann angeblich für etwa zehn Prozent der Unternehmensanteile einnehmen. Facebook wäre dann insgesamt 100 Milliarden Dollar wert - mehr als die deutschen Konzerne BMW, Allianz und Adidas zusammen.
Außerdem wäre es der bislang größte Börsengang der IT-Branche. Internetgigant Google wurde bei seinem Börsengang im Jahr 2004 gerade mal mit 24 Milliarden Dollar bewertet. Analysten sind skeptisch. David Dietze, der Chef der Vermögensverwaltung Point View, weist darauf hin, dass die Zuwachsraten bei den Mitgliedern sänken. Und er warnt: „Vor elf Jahren ging Yahoo mit 150 Dollar an die Börse, und die Firma galt als die Zukunft des Internets. Heute ist die Aktie noch 15 Dollar wert.“
General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)
Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)
ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)
Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)
NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)
Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)
Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)
Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)
Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)
Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)
Facebook macht in diesem Jahr knapp zwei Milliarden Dollar Umsatz. Gewinnzahlen veröffentlicht der Konzern nicht. Das Netzwerk verdient sein Geld vor allem mit Banner-Werbung auf Webseiten - ein Markt, in dem Yahoo noch führend ist. Außerdem verlangt Facebook von Spiele-Entwicklern, die ihre Programme über das Netzwerk vertreiben, 30 Prozent der Einnahmen. Doch anders als bei Google ist das Geschäftsmodell in den Augen von Experten noch nicht wirklich belastbar.
Noch soll Zuckerberg keine endgültige Entscheidung getroffen haben. Doch der Druck auf ihn ist groß. Seine bisherigen Geldgeber drängen darauf, endlich eine Rendite auf ihre Investments zu bekommen. 2,3 Milliarden Dollar hat Facebook eingesammelt, um die Expansion zu finanzieren. Anfang des Jahres war die Investmentbank Goldman Sachs eingestiegen. Sie hatte sich für eine halbe Milliarde Dollar knapp ein Prozent an dem Netzwerk gesichert.
Letzte Gelegenheit für M. Zuckerberg kräftig Kasse auf Kosten von Idioten zu machen. Nach dem Motto für die Anleger: ich habe einen Account bei FB, also bin ich dann Miteigentümer....





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