
FrankfurtDas Börsendebüt des Versicherungskonzerns Talanx ist geglückt. Der erste Xetra-Kurs der seit Dienstag gelisteten Aktien notierte zeitweise bei mehr als 19 Euro und damit über dem Ausgabepreis von 18,30 Euro. Im Handelsverlauf fiel der Kurs aber in etwa auf das Ausgangsniveau zurück.
Talanx hat rund elf Prozent seiner Anteile platziert und nimmt über den Börsengang 520 Millionen Euro ein. Das ist das erste IPO in dieser Liga seit beinahe anderthalb Jahren. Insgesamt wird der drittgrößte deutsche Versicherer mit 4,6 Milliarden Euro bewertet.
General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)
Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)
ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)
Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)
NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)
Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)
Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)
Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)
Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)
Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)
Der Versicherer Talanx will nach seinem geglückten Börsengang erst einmal nicht auf Einkaufstour gehen. "Wir planen keine größeren Akquisitionen in den nächsten 24 Monaten", sagte Vorstandschef Herbert Haas am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Jetzt ist erst einmal Konsolidierung angesagt." Es werde auch rund zwei Jahre dauern, bis Talanx in einen der großen Börsenindices einziehen könne. Der Hauptaktionär von Talanx, der Versicherungsverein HDI, werde seine Beteiligung von gut 82 Prozent aber über die Zeit durch weitere Kapitalerhöhungen auf 50 Prozent plus 1 Aktie verwässern lassen, sagte Haas.
Vorstandschef Haas läutete den Börsengang am Morgen gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dr. Christian Hinsch und Finanzvorstand Dr. Immo Querner auf dem Handelsparkett in Frankfurt ein. "Für uns alle bei Talanx ist heute ein ganz besonderer Tag. Wir erreichen mit der erfolgreichen Erstnotierung unserer Aktie ein Ziel, auf das wir lange und beharrlich hingearbeitet haben. Umso mehr freuen wir uns über das Vertrauen der Investoren. Der Börsengang ist ein enorm wichtiger Schritt, der es uns ermöglicht, unsere Strategie schneller umzusetzen. Jetzt wollen wir unseren neuen Aktionären beweisen, dass wir nachhaltig Wert schaffen können", sagte Haas.

Mit einem Gesamtvolumen von rund 817 Millionen Euro sei die Erstnotierung von Talanx der größte Börsengang in Deutschland seit November 2007 - vorausgesetzt die Zusatzaktien im sogenannten Greenshoe werden auch noch abgesetzt. Das Gesamtvolumen schließe die Wandlung der seit November 2010 von Meiji Yasuda Life Insurance gehaltenen Nachranganleihe mit einem Volumen von 300 Millionen Euro in Aktien ein.
Falls die Greenshoe Option vollständig ausgeübt werde, lägen damit künftig 11,2 Prozent der Aktien im Streubesitz. 6,5 Prozent hätte der Versicherer Meiji Yasuda. Die verbleibenden 82,3 Prozent besäße der HDI V.a.G., der dauerhaft die Mehrheit an der Talanx AG halten werde.
Rund 97,7 Prozent des Emissionsvolumens gingen an deutsche und internationale institutionelle Investoren, rund 2,3 Prozent an Privatanleger, teilte Talanx weiter mit. Dabei seien die am 7. Juni 2000 von der Börsensachverständigenkommission beim Bundesministerium der Finanzen herausgegebenen "Grundsätze für die Zuteilung von Aktienemissionen an Privatanleger" beachtet.
Rund eine Stunde vor der offiziellen Erstnotiz haben Talanx-Aktien bereits über ihrem Ausgabepreis notiert. "Wenn die Aktie zwischen 18,50 und 19 Euro erstmalig notiert wird, kann man recht zufrieden sein", sagte ein Börsianer. "Ob dies jedoch ein Eisbrecher für weitere Börsengänge sein wird, bleibt abzuwarten."
Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.
Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.
Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.
Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.
Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.
Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.
Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!
Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.
Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.
Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.
"Wir freuen uns über die hohe Nachfrage der Investoren im In- und Ausland nach unseren Aktien", sagte Vorstandschef Herbert Haas. "Die erfolgreiche Platzierung der Aktien zeigt, dass unser Geschäftsmodell und unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vom Kapitalmarkt sehr positiv aufgenommen werden."
Vor drei Wochen noch hatte Haas den Börsengang abgeblasen, weil er von der Resonanz der Investoren und den Versprechen der Banken enttäuscht gewesen war. Doch dann stieg die Hamburger Privatbank Berenberg zum zweiten Konsortialführer neben der Deutschen Bank auf. Sie machte Finanzkreisen zufolge weitreichende Zusagen und versicherte, dass sich die Aktien so teuer verkaufen ließen, dass Talanx mit 4,5 Milliarden Euro bewertet würde.
Allerdings wurde das Volumen um 200 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro verkleinert. Weitere 300 Millionen Euro steuerte wie geplant der japanische Lebensversicherer Meiji Yasuda Life bei, mit dem Talanx bei der Expansion in Osteuropa und in Südamerika kooperiert. Er tauscht eine Wandelanleihe in Talanx-Aktien.

Am Montag, dem letzten Tag der Zeichnungsfrist, hatten sich Investmentbanker bereits zuversichtlich gezeigt, dass die Transaktion gelingen werde: "Die Nachfrage ist gut, es sind einige sehr gute Namen im Buch", sagte ein Banker. Letztlich sei das Angebot mehrfach überzeichnet gewesen, teilte Talanx mit. Auf den angestrebten Einzug in den Nebenwerteindex MDax muss Talanx wegen des geringen Streubesitzes allerdings noch warten.
Talanx ist der erste große Börsengang in Deutschland seit mehr als einem Jahr. Im Mai 2011 hatte der Wohnimmobilienkonzern GSW knapp eine halbe Milliarde Euro eingesammelt.
Für einen weiteren, sogar milliardenschweren Börsengang - es wäre der erste in Deutschland seit fast fünf Jahren - soll in dieser Woche der Startschuss fallen: Der spanische Telekom-Riese Telefonica will bis Ende Oktober bis zu 20 Prozent der deutschen Mobilfunk-Tochter O2 an die Frankfurter Börse bringen. Mit den bis zu 1,5 Milliarden Euro, die damit hereinkommen sollen, will Telefonica vornehmlich seine Schuldenlast senken.
Ebenfalls im Oktober wird der Börsengang des Straßenleuchten-Herstellers Hess aus Villingen-Schwenningen erwartet. Er dürfte ein zweistelliges Millionenvolumen erreichen.
Bei Talanx hatten die Investmentbanker den Investoren bereits signalisiert, dass die Aktien zwischen 17,80 und 18,80 Euro ausgegeben würden. Mit 18,30 Euro liegt der Preis nun genau in der Mitte. Das bedeutet allerdings: Talanx kommt nur in der unteren Hälfte der offiziellen Preisspanne, die zwischen 17,30 und 20,30 Euro lag.
Der drittgrößte deutsche Versicherer Talanx hat seinen Börsengang seit mehr als einem Jahrzehnt vorbereitet. Erste Börsenpläne hatte Talanx bereits 1997 und 1998. In den nächsten Jahren sollte der Sprung auf das Parkett gelingen. Drei Jahre später wurde das Thema um weitere vier bis fünf Jahre hinausgeschoben.
Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.
Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.
In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.
Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.
Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.
Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.
US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.
Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.
Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.
Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.
Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.
Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.
Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.
Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.
Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.
Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.
Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.
Enttäuschend ausgefallene US-Konjunkturdaten schüren Rezessionsängste und lassen den Dax zeitweise um bis zu sieben Prozent abstürzen.
2003 hieß es dann, 49,9 Prozent von Talanx sollten frühestens 2005 an die Börse gebracht werden – und das obwohl Talanx schon damals börsenfähig gewesen sei. 2004 scheint das große Ziel plötzlich erstmals ganz nah: In drei bis vier Monaten könne es schon soweit sein. Doch die Jahre vergingen. Immer wieder bestätigte das Management: „Wir haben immer noch vor, an die Börse zu gehen“, es passierte allerdings nichts.
Jahr für Jahr fragten die Journalisten den Vorstand, der jedoch lieferte nur Antworten wie diese im Jahr 2008: „Die Wahrscheinlichkeit, dass das dieses Jahr noch passiert, ist sehr gering“. Zeitweise flüchtete sich das Management sogar in Galgenhumor: Nächstes Jahr oder vielleicht auch erst in zehn bis zwanzig Jahren könne es soweit sein.
Zwischenzeitlich sind die Märkte nicht mehr aufnahmefähig, eine Umschreibung für: Die Kurse sind zu schlecht. Neue Hoffnung kommt jedoch auf, als sich der japanische Versicherer Meji Yasuda bei Talanx einkauft. Der will Anleihe in Aktien umwandeln.
Mitte 2011 wird Talanx-Chef Herbert Haas wieder konkreter. Er möchte gerne bis zu 15 Prozent seiner Aktien los werden. 2012 streicht der Konzern Stellen und kündigt im Mai tatsächlich den Schritt an. Im Juni bricht das Management die Aktion jedoch ab. Die Aktienmärkte sind überraschend gefallen, keine gute Zeit für einen Börsengang.
Im September steigt der Optimismus bei Talanx wieder, doch es folgt erneut eine Absage – für ein paar Tage. Das Interesse der Investoren war offenbar größer als zunächst gedacht, also balancieren Banker und Talanx weiter in Richtung Börse. Und kommen an.
In diesem vorbörslichen Handel können sich Investoren Aktien sichern, wenn sie fürchten, bei der Zuteilung nicht berücksichtigt zu werden, oder wenn sie auf günstigere Preise spekulieren.

Das Klima für Börsengänge ist weltweit ziemlich rau. Viele Unternehmen zögern mit dem Gang an die Börse, weil sie fürchten, die Finanzmärkte könnte infolge der Schuldenkrise in den Industriestaaten ein weiteres Mal verrückt spielen. So ist das Volumen der Börseneinführungen im vergangenen Quartal auf das zweitniedrigste Niveau seit der Finanzkrise gesunken. Anzeichen für eine weltweite Konjunkturabkühlung drohen die IPO- Aktivitäten bis ins nächste Jahr hinein zu bremsen.
In den drei Monaten bis Ende September beschafften Unternehmen weltweit mit Börsengängen rund 21,3 Mrd. Dollar, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Das ist ein Einbruch von 48 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zahlreiche Gesellschaften bliesen IPOs ab, nachdem sie bei Investoren nicht den gewünschten Preis erzielen konnten.
Auch der Anstieg der Aktienkurse in den USA auf den höchsten Stand seit über vier Jahren hat bei den Aktienplatzierungen nur begrenzt für Schwung sorgen können. Dämpfend wirkte sich eine Rücknahme der Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft durch den Internationalen Währungsfonds aus, ausgelöst durch ein langsameres Wachstum in China und die Schuldenkrise in Europa.
Nachdem der Aktienkurs von Facebook seit dem Börsengang um rund die Hälfte eingebrochen ist - das Unternehmen platzierte die Aktie zum 107-fachen des Gewinns - verlangten potenzielle IPO-Investoren jetzt geringere Bewertungen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten, berichtet Frank Maturo, Vize-Vorsitzender Aktienkapitalmärkte bei Bank of America in New York. “Zu den wichtigsten Gründen, warum sich Unternehmen zurückhalten, gehören die hohen Abschläge, die Käufer fordern”, erläuterte Maturo vergangene Woche. “Wären die Abschläge auf dem üblichen Niveau, würde viel gehen.”
Laut Maturo verlangen die Investoren bei Börsengängen derzeit teilweise Abschläge von mehr als 20 Prozent gegenüber vergleichbaren, bereits börsennotierten Titeln. In der Vergangenheit habe dieser Wert zwischen zehn und 15 Prozent gelegen.
Das Volumen im abgelaufenen Quartal ist das zweitniedrigste seit dem Ende der Rezession in den USA im Juni 2009. Lediglich im ersten Quartal des laufenden Jahres fiel das weltweite IPO- Volumen mit 16,4 Mrd. Dollar noch geringer aus.

In Westeuropa lag das IPO-Volumen für die Monate Juni bis September bei 385 Mill. Euro, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. So niedrig war es zuletzt im ersten Quartal 2009. Der deutsche Versicherer Talanx sagte Mitte September den geplanten Börsengang ab und verwies auf den “unangemessen hohen Abschlag” beim Preis, den Investoren anstrebten.
Rund eine Woche später kamen die IPO-Pläne wieder aufs Tapet, diesmal allerdings mit einem um 29 Prozent geringeren Volumen von 500 Mill. Euro.
Japan Airlines brachte das größte IPO des Jahres nach Facebook über die Bühne. Dagegen verschoben der Gitarrenhersteller Fender Musical Instruments Corp., CKE Inc., Eigentümer der Fast-Food-Kette Hardee's, sowie mehrere andere Unternehmen ihre Börsengänge.
Solange die Aussichten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung weltweit unsicher blieben, würden einige Investoren sich bei IPOs zurückhalten, erklärt Pete Sorrentino von Huntington Asset Advisors.
Am 21. September senkte die Welthandelsorganisation WTO ihre Prognose für das Handelswachstums und begründete dies mit der europäischen Schuldenkrise. Einen Tag zuvor kündigte bereits der IWF an, seine Wachstumsprognosen bei der nächsten Aktualisierung seiner Daten am 9. Oktober zurückzunehmen.
Der Chef und Gründer von Facebook besitzt knapp 534 Millionen Aktien. Dieser Anteil von 28 Prozent ist etwa 28 Milliarden Dollar wert. Damit wäre der 27-Jährige der viertreichste Amerikaner. Nach einer Aufstellung der Zeitschrift „Forbes“ sind dann nur Microsoft -Gründer Bill Gates, der legendäre Investor Warren Buffett und Oracle -Chef Larry Ellison wohlhabender als Zuckerberg.
Jim Breyer und seine Risikokapitalfirma Accel Partners besitzen zusammen etwa elf Prozent der Facebook-Anteile, die nun etwa 11,4 Milliarden Dollar wert sein dürften. Accel stieg bei Facebook im Jahr 2005 ein, als das Unternehmen mit 100 Millionen Dollar bewertet wurde. Das Unternehmen investierte damals 12,7 Millionen Dollar.
Weitere wichtige Eigner sind die russische Gesellschaft DST Global mit sieben Prozent, Goldman Sachs mit 3,5 Prozent, der Investor Peter Thiel mit zwei Prozent und die Firma T. Rowe Price mit einem Prozent. Der Internetpionier Marc Andreessen und seine Beteiligungsfirma Andreessen Horowitz besitzen einen kleinen Teil von Facebook.
Die Rendite der Eigner hängt davon ab, wann sie die Anteile kauften. Investor Thiel dürfte prozentual den größten Gewinn gemacht haben: Er stieg schon im Jahr 2004 ein und investierte damals 500.000 Dollar.
Facebook-Mitbegründer Dustin Moskovitz besitzt etwa sieben Prozent des Unternehmens. Ein weiterer Mitbegründer, Eduardo Saverin, hielt früher einen geschätzten Anteil von fünf Prozent, taucht aber in der Liste der wichtigsten Aktionäre nicht mehr auf. Saverin hat wahrscheinlich einen großen Teil seiner Aktien verkauft.
Auch für viele der 3200 Facebook-Angestellten dürfte sich der Börsengang auszahlen, weil ihre Arbeit auch mit Aktienoptionen vergütet wird. Autohäuser, Immobilienmakler und Luxushändler im Silicon Valley reiben sich schon die Hände. Manche Facebook-Mitarbeiter wollen ins All fliegen. Andere planen archäologische Expeditionen zu Maya-Ruinen.
Aus dem Antrag für den Börsengang geht hervor, dass auch Verwandte von wichtigen Facebook-Managern großzügig mit Aktien bedacht wurden. So unterstützte Zuckerbergs Vater Edward die noch junge Firma in den Jahren 2004 und 2005 mit Geld und bekam eine Option zum Kauf von zwei Millionen Aktien. Die Frist zur Ausübung ließ er aber verstreichen. Im Dezember 2009 erhielt Edward Zuckerberg aber schließlich zwei Millionen Anteilsscheine von Facebook.
“Wenn der breite Markt endlich aufwacht und sieht, dass die Bewertungen angesichts des aktuellen Stands im Konjunkturzyklus keinen Sinn ergeben, wird der Schalter wieder umgelegt und alles geht in den Schlafmodus”, erläutert Portfoliomanager Sorrentino.
Bis Jahresende dürften die Möglichkeiten für eine Kapitalbeschaffung nur kurz sein, erwartet Phil Drury, Co-Leiter Aktienkapitalmärkte Amerika bei Citigroup. Als Gründe führt er das Risiko einer weiteren Verschlechterung der weltweiten Konjunktur sowie die im November anstehenden US- Präsidentschaftswahlen an. “Es gibt eine Reihe von Variablen, die unerwartete Schocks an den Aktienmärkten auslösen könnten”, so Drury. “Wir raten unseren Emittenten, dass sie bereit stehen und sich geschickt anstellen müssen.”
Bei der Begleitung von Börsengängen weltweit hat dieses Jahr laut Bloomberg-Daten Morgan Stanley die Nase vorn. Die Bank arbeitete auch am IPO von Facebook mit. Auf den zweiten Rang kam die Deutsche Bank, gefolgt von JPMorgan Chase.

@SpectaculumGermanium
in diesem Fall irren sie sich, es handelt sich um Geld was noch gar nicht verdient ist was aber von den Aktionären bezahlt wird. Des weiteren wird der Privatkunde abgestoßen, weil man sich bereits dem Olymp sehr nahe fühlt(was die einzige Verbindung mit Griechenland ist).
Ein Traum von einigen älteren urgesteinen des HDi´s sollen hier verwirklicht und vergoldtet werden...............

An die Börse?
Selber schuld.
Sich in die Abhängigkeit dieser windigen, höchst destruktiven Meinungsmanipulatoren zu bewegen ??
Hat was von Fatalismus...

Ich kann mir nicht helfen, aber ich bringe den Namen des Versicherers immer wieder mit Phalanx in Verbindung... und in Zeiten der überverschuldeten Griechen wohl nicht von der hand zu weisen...
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Jetzt wurde also Kapital an der Börse eingesammelt. Alle reiben sich die Hände: die Emissionsbank, die Phalanx ähm Talanx und: "wer zahlt die Zeche" -_" doch nicht etwa die Aktionäre?. "Glück auf!" ihr Phalanxer ähm talanxer...






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