
New YorkDer erste Hoffnungsschimmer kommt aus dem Irak. Dort drängt das Mobilfunkunternehmen Asiacell an die Börse. In großen Anzeigen heißt es: "Seit bereit, denn wir sind bereit." Bei Anlegern will sich das Unternehmen mindestens 1,35 Milliarden Dollar holen. 25 Prozent des Aktienkapitals sollen an der Börse in Bagdad verkauft werden.
Aber auch im wichtigsten Markt für Börsengänge, den USA, könnte das Geschäft mit neuen Aktien wieder anziehen. Mit der Aussicht auf die 600 Milliarden Dollar teure Fiskalklippe in den USA, die den Markt ebenfalls belastete, war der Stau an potenziellen Börsengängen weltweit zum Jahresende auf das größte Volumen seit 2007 angeschwollen. Das belegen Daten von Bloomberg und Ipreo.
General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)
Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)
ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)
Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)
NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)
Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)
Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)
Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)
Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)
Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)
Das könnte eine gute Ausgangsbasis für eine Wiederbelebung des Marktes in 2013 sein, wie Strategen von Credit Suisse und Barclays prognostizieren. Zu den Unternehmen, die Aktien anbieten könnten, zählen der Finanzkonzern ING Groep und China Petrochemical.
“Falls wir ein paar Deals zu Jahresbeginn sehen, die gut über die Bühne gehen und bei denen der Handel gut läuft, könnte dies den Markt befeuern mit mehr Volumina in den USA und auf globaler Basis”, sagte Joe Castle, Chef für Equities Syndicate bei Barclays in New York.
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Schon das Schlussquartal 2012 verlief ermutigend. Die Neuemissions-Volumina in Westeuropa stiegen in den drei Monaten auf 5,71 Mrd. Dollar - das Fünffache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und in den USA ging es um 15 Prozent nach oben auf 8,8 Milliarden Dollar.
Nur in Asien schrumpfe das Volumen der erstmaligen Aktien-Verkäufe um 46 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Unterm Strich kletterten die Börsengänge im Quartal von 29,5 Milliarden Dollar auf 32,4 Milliarden Dollar.
Vtion Wireless Technology
Der Börsengang des chinesischen IT-Unternehmens klappte erst beim zweiten Anlauf. Der erste wurde wegen der schwierigen Weltfinanzlage Ende 2007 verschoben. Die Vtion Group ist nach eigenen Angaben einer der drei führenden Anbieter von Datenkartenlösungen für die mobile Computer- und Internetnutzung über Mobilfunknetze in der Volksrepublik China.
Bis Ende 2011 hatte Vtion eine Million Aktien zurückgekauft und möchte noch eine weitere halbe Million an eigenen Aktien erwerben.
Börsengang: 01.10.2009
Emissionspreis: 10,75 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: - 66,2 Prozent
China Specialty Glass
Wegen eines schlechten Umfelds verschob der chinesische Spezialglashersteller Ende 2010 seinen Börsengang und hoffte im Sommer 2011 auf bessere Marktbedingungen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und verkauft Sicherheitsglas für die chinesische Banken- und Sicherheitsfahrzeugindustrie. Ins Jahr 2012 ist das Unternehmen positiv gestartet und konnte einen um 10,7 Prozent gestiegenen Umsatz vorweisen. Allerdings sorgte dies nur für einen kurzen Kursanstieg. Anleger glauben dem positiven Ausblick des Konzerns wohl nicht.
Börsengang: 01.07.2011
Emissionspreis: 9 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: -64,2 Prozent
United Power Technology
Der chinesische Konzern ist ein Spezialist in Sachen Stromerzeugung. Allerdings sind die Zweifel der Investoren verständlich: Während Generatoren zur Stromerzeugung in China vielleicht unumgänglich sind, führen sie in Deutschland eher ein Schattendasein. Kein Wunder, dass Anleger nicht vom Geschäftsmodell überzeugt sind. Im ersten Quartal 2012 sank der Umsatz des Unternehmens, was laut United Power an der schwächelnden Konjunktur liege.
Börsengang: 10.06.2011
Emissionspreis: 9 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: - 64,5 Prozent
Ströer Out-of-Home-Media
Die im SDax gelistete Aktie des Außenwerbungsbetreiber sieht sich nach einem starken Anstieg in 2010 einer dauerhaften Talfahrt ausgesetzt. Das unternehmen leidet am Rückzug einiger Kunden. Der Verlust eines Großkunden sei ein wesentlicher Grund dafür, dass der Umsatz im laufenden Quartal um bis zu neun Prozent zurückgehen werde. Im ersten Quartal 2012 schrieb das Unternehmen sogar rote Zahlen. Anscheinend wird für Unternehmen die Werbung im Internet immer wichtiger.
"Das künftige Wachstum des Spezialisten für die Außenwerbung dürfte weniger strukturell sein und mehr vom allgemeinen Werbemarkttrend abhängen als bisher gedacht", schrieb Georg Remshagen, Analyst bei der Commerzbank. Er sieht bei der Aktie noch kein Kaufsignal, glaubt aber an eine Erholung der Lage in 2013.
Börsengang: 15.07.2010
Emissionspreis: 20 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: -57 Prozent
Powerland
Der chinesische Konzern bietet Handtaschen, Koffer und Leder-Accessoires an - und zwar mit einer breiten Palette von Luxusartikeln bis hin zu Alltagsgegenständen. Trotz des wachsenden Konsums in China und wachsender Umsätze hat die Aktie des Konzerns deutlich nachgegeben. Allerdings sehen einige Analysten in dem tiefen Aktienkurs einen Einstiegspunkt, da der Konsumboom in China anhalten werde.
Börsengang: 11.04.2011
Emissionspreis: 15 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: -54 Prozent
Derby Cycle
Die Geschäfte beim größten deutschen Fahrradproduzenten laufen prächtig. Für dieses Jahr peilt Derby Cycle einen Umsatz von 250 bis 270 Millionen Euro an. Verkauft wurden 2010/2011 insgesamt rund 482.000 Räder der Derby-Cycle-Marken, 52.000 mehr als im Jahr davor. Der Gewinn stieg um mehr als sieben Millionen Euro zum Vorjahreszeitraum. Insbesondere Elektrofahrräder spülen dem Unternehmen Geld in die Kassen. Im ersten Quartal 2012 hatten Analysten zu viel von Derby Cycle erwartet und waren über die Geschäftszahlen zum ersten Quartal leicht enttäuscht. Die Investmentbank Equinet hat die Aktie aufgrund der angekündigten Komplettübernahme durch Pon Holdings mit Hold (Kursziel von 28 Euro) eingestuft.
Börsengang: 04.02.2011
Emissionspreis: 12,50 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: +163,2 Prozent
Kabel Deutschland
Kabel Deutschland hat im vergangenen Geschäftsjahr erstmals einen Gewinn erzielt und will nun auch eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie zahlen. Vorher schrieb das Unternehmen nur rote Zahlen. Kabel Deutschland profitiere von der lebhaften Nachfrage nach Premium TV- und Breitbandprodukten, die zu erheblichen Zuwächsen bei der Zahl der Abonnements, bei Umsatz und Ergebnis führe. „Für unsere TV-Kunden wird hochauflösendes und zeitversetztes Fernsehen immer wichtiger“, sagte Vorstandschef Adrian von Hammerstein.
Hannes Wittig, Analyst bei JP Morgan hat das Kursziel für Kabel Deutschland von 51,00 auf 53,00 Euro angehoben und empfiehlt die Aktie zum Kauf, da er von einem soliden Kabelwachstum ausgeht. Laurie Fitzjohn-Sykes von Citigroup hingegen rät zum Verkauf der Aktie: „Der Markt sehe die Aktie fälschlicherweise als nicht-zyklisches Investment an und lasse dabei die vermutlich deutlich sinkenden Konsensschätzungen für den Free Cashflow außer Acht.“
Börsengang: 22.03.2010
Emissionspreis: 22 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: +118 Prozent
Brenntag
Zukäufe in Europa und im Wachstumsmarkt China haben den Gewinn des Chemikalienhändlers Brenntag zum Jahresstart steigen lassen. Brenntag handelt mit Industrie- und Spezialchemikalien und übernimmt dabei Aufgaben, die große Chemiekonzerne ausgelagert haben. Für das Gesamtjahr bekräftigte Konzernchef Holland frühere Prognosen, wonach 2012 bei allen relevanten Ergebnisgrößen Zuwächse erwartet.
"Mit der Akquisition des italienischen Petrolube stärke der Chemikalienhändler seine Position im Vertrieb mit Schmiermitteln", schrieb Analyst Hartmut Moers und empfiehlt die Aktie zum Kauf.
Börsengang: 29.03.2010
Emissionspreis: 50 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: +78,6 Prozent
GK Software
Das erste Quartal des Softwareanbieters für den Einzelhandel habe im Rahmen der Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Felix Ellmann von Warburg Research und empfiehlt die Aktie zum Kauf mit einem Kursziel von 53 Euro (aktueller Kurs: 37 Euro).GK entwickelt Software, mit der Einzelhändler ihre Filialen steuern können. Mit dem Geld vom Börsengang wurden Vertriebsniederlassungen in den USA, Großbritannien und Russland eröffnet. Letztes Jahr erwirtschaftete das Unternehmen fast 28 Millionen Euro, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. In drei Jahren hat das Unternehmen Umsatz, Ebit und Mitarbeiterzahl fast verdreifacht.
Börsengang: 19.06.2008
Emissionspreis: 21 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: +72,9 Prozent
GSW Immobilien
Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für GSW Immobilien wegen der guten Aussichten für den Berliner Immobilienmarkt von 27 auf 31 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. GSW sollte besonders von den weiter anziehenden Mieten und Wohnungspreisen profitierten, schrieb Analyst Kai Klose. Thomas Martin von der HSBC begründet seine Hochstufung der GSW-Aktie neben den operativen Aussichten auch mit potenziell wertsteigernden Zukäufen. Das Berliner Wohnungsunternehmen ist auf die Verwaltung von Wohnungen zur Eigennutzung und zur Kapitalanlage, insbesondere Vermietung und Verkauf spezialisiert.
Börsengang: 15.04.2011
Emissionspreis: 19 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: +41 Prozent
Vtion Wireless Technology
Der Börsengang des chinesischen IT-Unternehmens klappte erst beim zweiten Anlauf. Der erste wurde wegen der schwierigen Weltfinanzlage Ende 2007 verschoben. Die Vtion Group ist nach eigenen Angaben einer der drei führenden Anbieter von Datenkartenlösungen für die mobile Computer- und Internetnutzung über Mobilfunknetze in der Volksrepublik China.
Bis Ende 2011 hatte Vtion eine Million Aktien zurückgekauft und möchte noch eine weitere halbe Million an eigenen Aktien erwerben.
Börsengang: 01.10.2009
Emissionspreis: 10,75 Euro
Veränderung zum Ausgabekurs: - 66,2 Prozent
“In der Zeit nach dem Sommer hat die Emissionstätigkeit zugenommen, aber insgesamt gibt es noch einen gewissen Grad an Unsicherheit und Nervosität im Markt”, sagte Alasdair Warren, Co-Chef für Investment-Banking in Europa bei Goldman Sachs. “In der ersten Hälfte von 2013 werden wir mehr bedeutende Börsendebüts in der Unternehmenswelt sehen - in vielen Fällen, um die strategische Flexibilität zu stärken.”





