
HB PHILADELPHIA. Der lang erwartete New Yorker Börsengang des Finanzinvestors KKR rückt in greifbare Nähe. 2,2 Milliarden Dollar will die Gesellschaft an der Nyse emittieren, wie aus bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen hervorgeht. Damit wäre der Börsengang der bislang größte in diesem Jahr. Ab wann die 204,9 Millionen Aktien – rund 30 Prozent des Unternehmens – gehandelt werden sollen, legte KKR aber noch nicht fest.
KKR wurde 1976 ins Leben gerufen und steht für die Gründer Kohlberg, Kravis und Roberts. Kaum ein anderer Fonds gilt als derart geschickt mit Investments. Der Börsengang liegt seit langem in der Luft. KKR hat sein gesamtes Geschäft vor Monaten auf eine in Amsterdam notierte Tochter verschmolzen. Deren Aktien werden gelöscht – und die Eigentümer erhalten stattdessen künftig US-Anteilsscheine. Wirklich neue Papiere werden somit nach bisherigem Stand nicht ausgegeben. Zugleich ist aber der Weg frei, damit das Top-Management und Henry Kravis sowie George Roberts über das Nyse-Listing weitere Anteile versilbern können. Rechnerisch dürften sie mit dem Sprung von KKR auf das US-Parkett zu Milliardären werden. Die Gründer des Konkurrenten Blackstone, Stephen Schwarzman und Peter Peterson, hatten 2007 beim Börsengang ihres Hauses netto 2,6 Milliarden Dollar eingenommen. Damals hegte auch KKR bereits Börsenpläne, scheiterte aber wegen der Finanzkrise.
Beteiligungsgesellschaften wie KKR oder Blackstone trennen sich häufig von ihren Investments über den Verkauf an der Börse. Die Zahl der selbst notierten Private-Equity-Häuser ist indes bislang klein. In den letzten drei Monaten hat sich der IPO-Markt zudem deutlich abgeschwächt. In Deutschland ist KKR unter anderem am Fernsehsender ProSiebenSat.1, an dem Gabelstaplerhersteller Kion, an der Werkstattkette ATU sowie an dem Musikrechtegeschäft von Bertelsmann beteiligt.




