Der Hebel, der in all diesen Überlegungen steckt, ist hoch. Eine Verdopplung der Nutzeranzahl bis Ende 2014 (30 Prozent pro Jahr) ist realistisch. Bei den Einnahmen pro Nutzer kann man die Wachstumsrate mit 40 Prozent noch leicht höher ansetzen. Zehn Dollar Einnahmen pro Nutzer sind eine konservative Schätzung, Google liegt schließlich bei 24 Dollar. Beide Wachstumsraten zusammengenommen würden sich die Gesamteinnahmen von Facebook bis Ende 2014 grob verfünffachen, das KGV wäre von 100 auf 20 geschrumpft. Und das wäre für einen unangefochtenen Marktführer wahrlich nicht zu viel, Google liegt heute in einer ähnlichen Größenordnung.
Sicher, Facebook ist teuer. Die Facebook-Aktie wird wegen der bereits sehr hohen Bewertung wohl keine schnelle Kursvervielfachung aufs Parkett legen. Aber ein Kurseinbruch wie bei Groupon (Halbierung innerhalb eines halben Jahres) befürchte ich auch nicht. Viele Skeptiker scheinen das Potenzial von Facebook - genau wie vor acht Jahren beim Börsengang von Google - klar zu unterschätzen. Genauso wie das iPhone nicht verstanden wurde. Oder das iPad als großes iPhone, ergo langweilig, abgekanzelt wurde. Die wirklich großen Erfolgsgeschichten sieht fast niemand, gerade die Wachstumschancen von Plattformen und Ökosystemen werden allgemein unterschätzt.
Visionen sind zwar verpönt, ich wage am Ende trotzdem noch zwei. Die Generation Facebook wickelt einen Großteil ihrer Kommunikation via Facebook ab. Die natürliche Ergänzung dazu wäre die Hardware, das Smartphone. Schließlich dient dieses zur Kommunikation und zum Spielen, genau wie Facebook. Mit einem Facebook-Handy könnte Facebook Google und Apple frontal angreifen.
Ein anderer Markt, den Facebook erobern könnte, ist die Suche, Googles Kerngeschäft. Den interessanten Content kennt Facebook über die Like- und Share-Knöpfe, die man auf quasi allen Webseiten findet, besser als jeder andere auf der Welt. Ähnliches ist für Musik und Filme und beliebige andere Produkte denkbar. Mit diesen Informationen gewappnet könnte Facebook eine Suchmaschine bauen, die wesentlich relevantere Ergebnisse anzeigt als Google es bisher vermag.
Wer glaubt, dass Facebook es schafft, weiterhin neue Nutzer zu gewinnen und einen Teil der Erlöslücke zu Google zu schließen, kann die Aktie kaufen. Wer jedoch an die erfolgreiche Umsetzung einer der Visionen glaubt (Bezahlsystem, Smartphone, Suchmaschine) muss die Aktie geradezu kaufen.
Es würde mich deswegen nicht wundern, wenn Facebook schon am Ende des ersten Tages einen großen Anteil der positiven Aussichten einpreisen würde und über 40 Dollar notiert.
Ulrich Voß ist Diplom-Wirtschaftsinformatiker, entwickelt in seiner Firma „Future“ Apps Web-, Cloud und iOS-Anwendungen und bloggt seit einiger Zeit auf www.diewunderbareweltderwirtschaft.de über Wirtschaft, Börse, Politik und was sonst noch spannend ist. Ulrich Voß nimmt am ersten „Crowdguessing“ zum Facebook-Börsengang teil. Lesen Sie hier, wie Sie auch mitmachen können!

Eine totale Verblendung! Liebe Facebook-Nutzer: Lasst euch nicht veräppeln. Die wirtschaftliche Substanz von Facebook ist minimal! Umsatz, Rendite, etc. sehr schwach. Hier werden Erwartungen geschürt und wenn das geschieht, wirds brandgefährlich. Im Sinne der eigenen Geldbörse: Schaut euch die Fakten an, nicht die potenziellen Erwartungen. Die Banken verdienen bei der Emission ordentlich mit, deshalb wird gehypt. Wer das erkennt, lässt die Aktie erstmal links liegen. Später kann immer noch gekauft werden!

So sehe ich es auch.
Googles Werbung ist deutlich effektiver, dieses wird durch die Aussagen einiger meiner Kunden bestätigt.
Mag sein, das die rechnerischen Fähigkeiten von FB noch nicht ausgeschöpft sind, und die Werbeideen auch nicht.
Aber auch dort ist FB nicht konkurrenzlos.
Die Geduld der Nutzer ist nicht unendlich, vor allem nicht beim Datenschutz. Denn dieses Thema wird in Zukunft noch weiter Kreise ziehen. Den Nutzer zum Stimm- und Werbevieh zu machen kann eine Weile gut gehen, aber auch hier wird die "Schwarmintelligenz" weit unterschätzt.

"Eigentlich weiß Facebook über seine Nutzer mehr als Google und kann damit- zumindest in der Theorie - auch bessere, sprich zielgerichtetere Werbung anzeigen."
Genau das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis! Google weiß in dem Moment in dem der Benutzer auf den Suchen-Button klickt genau was der Nutzer gerade möchte (nämlich das was er gerade sucht) und daher kann Google deutlich hilfreichere Werbung schalten als Facebook. Bei Facebook ist die Werbung nämlich alles andere als Hilfreich, sie ist störend!
Facebook mag zwar mehr über den Nutzer wissen, Google weiß aber welche Werbung dem Nutzer gerade am meisten weiterhilft.






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