Die Aktie gilt als durch und durch solides Papier - in einer ansonsten sturmerprobten Branche: Qiagen,
ein im Technologieindex TecDax gelisteter Spezialist für die Aufbereitung von Nukleinsäure, ist für viele Analysten eine der wenigen, wenn nicht gar die einzige Konstante unter lauter hochspekulativen Werten. Eine Erfolgsgeschichte.
FRANKFURT. Eine Einschätzung, die sich nach überraschend guten Zahlen für 2007 und noch besseren für 2008 zuletzt noch verstärkte. Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank
hat beispielsweise anschließend sein Kursziel für das niederländische Unternehmen, das seinen deutschen Sitz in Hilden bei Düsseldorf hat, von 25 auf 27 Euro nach oben geschraubt. Gestern kostete die Aktie knapp mehr als 14 Euro.
Zugute kommt Qiagen
aus Sicht der Börsianer, dass das mittlerweile seit über zehn Jahren börsengelistete Unternehmen zwar der Biotech-Branche zugerechnet wird, jedoch mit vielen der sehr forschungsstarken, aber umsatzschwachen Firmen aus diesem Bereich nur wenig gemein hat. Qiagen
entwickelt Produkte und Technologien zur Aufbereitung von Nukleinsäure. Die Erforschung der menschlichen DNA im Hinblick auf schwere Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Arteriosklerose sind die bekanntesten Anwendungsbeispiele in der Praxis. Statt hoher Forschungsaufwendungen und spekulativer Zukunftsaussichten bietet Qiagen
im Gegensatz zu anderen Unternehmen der Branche hohes Umsatzwachstum und solide Gewinne.
Das dürfte auch in Zukunft so sein, glauben Analysten. Daniel Wendorff hat beispielsweise in der vergangenen Woche seine Umsatzprognose für die Jahre 2008 bis 2011 um jeweils drei Prozent angehoben. Die Gewinnmarge für diesen Zeitraum erhöhte er um ein halbes bis 0,9 Prozent. Grund dafür sind eine Reihe neuer Produkte, die in dieser Zeit auf den Markt kommen.
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Biomedical steht vor Erweiterung.
Erst gestern gab Qiagen
bekannt, dass die seit dem Jahr 2006 laufende Zusammenarbeit mit Stratec
Biomedical, einem Entwickler medizintechnischer Geräte, erweitert werden soll. Konkret geht es dabei um automatische Analysesysteme für große Mengen von biologischen Proben. Zu Beginn sollen Fälle von Gebärmutterhalskrebs untersucht werden. Die Nachricht über die verstärkte Zusammenarbeit rückt aber auch die seit langem verfolgte Akquisitions-Strategie von Qiagen
bei Anlegern in ein besonderes Licht. Ursprünglich arbeitete Stratec
mit dem US-Unternehmen Diogene zusammen, das im vergangenen Sommer von Qiagen
übernommen wurde. Finanzvorstand Roland Sackers bekräftigte erst bei der Vorlage der Bilanzzahlen in der vergangenen Woche, dass man die finanzielle Stärke habe, um weitere Akquisitionen durchzuführen.
Der insgesamt schon positive Gesamteindruck bei Analysten hat sich dadurch noch verstärkt. 15 von 22 Experten, die die Aktie laut dem Informationsdienst Bloomberg regelmäßig beobachten, raten inzwischen zum Kauf. In der Langfristbetrachtung überraschend ist dabei, dass Qiagen
über Jahre hinweg solche Werte vorweisen konnte. Auch dann, als es am Neuen Markt, wo die Aktie eines der wenigen Aushängeschilder war, ab Mitte 2000 rapide bergab ging.
Die nun vom Management angekündigten Ziele versprechen laut Andreas Theisen von der WestLB weiterhin starkes Wachstum. Zumal etliche neue Produkte diesen Trend unterstützen. Dazu kommt als günstiger Nebeneffekt noch der schwache Dollar, der nach Schätzungen von Tim Kruse von SES Research aktuell gut sechs Prozent zum Umsatzwachstum beigetragen hat. Das ist im Vergleich zu den 22 Prozent durch die Diogene-Übernahme und den zwölf Prozent an organischem Wachstum zwar nur ein kleiner Teil, dennoch rundet er das positive Gesamtbild ab.
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