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02.06.2008 
Analyse

Anleger entdecken Rohstoffe - Weiter Skepsis bei Aktien

dpa-afx FRANKFURT. Die Anleger entdecken laut Sentix zunehmend die Rohstoffsektoren als Investment, bleiben aber gegenüber dem Aktienmarkt insgesamt vorsichtig. Zudem setze sich die Erkenntnis durch, dass die Konjunktur robuster als erwartet sei, da die befürchtete Rezession in den USA zumindest vorerst ausbleibe, schreibt Analyst Patrick Hussy in einer aktuellen Studie.

Für den breiten Aktienmarkt ist der Experte skeptisch. Gründe seien die bekannten Problemfaktoren Kreditkrise, Inflation, hoher Euro, steigende Zinsen und teures Öl. Zudem komme der schwergewichtige Finanzsektor nicht auf die Beine und lähme die Aktienindizes in ihrer Aufwärtsbewegung. Beim Eurostoxx 50 sei die 3 900-Punkte-Marke "weiterhin das Maß aller Dinge" und eine "unüberwindbare Hürde", schreibt Hussy. Eine wichtige Unterstützungsmarke für den europäischen Leitindex sieht er bei 3 680 Punkten. Die entsprechende Unterstützung für den deutschen Leitindex Dax verortet Hussy bei 6 850 Punkten, den S & P-500-Index sieht er bei 1 370 Zählern nach unten abgesichert. Wichtig für das Halten dieser Marken sei allerdings, dass im US-Bankensektor nichts schief laufe.

Die im Fokus stehenden, rohstoffnahen Sektoren Grundstoffe (Basic Resources), Chemie und Energie könnten indes "der Einstiegspunkt für alle Anleger sein, die sich eigentlich nicht so recht in den Aktienmarkt trauen und eine Untergewichtung bevorzugen". Der Markt habe die Ölpreisentwicklung lange verdrängt, doch inzwischen könne er sie nicht mehr ignorieren. In den gennanten Sektoren könnten Investoren vom Aufwärtstrend bei Rohstoffen profitieren, die nicht direkt in diese investieren wollten. "Wir prognostizieren hier ein Anlegerverhalten für die nächsten Wochen und Monate, das Erinnerungen an die TMT-Hausse wach rufen sollte", schreibt Hussy mit Blick auf die Euphorie für Technologie-, Medien- und Telekommunikationstitel am Neuen Markt Ende der 90-er Jahre.

Auf der Konjunkturseite macht der Sentix-Experte mit Blick auf Stimmungsbarometer positive Signale aus. Der Sentix-Konjunkturindikator für den Euroraum sei bereits zwei Monate in Folge gestiegen und auch der ifo-Index habe zuletzt gedreht. Lediglich beim ZEW-Index seien noch mehr "Konjunktur-Zweifler" unterwegs.

Sentix wertet seit 2001 wöchentlich Umfrageergebnisse zur Markteinschätzung unter privaten und institutionellen Investoren im Internet aus.

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