52 Bewertungen ***
10.07.2008 
Handelsblatt-Umfrage

Banken prophezeien Börsenwende

von Ralf Drescher und Christian Schnell

Ungeachtet der Finanzkrise und der Turbulenzen am Aktienmarkt erwarten die deutschen Banken eine deutliche Erholung des Deutschen Aktienindexes (Dax). In einer Umfrage des Handelsblatts geben sich die Strategen von 20 Kreditinstituten zuversichtlich, dass der Dax bis Ende des Jahres kräftig zulegen wird.

Die Skulptur des Bullen vor der Frankfurter Börse steht für steigende Kurse. Auf genau die setzen Bankexperten bis Jahresende. Foto: apLupe

Die Skulptur des Bullen vor der Frankfurter Börse steht für steigende Kurse. Auf genau die setzen Bankexperten bis Jahresende. Foto: ap

FRANKFURT. Im Schnitt sehen die Banker den Index Ende Dezember bei 7 400 Punkten. Das wäre im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs von 6 386 Punkten ein Aufschlag von mehr als 15 Prozent. Einige Häuser erwarten gar einen Anstieg bis auf 8 200 Punkte. Damit würde der Leitindex seine Verluste aus dem ersten Halbjahr vollständig kompensieren.

Ihren Optimismus gründen die Strategen auf einer Reihe von Faktoren. Diese reichen von möglichen positiven Einflüssen der US-Präsidentenwahl bis hin zur Hoffnung auf einen kurstreibenden Schlussverkauf für deutsche Aktien vor Einführung der Abgeltungsteuer Anfang 2009. Vor allem aber gehen die meisten Bankexperten davon aus, dass die Belastungsfaktoren, die die Börsen aktuell im Griff haben, sukzessive in den Hintergrund treten.

"Die Märkte haben ein zu negatives Konjunkturszenario eingepreist", sagt Dietmar Wiggermann von der WGZ Bank. "Wir gehen davon aus, dass sowohl die US-Wirtschaft als auch die Konjunktur in der Euro-Zone nach einem schwachen zweiten Quartal im Verlauf des zweiten Halbjahres wieder in eine Aufwärtsbewegung münden werden."

Prognosen für den Dax-Stand am Jahresende

Mit einem Kursziel von 8 000 Punkten gehört die WGZ zusammen mit der SEB zu den größten Optimisten. Lediglich Dirk Gojny von der HSH Nordbank geht mit einem Kursziel von 8 200 Punkten noch etwas weiter und begründet dies damit, dass die Märkte "viel zu billig" seien und eine "irrationale Nervosität" herrsche.

Anzeichen, dass diese Nervosität bald abklingen könnte, gibt es bisher allerdings kaum. Im Gegenteil: Erst zu Beginn der Woche brachten Gerüchte über einen massiven Kapitalbedarf der US-Hypothekenbanken Freddie Mac und Fannie Mae die Märkte erneut ins Taumeln. Der Dax näherte sich am Dienstag bis auf 60 Punkte seinem Jahrestief aus dem März bei 6 167 Punkten an, ehe er sich wieder leicht erholte. Sorgen bereitet den Börsianern neben der Finanzkrise auch die infolge des rapide gestiegenen Ölpreises anziehende Inflation, die zu einem ernsten Risiko für die Konjunktur geworden ist.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Nur eine Korrektur  Artikel in Merkliste

06.10.2008

Der Ölpreis fällt und fällt. Und noch scheint kein Ende absehbar. Doch um mehr als eine Korrektur der vorausgegangenen Preis-Übertreibungen handelt es sich beim Rückfall des Preises auf unter 90 Dollar je Barrel nicht. Öl wird langfristig wieder teurer. Kommentar

Markt-Monitor

Versteckter Tipp  Artikel in Merkliste

06.10.2008 von Ralf Drescher

Ein staatliches Hilfsprogramm jagt das andere. Doch die Börsen geben weiter nach, weil das Vertrauen zerstört ist. Auf der Suche nach Orientierung leistet die Bundesregierung Hilfe. Kommentar

HANDELSBLATT ANALYSTENCHECK

NAME EINSTUFUNG  DIFFERENZ
HYPO REAL ESTATE...  sell -44.68%
WILLIAM HILL  neutral +8.65%
LADBROKES  neutral +2.03%
ARCELORMITTAL  neutral +74.55%
PUNCH TAVERNS  neutral -73.34%
MARSTONS  neutral +47.61%
RESEARCH IN MOTION  sell -16.19%
COCA-COLA CO  neutral +9.98%
MITCHELLS &BUTLERS  buy +49.74%
WETHERSPOON(J.D.)  sell k.A.
Anzeige