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25.05.2007 
Österreichisches Ölservice-Unternehmen

Catoil trotzt Abwärtstrend

von Christian Schnell

Verkehrte Welt bei Ölaktien: Während die Großen der Branche wie BP, Total oder Royal Dutch Shell angesichts des zuletzt deutlich anziehenden Ölpreises kräftig zulegen, geht es mit der einzigen am deutschen Aktienmarkt notierten Ölaktie der Wiener Catoil AG seit Ende April stetig bergab.

Catoil sucht für die großen Ölgesellschaften nach dem schwarzen Gold. Foto: apLupe

Catoil sucht für die großen Ölgesellschaften nach dem schwarzen Gold. Foto: ap

FRANKFURT. Rund 20 Prozent hat sie seit dem Höchststand von 25,56 Euro inzwischen verloren. Eine Rückkehr in alte Regionen halten viele Analysten kurzfristig kaum für möglich.

Die Anfang der Neunziger Jahren im niedersächsischen Celle gegründete und seit einigen Jahren in Österreich ansässige Catoil ist in Russland und Kasachstan als Dienstleister für die großen Ölgesellschaften tätig – ähnlich wie die großen amerikanischen Konkurrenten Halliburton und Schlumberger. Mit eigenen LKW-Flotten sucht Catoil dabei nach Öl- und Gasquellen. Konkret geht es darum, das Potenzial dieser Quellen ausfindig zu machen. Schließlich sind die meisten leicht abbaubaren Quellen längst erschlossen. Künftig geht es deshalb darum, schwerer zu erschließende Quellen zu erkunden.

Beispiel Sidetracking: Häufig finden sich seitlich neben bereits erschlossenen oder versiegten Ölfeldern weitere Quellen, die großes Potenzial versprechen. „In diesem Bereich werden wir im kommenden Jahr rund hundert Projekte für unsere Auftraggeber durchführen. Vor zwei Jahren war es noch kein einziger“, sagt Catoil-Vorstand Manfred Kastner. Dafür soll die Zahl der LKW-Flotten von acht auf 12 bis 15 zum Jahresende aufgestockt werden.

Langfristiges Potenzial in der im SDax notierten Aktie sehen zwar auch die acht Analysten, die das Unternehmen beobachten. Die zuletzt jedoch vom Management reduzierten kurzfristigen Erwartungen haben aber zu einigen Herabstufungen geführt. Gerald Walek von der Wiener Ersten Bank hat sein Urteil von „halten“ auf „reduzieren“ gesenkt; vor allem wegen der Kombination aus einem deutlich gestiegenen Aktienkurs davor und den anschließend reduzierten Erwartungen. „Ein Umsatzanstieg von 25 Prozent verknüpft mit einer überproportionalen Steigerung des Ergebnisses um rund 30 Prozent liegt deutlich unter unseren Erwartungen“, sagt er. Sein Kursziel gibt er mit 19,80 Euro an; aktuell steht Aktienkurs bei 20,60 Euro. Kaum höher bei 20 Euro liegt das Kursziel von Anna Andreeva von der Hamburger Berenberg Bank, die zum Verkauf der Aktie rät.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Opfer des eigenen Erfolges

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